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Kanton richtet Anlaufstelle für letzte Patientenakten ein

Alles muss raus: Um die letzten Akten an ihre Besitzer abzugeben, hat der Kanton eine Anlaufstelle eingerichtet. Die Gemeinde spielt derweil Vermittlerin.

Versiegelt statt nur verschlossen: Sobald alle Dossiers abgeholt sind, geht die turbulente Geschichte der Haehner-Praxis in Turbenthal endgültig zu Ende.

Foto: Sibylle Meier/Noah Salvetti

Kanton richtet Anlaufstelle für letzte Patientenakten ein

Ärztezentrum Turbenthal

Mit der Versiegelung durch das Konkursamt endet die Ära Haehner im Ärztezentrum Turbenthal. Während der Kanton die Ausgabe der letzten Akten organisiert, führt die Gemeinde Gespräche mit möglichen Nachfolgern.

Seit knapp zwei Wochen prangt am Eingang des Ärztezentrums Turbenthal ein Siegel des Konkursamts. Der Zutritt sei verboten, jede Widerhandlung könne strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, steht im Aushang, der an der Tür hängt.

Der Hintergrund: Seit dem 14. Juli läuft das Konkursverfahren gegen die Firma des Hausarztes Thomas Haehner. Dieser machte in seinen zahlreichen Arztpraxen mit chaotischen Zuständen von sich reden – auch in Turbenthal.

Auch nach dem Anlaufen des Konkursverfahrens gaben die ehemaligen Angestellten der Haehner-Praxis weiter Patientenakten heraus. Dafür wurden sie vom Kanton entschädigt.

Damit ist seit der Versiegelung Schluss – aus personellen Gründen, wie das Ärztezentrum der Gemeinde Turbenthal mitgeteilt hat.

E-Mail-Adresse eingerichtet

Bis zur Schliessung haben rund 950 Patientinnen und Patienten ihre Dossiers abgeholt. Unklar war bislang, was mit den Akten geschieht, die noch im Ärztezentrum verblieben sind.

Personen, die ihre Akte noch nicht bezogen haben, ruft die Gemeinde nun dazu auf, sich mit ihrem Gesuch per E-Mail an eine eigens eingerichtete Adresse (patienten.turbenthal@aerztefon.ch) zu wenden.

Wie die Abgabe der übrigen Dossiers ablaufen wird, ist zurzeit noch nicht klar. «Das Amt für Gesundheit und die Gemeinde prüfen derzeit, welche Möglichkeiten bestehen», sagt Gemeindepräsident René Gubler (FDP).

Neben den versiegelten Akten in Papierform sind gewisse Daten nämlich auch digital auf einem Server gespeichert. Auf diesen muss sich das Amt für Gesundheit zuerst Zugriff verschaffen.

Mit möglichen Nachfolgern in Kontakt

Wie viele Dossiers noch im Ärztezentrum sind, ist nicht klar. Gubler geht auch davon aus, dass einige der verbliebenen Akten verstorbenen Patienten gehören.

Die Gesuchsteller erhalten eine Information, sobald klar ist, wie der Prozess abläuft. Allerdings hat die Gemeinde weder beim Aushändigen der Akten noch bei der Suche nach einem Nachfolger für das Ärztezentrum Entscheidungskompetenzen.

Was Letzteres angeht, betont Gubler: «Wir sind mit möglichen Interessenten in Kontakt und vermitteln zwischen ihnen, dem Kanton und dem Liegenschaftsbesitzer.» Das Gebäude gehört nach wie vor Peter Flachsmann, dem Vorgänger von Thomas Haehner. Flachsmann praktiziert seit vergangenem Herbst in der Ostschweiz.

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