Der Übergangskapitän will das GZO aus dem Sturm manövrieren
CEO des GZO Spitals im Interview
Hansjörg Herren (51) ist seit Mitte April CEO ad interim beim GZO Spital Wetzikon. Im Interview spricht er über die aktuellen Herausforderungen, die Jahreszahlen, den Neubau und die Zusammenarbeit mit dem Spital Uster.
Mittwochmorgen, 9.30 Uhr. Hansjörg Herren betritt in einem dunkelblauen Anzug ein Sitzungszimmer im Haus G. Der Neubau ist Teil des gesamten Bauprojekts des GZO Spitals Wetzikon. Herren sieht gefasst aus – an einem Morgen, an dem das Spital sein Jahresergebnis 2023 präsentiert. Und der CEO ad interim, der erst rund eine Woche im Amt ist, kann keine schwarzen Zahlen präsentieren: Der Verlust beträgt 11,6 Millionen Franken – wegen Teuerung und nicht kostendeckender Tarmed-Tarife. So resultiert bei einem Ertrag von 154,9 Millionen und einem Aufwand von 152,7 Millionen ein Gewinn von 2,1 Millionen Franken aus dem laufenden Betrieb.
In den letzten Wochen wurde immer wieder versichert, dass der Betrieb gesichert ist. Grund zur Annahme in der Bevölkerung, dass das bald nicht mehr der Fall sein könnte, ist eine seit zehn Jahren laufende Obligationenanleihe in Höhe von 170 Millionen Franken, die am 12. Juni abgelöst werden muss – ohne Hilfe des Kantons. Keine einfache Zeit, um plötzlich CEO zu werden.
Herr Herren, Sie haben keine Augenringe. Wie geht es Ihnen?

