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Positive Bilanz zur 37,8-Stunden-Woche – Weiterführung unsicher

Weniger Arbeit bei gleichem Lohn? Kritiker hatten schon vorab gewarnt. Nun wird das Projekt beerdigt. Gescheitert ist es dennoch nicht.

Die 37,8-Stunden-Woche brachte durchwegs positive Effekte – dennoch endet das Pilotprojekt voraussichtlich auf Dezember 2024.

Bild: Christian Merz

Positive Bilanz zur 37,8-Stunden-Woche – Weiterführung unsicher

Arbeitszeitmodell am GZO Spital

Zehn Prozent weniger Arbeit bei gleichbleibendem Lohn – im Juni 2022 führte das GZO Spital Wetzikon ein Pilotprojekt mit reduzierten Arbeitszeiten ein. Das Fazit ist gut – und gleichzeitig ernüchternd.

Um die Attraktivität des GZO Spitals Wetzikon als Arbeitgeber zu steigern und die Rahmenbedingungen für das Pflegefachpersonal zu verbessern, führte das Krankenhaus im Juni 2022 ein Pilotprojekt betreffend angepasste Arbeitszeiten ein: Bei gleichbleibendem Lohn arbeiteten rund 260 Arbeitskräfte im Pflegeberuf zehn Prozent weniger – und damit aufs Jahr gerechnet 37,8 Stunden pro Woche.

Die Arbeitsschichten blieben im Drei-Schicht-Betrieb zwar gleich – die Arbeitnehmenden hatten durch die verkürzte Arbeitszeit jedoch bis zu 24 zusätzliche Freitage im Jahr. Das Projekt wurde vom Zentrum für nachhaltige Entwicklung und Umwelt (CDE) der Universität Bern begleitet und untersucht.

Durchwegs positive Bilanz

Die Ergebnisse des CDE zeigen laut Mitteilung des GZO Spitals Wetzikon, dass eine messbare Verbesserung von Gesundheit, Wohlbefinden und Zufriedenheit festgestellt werden konnte. Zudem hätten die Betroffenen eine geringere Absicht geäussert, die Stelle oder den Beruf zu wechseln.

Das Spital habe ausserdem eine markante Reduktion in der Fluktuation sowie bei den Krankheitstagen festgestellt, zudem habe das Pilotprojekt zu weniger Einsätzen von Temporärarbeitskräften geführt, und die Teams seien stabiler.

Die Studie belege, dass die Arbeitszeitverkürzung eine geeignete Möglichkeit sei, der Belastung in Pflegeberufen entgegenzuwirken und bessere Rahmenbedingungen zu schaffen.

Laut Studienleiterin Stephanie Moser vom CDE genügen solche Arbeitszeitverkürzungen allein jedoch nicht, um die Situation im Pflegebereich zu entschärfen. Gemäss Moser braucht es flankierende Massnahmen, um den Alltag der Pflegefachpersonen wieder attraktiv zu gestalten.

Dennoch befristet bis Ende 2024

Sowohl das CDE als auch das Spital selbst ziehen eine positive Bilanz aus dem Pilotprojekt. Dennoch meldet das GZO Spital Wetzikon, das Projekt vorerst auf Ende 2024 zu befristen. Denn aufgrund der aktuellen Tarifstrukturen sei dies nur schwierig langfristig umsetzbar. Über eine mögliche Weiterführung soll im Sommer entschieden werden

Trotzdem sehe man vom Spital einen wichtigen Leistungsbeitrag zur aktuellen Debatte in puncto Pflegeinitiative. Judith Schürmeyer, Chief Operating Officer (COO) des GZO Spitals Wetzikon, lässt sich zitieren, das Spital habe als Vorreiter mit der Studie einen wichtigen Beitrag zur Wirksamkeit neuer Arbeitszeitmodelle geleistet und damit die Entscheidungsfindung der Politik für die Umsetzung der Pflegeinitiative bekräftigt.

Mehr Zeit sei im Gegensatz zu mehr Geld sowohl bei der jungen Generation als auch bei langjährigen Pflegefachpersonen am GZO Spital Wetzikon ein wichtiger Faktor für das Wohlbefinden, so Schürmeyer.

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