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Die Region liegt flach

Grippewelle erfasst das Zürcher Oberland

Seit Anfang Dezember hat sich die gemessene Virenlast im Abwasser verfünffacht. In den Spitälern Uster und Wetzikon gilt eine temporäre Maskenpflicht.

Im GZO Spital Wetzikon werden derzeit 20 Personen wegen einer Grippeinfektion behandelt. (Symbolbild)

Foto: Simon Grässle

Grippewelle erfasst das Zürcher Oberland

Die Region liegt flach

Das Influenzavirus grassiert in der Region. Seit Anfang Dezember hat sich die Virenlast im Abwasser verfünffacht. In den Spitälern Uster und Wetzikon gilt eine temporäre Maskenpflicht.

In der Praxis des Ärzteteams Unterwetzikon herrscht am Montag reger Betrieb. Ein älteres Paar streift sich am Empfang freiwillig Masken über. Einige Patienten husten.

«Wir haben hier zwar keine offizielle Maskenpflicht für alle», sagt die medizinische Praxisassistentin Tabea Kündig, «wenn Patientinnen und Patienten jedoch Erkältungssymptome aufweisen, müssen sie bei uns eine Maske tragen.»

An diesem Tag wurden 13 Menschen notfallmässig mit Grippesymptomen in der Praxis in Unterwetzikon untersucht. «Zwei davon mussten wir hospitalisieren.» Bei ihnen habe es sich um ältere Menschen gehandelt. «Sonst sind es auffallend junge Personen, die momentan unter dem Influenzavirus leiden», stellt Kündig fest.

Eine medizinische Praxisassistentin in rotem Kittel am Empfang.
Die medizinische Praxisassistentin Tabea Kündig bestätigt, dass die Grippe momentan Hochkonjunktur hat.

Die Zahlen aus Unterwetzikon zeigen auf, was auch anderswo passiert: Die Influenzawelle hat den ganzen Kanton erfasst, die Fälle der an Grippe Erkrankten in der Schweiz sind innert Wochenfrist um 20 Prozent angestiegen. Aktuell gibt es 50 Prozent mehr Fälle als noch vor einem Jahr zur gleichen Zeit.

Beim Virus handelt es sich vor allem um den Typ Influenza A, wie Ärzte des Spitals Uster bestätigen. «Ende Jahr waren es noch 12 stationäre Patienten, am 5. Januar waren es hingegen schon 15 Menschen, die im Spital wegen einer Grippe in Behandlung sind», sagt Nina Durisch, die leitende Ärztin der Infektiologie und Spitalhygiene des Spitals Uster.

Maskenpflicht seit Januar

Bereits seit Anfang Dezember, zu Beginn der Virensaison, bestand im Spital Uster auf der Notfallstation eine Maskenpflicht im direkten Kontakt mit Patientinnen und Patienten. «Am 31. Dezember wurde diese aufgrund der rasch steigenden Zahlen auf das gesamte Spital ausgeweitet», erzählt Sarah Buob, die Leiterin Kommunikation und Marketing am Spital Uster.

Auch das GZO Spital Wetzikon hat seit dem 3. Januar eine generelle temporäre Maskenpflicht «aufgrund einer sehr intensiven Grippewelle» eingeführt, wie man auf seiner Website lesen kann.

Ernsthaft Erkrankte müssen ins Spital

Im GZO Spital Wetzikon sind zurzeit sogar mehr Patientinnen und Patienten wegen Grippe stationiert als am Spital Uster: Aktuell werden in Wetzikon rund 20 Patienten aufgrund einer Grippeerkrankung behandelt.

«Dies sind ernsthafte Krankheitsverläufe, die eine Behandlung zu Hause nicht erlauben», sagt Christian Rüegg, der Leiter der Infektiologie und Spitalhygiene. Die Zahl der hospitalisierten Fälle sei jedoch saisonal bedingt und nicht aussergewöhnlich.

Ob es zurzeit allgemein eher die Jüngeren trifft, kann weder am Spital Uster noch am GZO in Wetzikon bestätigt werden. «Die stationären Patientinnen und Patienten sind mehrheitlich ältere Menschen. Über die allgemeine Altersverteilung der Grippefälle in der Bevölkerung können wir keine Aussage machen», heisst es seitens des Spitals in Uster.

Fünffache Virenlast im Wasser

Wirft man einen Blick in die Statistik des Wasserforschungsinstituts Eawag der ETH, findet man für Influenza A auch hier eine ansteigende Kurve vor. «Es kursiert momentan eine fünffache Virenlast im Abwasser als noch Anfang Dezember», sagt der Medienverantwortliche Andri Bryner von der Eawag.

Das heisst aber nicht, dass fünfmal mehr Menschen erkrankt sind, da mit dieser Ziffer nicht auf die Anzahl erkrankter Personen geschlossen werden kann. «Der Anstieg der Influenza A diesen Winter ist jedenfalls steiler als vor einem Jahr», sagt Bryner. Dies bestätigt auch die Gesundheitsdirektion: Die aktuelle Grippesaison habe in der Schweiz früher und stärker eingesetzt als üblich. Die Grippewelle begann Anfang Dezember 2025.

Unterdessen verabschiedet sich eine weitere Patientin am Empfang der Praxis in Unterwetzikon. Sie hat einen Hustensirup unter den Arm geklemmt. «Ich habe zwar kein Fieber, aber da ich im Sommer schon eine Lungenentzündung hatte und jetzt wieder schlimmen Husten habe, wollte ich vorsorglich Abklärungen treffen.» Auch sie trägt eine Maske und hustet, während sie spricht.

Schutzmassnahmen und Impfung

Um sich und andere vor einer Ansteckung zu schützen, helfen einfache Verhaltensweisen: bei Symptomen zu Hause bleiben, Maske tragen, regelmässiges Händewaschen und Niesen in die Armbeuge. Das schreibt die Gesundheitsdirektion.

Auch eine Grippeimpfung sei sinnvoll: Sie biete Schutz vor einer schweren Erkrankung und möglichen Komplikationen, zudem schränke sie die Übertragung der Viren auf andere Personen ein.

Ein erhöhtes Komplikationsrisiko haben Menschen ab 65 Jahren, schwangere Frauen, frühgeborene Kinder und Personen mit chronischen Erkrankungen. Für diese Gruppen wird die Impfung empfohlen und von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen. Ebenfalls empfohlen ist die Impfung für Personen, die beruflich oder privat engen Kontakt zu Risikopersonen haben.

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