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Stadtrat sieht Spital Uster auf gutem Weg

Anders als das GZO Wetzikon konnte das Spital Uster den Kopf gerade noch aus der Schlinge ziehen. Jetzt will die Stadt die Bedingungen für Uster weiter verbessern.

Der Ustermer Stadtrat sieht das Spital Uster gut in der Region positioniert.

Foto: Simon Grässle

Stadtrat sieht Spital Uster auf gutem Weg

Nach Finanzspritze

Der Ustermer Stadtrat will sich für die politischen Rahmenbedingungen zur Zukunftssicherung des Spitals Uster einsetzen. Eine weitere Aktienkapitalerhöhung schliesst er aus.

Mitte März konnte das Spital Uster die Intensivstation verlassen. Die Stimmberechtigten aller zehn Aktionärsgemeinden stimmten einer Finanzspritze letztlich zu. Um insgesamt 33,2 Millionen Franken wird das Aktienkapital des Spitals erhöht.

In Uster hatte die Stimmbevölkerung Anfang März an der Urne über den Beitrag der Stadt zur Aktienkapitalerhöhung entschieden. Das Ja war mit über 87 Prozent Stimmenanteil deutlich. Die mit voraussichtlich 49,99 Prozent grösste Aktionärin des Spitals wird damit einen Betrag von bis zu 20 Millionen Franken beisteuern können. Das Aufatmen bei den Spitalverantwortlichen war gross.

Vertrauen und Fortbestand

Dasselbe galt für die politischen Vertreter der Stadt Uster. In einer ersten Reaktion hatte Stadträtin und Gesundheitsvorsteherin Karin Fehr (Grüne) bereits von einem «Zeichen grossen Vertrauens» gesprochen und sich erfreut über das Resultat gezeigt.

Die Aufarbeitung der Ereignisse rund um den abgewendeten Rekurs des Spitals hatte mit der erfolgreichen Abstimmung aber erst begonnen. Denn genau um dieses Vertrauen sowie um die Sicherung des Fortbestehens des Spitals geht es der SVP-Gemeinderätin Anita Borer sowie ihrem Parteikollegen Benjamin Streit und FDP-Parlamentarier Gianluca Di Modica. In einer Anfrage forderten sie vom Stadtrat weitere Antworten zur Zukunft des Spitals.

Verwaltungsrat in der Pflicht

Diese liegen nun vor. Die Ustermer Exekutive äussert sich erstmals ausführlich, bleibt teilweise aber auch vage. So äussert sie sich beispielsweise nicht zur betriebswirtschaftlichen Rentabilität. Als Begründung wird der eben erst erfolgte Entscheid zur Aktienkapitalerhöhung angeführt.

Insgesamt ist aus der Antwort an die Gemeinderäte aber eine grundsätzlich positive Einschätzung der aktuellen Lage herauszulesen. Der Stadtrat spricht von einer «nachhaltig guten Positionierung» des Spitals im Oberen Glattal und im Zürcher Oberland. Der ausgearbeitete Businessplan des Spitals wird als «realistisch» erachtet.

Mit dem entsprechenden Leistungsauftrag durch den Kanton könne sich das Spital «erfolgreich weiterentwickeln». Allerdings stehe Ende Mai 2025 eine neuerliche Prüfung der nachhaltigen Kosteneffizienz des Spitals durch die Gesundheitsdirektion an.

Gleichzeitig nimmt der Stadtrat den Verwaltungsrat in die Pflicht, die «gute Ausgangslage mit einer sinnvollen, auf den Bedarf der Region abgestimmten Unternehmensstrategie, einer entsprechenden Finanzplanung und Kostenkontrolle zu nutzen». Eine weitere Aktienkapitalerhöhung durch die Gemeinden komme in den nächsten Jahren nicht infrage. Das Risiko eines Konkurses schätzt der Stadtrat als gering ein.

Stärkung des ambulanten Angebots

Seine Einschätzung stützt der Stadtrat neben der erfolgten Aktienkapitalerhöhung auch auf den geplanten Verkauf von zwei Landparzellen. Diese befinden sich aktuell noch im Besitz des Spitals. Nach dem Abbruch des Neubauprojekts werden sie aber nicht mehr benötigt. Mit den daraus resultierenden Einnahmen könnten nicht nur Schulden getilgt, sondern auch Investitionen in den Ausbau des ambulanten Spitalangebots getätigt werden.

Die Ausrichtung auf ambulante Behandlungen steht im Zentrum der Spitalstrategie. Dafür spricht sich auch der Stadtrat aus. Als eine «sinnvolle Ergänzung» betrachtet er dabei auch das Konzept «Hospital@Home», bei dem Patientinnen und Patienten durch eine Zusammenarbeit von Spitälern, Spitex-Organisationen und Hausärzten zu Hause therapiert und überwacht werden können.

Neben der Umsetzung von «Hospital@Home» seien auch die Investitionen in das ambulante Operationszentrum, in die Endoskopie und in den Notfall zukunftsweisend für das Spital. Eine bessere Effizienz trage letztlich auch zu einer Steigerung des Umsatzes bei, schreibt der Stadtrat.

Dialog und Eigentümerstrategie

Während sich der Stadtrat insgesamt positiv zur aktuellen Situation äussert, verweist er aber auch auf die «dynamische Transformationsphase», in der sich das Schweizer Spitalwesen derzeit befinde. Um ein Regionalspital in diesem komplexen Umfeld in eine erfolgreiche Zukunft zu führen, brauche es darum auch die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen.

Der Stadtrat möchte sich deshalb sowohl für die einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen (EFAS) wie auch für kostendeckende Tarife sowie die Umsetzung der Pflegeinitiative einsetzen. Details, wie und in welchem Zeitraum dies geschehen soll, nennt der Stadtrat nicht.

Ein wichtiges Element sei zudem die Erarbeitung der Eigentümerstrategie durch die zehn Aktionärsgemeinden. Diese werde nun an die Hand genommen und sei künftig ein zentrales Steuerungsinstrument. Institutionalisieren will der Stadtrat auch den Austausch zwischen den Eignern. Dieser sei «sehr wichtig, um über die aktuellen Entwicklungen der Spital Uster AG auf dem Laufenden zu sein».

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