Stadtrat von Wetzikon beantragt Millionen für GZO Spital
Finanzielle Unterstützung
Wetzikon ist nicht nur der Standort des GZO Spitals, sondern auch die anteilsmässig grösste Aktionärsgemeinde. Nun spricht sich der Stadtrat offiziell für die Finanzspritze aus.
50 Millionen Franken sollen die am GZO Spital Wetzikon beteiligten Gemeinden einschiessen, um das Spital vor dem Konkurs zu retten. Das ist schon länger klar. Mitte Februar wurde dann bekannt, dass nur zehn der zwölf Gemeinden auch willens sind, diese Aktienkapitalerhöhung mitzutragen. Die Gemeinderäte von Bubikon und Rüti sprachen sich dagegen aus.
Jetzt hat mit Wetzikon die anteilsmässig grösste Aktionärsgemeinde ihre Beteiligung wie erwartet bestätigt. Der Stadtrat hat der Erhöhung des Aktienkapitals in Höhe von 12,77 Millionen Franken zugestimmt, wie aus einem Stadtratsbeschluss hervorgeht. Dies entspricht gut einem Viertel des erforderlichen Gesamtbetrags von 50 Millionen.
Als Standortgemeinde sei sich die Stadt Wetzikon der grossen Bedeutung, der Sicherstellung sowie der Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung für die Region bewusst, heisst es in einer Mitteilung. «Deshalb ist die Stadt Wetzikon bereit, diese Kapitalerhöhung zu unterstützen», lässt sich Stadtpräsident Pascal Bassu (SP) zitieren. Ohne eine finanzielle Sanierung sei ein Konkurs des Spitals sehr wahrscheinlich.
«Notwendige Massnahme»
Die Stadt geht davon aus, dass in einem solchen Szenario rund 130’000 Behandlungen pro Jahr durch andere Spitäler erbracht werden müssten. Betroffen von einer Schliessung wären auch rund 900 Arbeitsplätze. Der Stadtrat befürchtet zudem Auswirkungen auf das regionale Gewerbe.
«Wetzikon würde einen zentralen Bestandteil seiner öffentlichen Infrastruktur und damit einen wichtigen Standortvorteil verlieren», heisst es weiter. Die geplante Kapitalerhöhung sei deshalb eine notwendige und strategische Massnahme, um die regionale Gesundheitsversorgung zu sichern.
Sie ist einer von drei Pfeilern, auf den die finanzielle Sanierung des GZO Spitals nach der gescheiterten Rückzahlung einer 170-Millionen-Franken-Anleihe abgestützt ist. Daneben ist ein hoher Schuldenschnitt geplant, bei dem die Gläubiger auf bis zu 70 Prozent ihrer Forderungen verzichten sollen. Zudem wird der Neubau vorerst nicht fertiggestellt.
Der Stadtrat sieht in der finanziellen Beteiligung auch die Grundlage für die künftige Bildung eines regionalen Spitalverbunds. «Die finanzielle Sanierung des Spitals mit dem vorliegenden Plan ist für die Gesundheitsversorgung der Wetziker Bevölkerung richtig», ist Stadtpräsident Bassu überzeugt.
Als Nächstes muss sich nun das Wetziker Parlament mit der Aktienkapitalerhöhung befassen. Voraussichtlich im November kann dann die Bevölkerung an der Urne darüber abstimmen.
Auch die kleinste Gemeinde verspricht Geld
An seiner letzten Sitzung hat auch der Gemeinderat von Seegräben seine Absicht bestätigt, sich an der Kapitalerhöhung für das GZO Spital zu beteiligen. Seegräben ist mit einem Aktienanteil von 1,65 Prozent die anteilsmässig kleinste Gemeinde. In einem nächsten Schritt muss sich nun die Rechnungsprüfungskommission mit der Vorlage befassen. Anschliessend wird voraussichtlich die Gemeindeversammlung über die Beteiligung in Höhe von 675’000 Franken entscheiden. (lel)
