Muss eine Grippe ausgeschwitzt werden?
Mythen und Fakten zum Infekt
Um die Grippe tummeln sich viele Falschinformationen. Wir haben mithilfe des Infektiologen Florian Banderet vom Unispital Basel gängige Erzählungen überprüft.
1. Im Januar ist es zu spät für eine Impfung
Teilweise richtig
Wann die Grippewelle startet, lässt sich nicht vorhersagen. Am häufigsten beginnt sie im Januar, manchmal bereits im Dezember oder erst im März. Fachleute raten, sich im November oder spätestens Anfang Dezember gegen Grippe impfen zu lassen. Denn bis die Impfung wirkt, dauert es bis zu zwei Wochen. Wer vergessen hat, sich rechtzeitig impfen zu lassen, kann dies auch noch im Januar tun. Es besteht allerdings die Gefahr, dass man sich ansteckt, bevor die Impfung ihre Wirkung entfalten kann. Dies könnte in dieser Saison der Fall sein. Die Zahl der Fälle pro Woche hat bereits Mitte Dezember den kritischen Wert überschritten, ab dem die Behörden von einer Grippewelle sprechen.
2. Die Grippe geht immer mit hohem Fieber einher
Falsch
Hohes Fieber kann ein Symptom der Grippe sein, in der Fachsprache Influenza genannt. Doch längst nicht bei allen Infizierten klettert die Körpertemperatur in die Höhe. Etwa ein Drittel liegt abgeschlagen mit Gliederschmerzen im Bett und hat hohes Fieber. Ein Drittel leidet vorwiegend unter Atemwegsbeschwerden wie Husten oder Halsweh und hat, wenn überhaupt, nur leichtes Fieber. Und ein Drittel spürt kaum etwas, ist aber trotzdem ansteckend. Dass manche schwerer erkranken als andere, hat unterschiedliche Gründe. Es kann etwa mit dem Alter und dem Zustand des Immunsystems zu tun haben.

