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Höchster Dübendorfer ist eine Sportskanone

«Selbst in den Ferien brauche ich nur eine Treppe für ein Training»

Christian Meyer ist der sportlichste Politiker im Dübendorfer Parlament. Bei einem Krafttraining redet der aktuelle Gemeinderatspräsident ohne zu verschnaufen über seine Vorlieben – und wie er die Fitness der Parlamentarier einschätzt.

Solche Anlagen wie beim Schulhaus Dorf wünscht sich Gemeinderatspräsident Christian Meyer auch an anderen Orten in Dübendorf.

Foto: Simon Grässle

«Selbst in den Ferien brauche ich nur eine Treppe für ein Training»

Christian Meyer ist der sportlichste Politiker im Dübendorfer Parlament. Bei einem Krafttraining redet der aktuelle Gemeinderatspräsident, ohne zu verschnaufen, über seine Vorlieben – und darüber, wie er die Fitness der Parlamentarier einschätzt.

Gemeinderatspräsident Christian Meyer (GLP/GEU) kommt mit dem Velo zur Street-Work-out-Anlage neben dem Schulhaus Dorf. Er zieht Kappe und Pullover aus und beginnt mit Aufwärmübungen für Schulter und Beine.

Herr Meyer, wie oft pro Woche treiben Sie Sport?

Christian Meyer: Jeden Tag. Meistens mache ich dreimal wöchentlich etwas im Kraftbereich. Das kann draussen sein oder auch im Fitnesscenter. Viermal mache ich Ausdauereinheiten wie Joggen, Schwimmen, am Wochenende Langlaufen oder Wandern. Auch im Alltag versuche ich mich möglichst oft zu bewegen. Also zum Beispiel Treppen laufen, statt den Lift zu nehmen.

Meyer macht 20 Inverted Rows: Er hängt sich unter eine Stange, hält seinen Körper steif wie ein Brett und lässt seine Fersen auf dem Boden. In dieser Position zieht er seine Brust zur Stange.

Kein Tag ohne Sport?

Nur wenn ich krank bin oder so viele Termine habe, dass ich keine Zeit mehr dafür habe. Selbst in den Ferien brauche ich nur eine Treppe für ein Training, oder ich mache einfach Aktivferien wie zum Beispiel Wanderferien.

Und welche Sportart ist Ihnen am liebsten?

Aktuell ist das sicher Langlaufen. Bis etwa im Alter von 19 Jahren war es Judo. Ich habe es bis zum braunen Gurt geschafft und an Wettkämpfen teilgenommen. Nach einem Kreuzbandriss habe ich aber damit aufgehört.

Zur Person

Der 34-jährige Christian Meyer ist seit 2022 Gemeinderat. Noch bis im Juni wird der Dübendorfer als Ratspräsident im Amt bleiben. Meyer ist seit 2025 Präsident der GLP Bezirk Uster und beruflich als Leiter Produktmanagement bei einer Krankenversicherung angestellt.

Mussten Sie Judo auch schon im Alltag zur Selbstverteidigung einsetzen?

Nein, zum Glück nicht.

Meyer macht 15 Dips: Er hält sich an zwei Stangen fest, hält seinen Körper in der Luft, indem er seine Arme streckt und beugt.

Sie haben den Doktor in Bewegungs- und Gesundheitswissenschaften. Was ist Ihrer Meinung nach das Beeindruckendste an unserem Körper oder Bewegungsapparat?

Was ich sehr beeindruckend finde, ist, was man alles trainieren und lernen kann. Der Körper kann sich sehr gut anpassen, und mit Training lässt sich sehr viel erreichen. Wer trainiert, kann immer Fortschritte machen. Das finde ich etwas Faszinierendes.

Meyer macht 20 Liegestütze.

Sie sprechen von Anpassung. Haben Sie ein Beispiel auf sich selbst bezogen?

Bei mir ist es das Schwimmen. Ich habe damit erst als Erwachsener angefangen und tue es nun regelmässig. Zu Beginn war es deshalb sehr streng. Mit der Zeit habe ich dann gemerkt, wie ich durch bessere Schwimmtechnik Fortschritte mache. Mittlerweile schwimme ich eine Stunde durch ohne Pause.

Ist Ihr Partner auch so sportlich?

Ja, wir machen das meiste zusammen: Joggen, Work-out, Langlauf oder Wandern.

Was heisst Wandern für Sie – Flachland oder Berge?

Beides. Ich gehe von hier aus über flache Hügel, aber auch die Berge hoch.

Meyer macht Klimmzüge, wobei er sich mit jeder Hand an einer separaten Stange festhält. Er macht 20 und 15 Wiederholungen unmittelbar hintereinander.

Was war der höchste Berg, den Sie bestiegen haben?

Das war ein 3000er, der Piz Languard in Graubünden. Im letzten Jahr war ich ausserdem auf dem Vrenelisgärtli, das gut 2900 Meter hoch ist.

Schauen Sie auch Sport im Fernsehen?

Nein, Sport selber machen bereitet mir mehr Freude.

Meyer macht 20 Squats: Er geht bei aufrechtem Oberkörper tief in die Hocke.

Welche Tipps geben Sie unsportlichen Menschen, die Sie um Rat fragen?

Als Erstes empfehle ich, sich im Alltag zu bewegen. Das ist meiner Meinung nach ein wertvolles Rezept. Man kann zum Beispiel einmal eine Bushaltestelle früher aussteigen und so Schritte machen oder ganz einfach während des Zähneputzens etwas machen, beispielsweise auf einem Bein stehen. Beim Sport sollte mit kleinen Schritten begonnen werden. Nicht zu viel auf einmal wollen, sondern langsam herantasten. Auf keinen Fall am 1. Januar als Neujahrsvorsatz von null auf fünfmal zwei Stunden Sport treiben. Man kann auch nur zehn Minuten joggen und dann langsam ausbauen.

Meyer hängt an der Stange und zieht 20-mal die Beine nach oben, um den Bauch zu trainieren.

Sie haben vor drei Jahren eine Interpellation zur Bewegungsförderung in Dübendorf eingereicht. Unter anderem mit der Frage: «Sieht der Stadtrat im Bewegungsangebot in Dübendorf Lücken?» Sehen Sie welche?

Für Kinder und Jugendliche bieten die Vereine ein grosses und gutes Angebot. Dies gilt auch für Erwachsene, obwohl viele Berufstätige weniger in Vereinen aktiv sind. Für diese Gruppe sind auch Möglichkeiten für individuelle Bewegung sehr wichtig. Neben den privaten Anbietern gibt es in Dübendorf Orte wie diese Street-Work-out-Anlage bei der Schule Dorf oder im Hochbord, wo man sich bewegen kann. Das ist wichtig. Wir haben hier aber auch schöne Strecken entlang der Glatt oder im Wald, die sich für Jogging eignen. Das neue Hallenbad wird eine weitere Lücke schliessen. Ich bin aber der Meinung, dass wir noch zusätzlichen Raum für Bewegung schaffen können, zum Beispiel weitere Anlagen wie beim Schulhaus Dorf, oder Sportstationen entlang der Glatt oder auch Fuss- und Wanderwege wie den neuen Flugweg. Diese Angebote sollen zur Bewegung einladen, und daraus können sich beispielsweise auch Sportgruppen bilden.

Meyer macht Burpees: Aus der Liegestütze-Position springt er in die Luft und streckt dabei seinen Körper.

Sie haben am Political-Streetsoccer-Turnier mitgemacht. Was hatten Sie für einen Eindruck von der Fitness des Gemeinderats und des Stadtrats?

Ich glaube, es hatten alle Spass daran, sich zu bewegen.

Das war sehr diplomatisch formuliert. Sie haben doch bestimmt einige Schwächen ausgemacht.

(Lacht.) Die Leute im Gemeinderat bewegen sich privat unterschiedlich viel. Darum war es für gewisse sicher strenger als für andere. Oder anders gesagt: Die Ausdauer ist nicht überall gleich ausgeprägt.

Meyer macht weitere Klimmzüge: 20 mit breitem Griff, anschliessend noch 15 mit Untergriff für den Bizeps.

Als Gemeinderatspräsident mussten Sie an der letzten Budgetsitzung, die über vier Stunden dauerte, lange auf dem Platz sitzen bleiben. Ging das so lange ohne Bewegung?

Ich ging vorher noch joggen. Gerade auch, um den Kopf freizubekommen. Wir wussten, dass es eine lange Sitzung geben wird.

Können Sie auch mal bewegungslos auf der Couch rumliegen?

Ja, es ist bei mir aber sicher nicht das übliche Abendprogramm.

Auf der Treppe macht Meyer zweimal 20 Wadenheber: Er stellt den vorderen Teil des Fusses auf eine Stufe und lässt den hinteren nach unten sinken, um danach den Körper wieder nach oben zu drücken.

Was haben Sie sonst für Hobbys neben dem Sport?

Ich habe mir zum Ziel gesetzt, etwas Musikalisches zu machen. Also habe ich mit Geigenspielen angefangen. Die Musik ist aber keine grosse Passion von mir. Ich mache es gerne, aber ich habe kein wahnsinniges Talent. Mit meinem Partner gehe ich einmal wöchentlich in einen Paartanzkurs.

Herr Meyer, mir sind die Fragen ausgegangen. Sie sind aber immer noch nicht mit dem Training fertig.

Meyer lacht und macht 15 Sprünge auf die Stange: Er springt und zieht sich an der Stange hoch, bis er mit den gestreckten Armen über der Stange ist.

Sport für die ganze Bevölkerung

Christian Meyer lädt die ganze Bevölkerung zu einem von ihm geführten Training für alle sportlichen Niveaus (auch Anfänger) ein. Treffpunkt ist bei der Street-Work-out-Anlage neben dem Schulhaus Dorf. Das Training findet bei gutem Wetter (ohne Niederschlag) am Donnerstag, 22. Januar, um 17.30 Uhr und am Samstag, 31. Januar, um 10 Uhr statt und dauert rund 45 Minuten. Ausser Sportkleider für draussen (je nach Temperatur inklusive Handschuhen) müssen die Teilnehmer nichts mitbringen. Das Mitmachen ist kostenlos.

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