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Baustopp, weil Unternehmen auf ihren Rechnungen sitzen bleiben

Die Maschinen auf der Baustelle des GZO Spitals laufen bereits seit Anfang Woche nicht mehr. Jetzt äussert sich der Generalunternehmer.

Auf der Baustelle beim Spital Wetzikon stehen die Kräne vorerst still.

Foto: Till Burgherr

Baustopp, weil Unternehmen auf ihren Rechnungen sitzen bleiben

Nächster Knall am GZO

Ein sofortiger Stopp der Bauarbeiten und der Rückzug des Totalunternehmers sind die nächsten Rückschläge für das GZO Spital. Jetzt äussert sich die zuständige Firma.

Das GZO Spital Wetzikon gerät immer tiefer in die Negativspirale. Anfang April wurde bekannt, dass das Spital eine Obligationenanleihe in Höhe von 170 Millionen Franken nicht zurückzahlen kann und darum den Kanton um finanzielle Hilfe ersuchte. Die Gesundheitsdirektion sagte dem Spital ab. Es folgte ein abrupter Abgang des Geschäftsführers und der Gang in die Nachlassstundung.

Am Dienstagabend folgte der nächste Knall: die Steiner AG aus Zürich, die als Totalunternehmerin für das gesamte Neu- und Erweiterungsbauprojekt zuständig ist, kündigt den Vertrag. Die Gründe blieben zunächst unklar.

Gemäss GZO sind bereits 70 Prozent des Neubaus fertiggestellt. Doch bereits seit Anfang Woche gilt jetzt ein Baustopp. Die Maschinen auf der Grossbaustelle stehen still. Die Handwerker und involvierten Subunternehmen wurden mittels E-Mail informiert. Die Redaktion hatte die Möglichkeit, diese einzusehen.

Zahlungen im Verzug

Der Totalunternehmer äussert sich am Mittwoch schriftlich zur Vertragskündigung. Guy Papstein, Medienverantwortlicher der Steiner AG, schreibt auf Anfrage: «Die Steiner AG wurde angesichts der Situation gezwungen, von ihrem Recht Gebrauch zu machen, vom Vertrag zurückzutreten.» Konkret heisst dies: Das GZO Spital zahlte zuletzt seine Rechnungen nicht mehr.

Papstein erklärt, dass man «den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung darum gebeten habe, wenigstens so viel Geld zur Verfügung zu stellen, dass die Subunternehmer bezahlt werden können». Man habe sich auch verpflichtet, «jede Summe direkt weiterzuleiten» und nicht einzubehalten.

In der Folge der Ablehnung des Unterstützungsgesuchs durch den Kanton, seien die Forderungen der Steiner AG nicht mehr beglichen worden, schreibt Papstein. Ab dem Zeitpunkt der provisorischen Nachlassstundung müssten die zuständigen Sachwalter zudem der Freigabe der Zahlungen zustimmen.

Aktuell würden entsprechende Gespräche zwischen der Bauherrschaft und der Totalunternehmerin laufen. Zudem würde die Steiner AG das direkte Gespräch mit den Sachwaltern suchen.

Subunternehmen als Leidtragende

Deutlich wird auch Fabian Buff, Geschäftsführer der Bauunternehmung Künzli AG, welche als eine der betroffenen Subunternehmungen die Baumeisterarbeiten ausführt. «Unsere bisherigen Arbeiten sind nicht vollumfänglich bezahlt worden. Unsere Arbeiten für das GZO Spital ruhen.» Man prüfe derzeit rechtliche Schritte.

Gemäss dem Geschäftsführer des Baumeisterverbands Zürich/Schaffhausen sind die Bauunternehmen vor Ort am stärksten von der aktuellen Situation betroffen. «Die Leidtragenden sind die Subunternehmen», sagt Gerhard Meyer.

Totalunternehmung will unterstützen

Ob und wann auf der Baustelle weitergearbeitet wird, ist offen. Derzeit wird der Betrieb noch heruntergefahren. «Die Baustelle wird entsprechend gesichert und dokumentiert, die eigentlichen Arbeiten werden aber momentan nicht fortgesetzt», erklärt Papstein. Es seien daher noch vereinzelt Arbeiter auf der Baustelle zu sehen.

Die Steiner AG sei gewillt, im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Bauherrn auch in Zukunft zu unterstützen. Man würde bei Bedarf Hilfe bieten, Lösungsansätze bezüglich der vorhandenen Land- und Bausubstanz des Spitals zu suchen. Gemeint seien alternative Nutzungen und Desinvestitionsoptionen.

Auch bei der Investorensuche, um die Anleihe abzulösen, bietet die Steiner AG Hilfe an. Sie könne auf ein grosses Netzwerk zugreifen und das GZO unterstützen. Mehr wolle man derzeit nicht kommunizieren.

Sachwalter prüfen Situation

Betrieben werden kann das Spital derzeit nicht, da es sich in der provisorischen Nachlassstundung befindet. Als Sachwalter sind vom Bezirksgericht Hinwil die Rechtsanwälte Brigitte Umbach-Spahn und Stephan Kesselbach eingesetzt worden.

Beide sind Partner bei der Anwaltskanzlei Wenger Plattner. Diese schreibt auf Anfrage, dass die Sachwalter momentan zusammen mit dem GZO die Situation bezüglich des Spitalbaus prüfen. «Sollte entschieden werden, den Bau weiterzuführen, werden die Sachwalter dafür sorgen, dass die Gläubigerrechte gewahrt bleiben», schreibt die Kanzlei.

Das GZO Spital will sich derzeit nicht weiter zu den aktuellen Entwicklungen äussern.

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