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Gesundheit

Darum gerät ein Spital nach dem anderen in Schieflage

Das GZO Spital Wetzikon könnte gezwungen sein, seinen Neubau zu verkaufen, um finanzielle Engpässe zu überwinden.

Darum gerät ein Spital nach dem anderen in Schieflage

Finanzprobleme der Spitäler im Oberland

Es sind stürmische Zeiten für die Spitäler. Nach dem Spital Uster geriet auch das GZO Spital Wetzikon in finanzielle Schieflage. Es wird nicht das letzte sein.

Die Spitäler stehen massiv unter Druck, die Gelder aus den Fallpauschalen reichen nicht aus, um die steigenden Ausgaben zu decken. Die Politik fordert mehr ambulante Behandlungen, da diese günstiger sind als stationäre. Die teilweise veralteten Bauten sind aber nicht darauf ausgerichtet, ambulante Behandlungen effizient durchzuführen. «Spitäler, die auf Betten ausgerichtet sind, eignen sich nicht für ambulante Behandlungen», sagt etwa der Gesundheitsökonom und Autor Heinz Locher. Um effizient arbeiten zu können, brauche es eine ganz andere Architektur. «Das Gebäude muss auf Fliessbandarbeit und prozessorientierte Abläufe ausgerichtet sein», sagt Locher. Das ist ein ganz anderes Produktionssystem.

Das GZO Spital Wetzikon hat zwar bereits in einen Neubau investiert, aber jetzt fehlen die Mittel, um eine Obligationenanleihe in Höhe von 170 Millionen Franken zu refinanzieren. Der Zürcher Regierungsrat hat ein Gesuch des Spitals für finanzielle Unterstützung ablehnt. Nachdem das ebenfalls in Schieflage geratene Spital Uster dank den Aktionärsgemeinden eine Aktienkapitalerhöhung von 33,2 Millionen Franken ins Trockene bringen konnte, ist das Spital Wetzikon aus Sicht der Regierung nicht systemrelevant. Schliesslich gebe es das Spital Uster, dessen Existenz gesichert sei, und weitere Spitäler in der Region, die innert 30 Minuten erreichbar seien.

In der Schweiz gebe es eine zu hohe Spitaldichte, das sei unbestritten, sagt Locher. Trotzdem müssten die Trägergemeinden jetzt rasch Geld sprechen, so der Gesundheitsökonom. «Die blutstillenden Sofortmassnahmen müssen jetzt ergriffen werden.» Was auch immer langfristig folge, ein unkontrollierter Zusammenbruch müsse unbedingt verhindert werden. «Der Betrieb muss aufrechterhalten werden, es darf keine Unterbrechung geben.»

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