Fälle von Legionellose häufen sich in Wetzikon
Bakterien im Duschwasser
Mehrere Legionellose-Fälle wurden in der Oberländer Stadt registriert. Die Ursachen werden derzeit untersucht. Die Behörden rufen die Bevölkerung dazu auf, Vorsichtsmassnahmen zu ergreifen.
Die Zahl der Legionellose-Fälle nimmt in der Schweiz und im Kanton Zürich seit Jahren zu. Besonders auffällig ist derzeit die Situation in Wetzikon: Seit Anfang 2025 wurden dort 25 Erkrankungen registriert. Die meisten Betroffenen hätten im Spital behandelt werden müssen, informiert das Amt für Gesundheit in einer Medienmitteilung.
Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise im Wasser vorkommen und sich vor allem in Warmwassersystemen bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad sowie bei längerem Wasserstillstand vermehren.
Ansteckungen erfolgen ausschliesslich durch das Einatmen von feinen Wassertröpfchen, sogenannten Aerosolen, etwa beim Duschen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch oder durch Trinkwasser ist nicht möglich.
Leitungen gründlich spülen
Der Kantonsärztliche Dienst und das Kantonale Labor untersuchen die Häufung der Fälle. Dabei wurden in einigen Duschwasserproben Legionellen nachgewiesen, die mit Erkrankungen in Zusammenhang stehen könnten. Weitere Abklärungen laufen.
Die Behörden empfehlen Vorsichtsmassnahmen wie das Vermeiden von Wasserstagnation: Wasser soll nicht länger als 72 Stunden stehen gelassen werden, zudem sollen Leitungen nach längeren Nutzungspausen gründlich gespült werden. Ausserdem wird empfohlen, Duschbrausen, Luftbefeuchter, Whirlpools und Klimaanlagen regelmässig zu entkalken. Auch Boiler sollten täglich mindestens während einer Stunde 60 Grad erreichen.
Eine Legionellose zeigt sich meist zwei bis zehn Tage nach der Ansteckung mit Fieber, Husten, Muskel- und Kopfschmerzen. Die schwere Form, die sogenannte Legionärskrankheit, führt zu einer Lungenentzündung und kann lebensbedrohlich sein. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Raucher sowie Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Die mildere Form, das Pontiac-Fieber, verursacht grippeähnliche Symptome und heilt in der Regel innerhalb weniger Tage von selbst aus. Die meisten Fälle treten in den Sommermonaten auf. Die Stadt Wetzikon informiert die Bevölkerung und die Liegenschaftsverwaltungen zusätzlich mit einem Merkblatt.

