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Spital Wetzikon schreibt einen zweistelligen Millionenverlust

Schieflage beim GZO-Spital: Nach der Absage für finanzielle Unterstützung durch den Kanton folgen nun rote Zahlen.

Düstere Aussichten für das GZO Spital Wetzikon: Es vermeldet ein negatives Jahresergebnis.

Foto: Christian Merz

Spital Wetzikon schreibt einen zweistelligen Millionenverlust

Finanzielle Krise

Nachdem der Kanton ein Gesuch um finanzielle Unterstützung für das GZO Spital abgelehnt hat, folgt nun der nächste Rückschlag. Das Spital rutscht tief in die roten Zahlen ab.

Anfang April wurde bekannt, dass das Spital Wetzikon keine Unterstützung vom Kanton erhält. Um 180 Millionen Franken hatte es den Regierungsrat ersucht. Damit wollte es eine im Juni fällige Obligationenanleihe refinanzieren, die es im Zusammenhang mit dem Neubau vor zehn Jahren auf dem Kapitalmarkt aufgenommen hatte. Nach wie vor ist unklar, woher das Spital die dringend nötigen finanziellen Mittel hernehmen will.

Die Spitalverantwortlichen waren in den vergangenen Wochen stets darum bemüht, zu betonen, dass der laufende Spitalbetrieb durch die finanzielle Schieflage nicht betroffen sei. «Unser Betrieb, und das ist ganz wichtig, funktioniert und ist sichergestellt. Wir verfügen über die nötigen flüssigen Mittel», sagte Verwaltungsratspräsident Jörg Kündig.

Verlust durch Abschreibungen

Am Mittwoch legte das GZO Spital nun den aktuellen Geschäftsbericht für das vergangene Jahr vor. Es zeigt sich ein durchzogenes Bild. Tatsächlich resultiert bei einem Ertrag von 154,9 Millionen und einem Aufwand von 152,7 Millionen ein Gewinn von 2,1 Millionen Franken aus dem laufenden Betrieb.

Wegen anfallender Abschreibungen fällt das Gesamtergebnis allerdings deutlich negativ aus. Das Wetziker Spital vermeldet einen Verlust in Höhe von 11,6 Millionen Franken.

Das Eigenkapital reduziert sich durch das aktuelle Ergebnis um rund einen Drittel. Es liegt nun bei 22,3 Millionen Franken.

Damit setzt sich eine Entwicklung aus dem Vorjahr fort. Schon damals erwirtschaftete das Spital ein Minus von 2,5 Millionen Franken.

Steigende Kosten und fehlende Einnahmen

Steigende Kosten, Fachkräftemangel und nicht kostendeckende Tarife hätten die Spitalrechnung 2023 belastet, schreibt das GZO Spital in einer Mitteilung. Es sind Faktoren, mit denen die Spitäler im ganzen Kanton und schweizweit zu kämpfen haben, wie sich anhand der vermeldeten Jahreszahlen in den vergangenen Wochen wiederholt zeigte.

Ein Blick auf die Zürcher Spitalkarte zeigt vielerorts ähnliche Probleme. Die Spitäler können ihre Kosten mit den aktuellen stationären und ambulanten Tarifen nicht mehr decken. Hinzu kommen steigende Ausgaben durch die Teuerung. In vielen Fällen resultierte im vergangenen Jahr entsprechend ein finanzielles Defizit.

Erst kürzlich hatten die Stadtzürcher Spitäler ihre Zahlen für 2023 präsentiert. Beim Stadtspital, bestehend aus den Spitälern Triemli und Waid, betrug das Minus 39 Millionen Franken, beim Universitätsspital Zürich sogar 49 Millionen. Ähnlich sieht es beim Kantonsspital Winterthur aus. Dieses schrieb einen Verlust von 50 Millionen Franken.

Etwas weniger düster sieht die Situation bei den umliegenden Regionalspitälern aus. Das Spital Zollikerberg rutscht zwar in die roten Zahlen ab, allerdings betrug das Defizit nur rund eine halbe Million Franken. Erst am Dienstag vermeldete das Spital Männedorf gar einen Gewinn in Höhe von 2,8 Millionen Franken.

Noch nicht bekannt ist das aktuelle Jahresergebnis des Spitals Uster, das nach einem 5,2-Millionen-Verlust im Vorjahr eine Finanzspritze durch seine zehn Aktionärsgemeinden benötigte. Nach erfolgreichen Volksabstimmungen ist inzwischen klar, dass das Spital sein Aktienkapital voraussichtlich um 33,2 Millionen Franken erhöhen kann. (lel)

Während das Spital Wetzikon im letzten Jahr im stationären Bereich einen leichten Patientenrückgang verzeichnete, hat es die Erträge aus dem ambulanten Bereich steigern können. Gleichzeitig verzeichnete es weniger Geburten, was sich ebenfalls positiv auf das Ergebnis ausgewirkt hat.

Für die Mehraufwände sei vor allem die Teuerung verantwortlich, heisst es. Zusätzliche Kosten seien zudem im Zusammenhang mit dem Neubauprojekt sowie dem Aufbau einer neuen sogenannten Stroke Unit angefallen. Für die auf Schlaganfälle spezialisierte Abteilung hatte das Spital 2023 den Leistungsauftrag des Kantons Zürich und erst kürzlich des Kantons St. Gallen erhalten.

Sparmassnahmen eingeleitet

Das Spital zeigt sich trotz dem negativen Ergebnis optimistisch. Bereits im vergangenen Jahr ergriffene Sparmassnahmen hätten eine erste Wirkung gezeigt. «Die Sach- und Personalkosten konnten im ersten Quartal 2024 bereits deutlich reduziert werden», heisst es.

Das Spital geht davon aus, mittelfristig eine Ebitda-Marge von acht bist zehn Prozent erreichen zu können. Es stützt sich dabei auch auf eine Analyse des Businessplans durch einen externen Wirtschaftsprüfer, wie das Spital schreibt.

Neben dem Millionenverlust gibt das Spital Wetzikon auch eine Erfolgsmeldung bekannt. Am Dienstag hat es die Zertifizierung für die neu aufgebaute Stroke Unit erhalten. Der Ausbau dieser Abteilung zur Behandlung von Schlaganfällen war Teil der Neuausrichtung, die das Spital im Rahmen der Spitalplanung 2023 verfolgt.

Im vergangenen Jahr habe das GZO Spital ausserdem die Inhouse-Orthopädie/Traumatologie auf- sowie das Endometriose-Angebot ausgebaut. Zudem habe das Spital verschiedene Kooperationen mit Arztpraxen in der Region sowie in der Urologie mit dem Universitätsspital Zürich gestärkt.

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