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Das Spital Wetzikon will die Situation anders lösen als Uster

Auch in Wetzikon sind im Vergleich zum Vorjahr bislang weniger Patienten stationär behandelt worden. Trotzdem ist man hier zuversichtlich.

In Wetzikon sind 2023 bislang 1,5 Prozent weniger stationäre Fälle verzeichnet worden. (Archiv)

Foto: Christian Merz

Das Spital Wetzikon will die Situation anders lösen als Uster

Weniger stationäre Fälle

Das Spital Uster muss 20 bis 25 Vollzeitstellen abbauen, weil es weniger stationäre Fälle verzeichnet. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr auch in Wetzikon gesunken.

Bis zu 25 Mitarbeitende müssen entlassen werden: Diese Schlagzeile des Spitals Uster sorgte in den letzten Tagen für Diskussionen. Nachdem das Spital im Frühjahr einen Millionenverlust für das Geschäftsjahr 2022, aber steigende Patientenzahlen gemeldet hatte, rückte es erneut mit einer negativen Nachricht in den Brennpunkt.

Als Gründe für den Stellenabbau und verhängten Einstellungsstopp nannte Andreas Greulich, CEO des Spitals Uster, dass das Haus das geplante Budget nicht erreiche. Aufgrund der sinkenden Fallzahlen im stationären Bereich habe man jetzt reagieren müssen. Ist diese Entwicklung auch beim zweiten Spital in der Region, dem GZO Wetzikon spürbar?

Kurz gesagt: Ja. «Wir verzeichnen einen Rückgang von rund 1,5 Prozent bei stationären Patienten im Vergleich zum Vorjahr», heisst es auf Anfrage. Diese Entwicklung sei aber grundsätzlich gewollt. Wie von der Gesundheitsdirektion (GD) des Kantons Zürich vorgeschrieben, würden Behandlungen vermehrt ambulant und nicht stationär durchgeführt. Wie viele Patientinnen und Patienten konkret im ersten Halbjahr 2023 behandelt wurden, sagt das GZO nicht.

Wetzikon will Vorjahrszahlen erreichen

Doch anders als in Uster ist man in Wetzikon zuversichtlich, die Vorjahrszahlen zu erreichen. Allerdings beeinflussten auch die rückläufigen Geburtenzahlen, ein Systemwechsel in der Orthopädie, die Neustrukturierung des Departements «Frau und Kind» sowie der Generationenwechsel in der Chefarztstruktur kurzfristig die Fallzahlen.

Rückgängige Fallzahlen könnten zurzeit durch die Reduktion der Temporär-Fachkräfte und Sitzwachen kompensiert werden, erklärt das Spital Wetzikon. Und hält fest, dass es auf «natürliche Fluktuation und das enge Monitoring der Stellenvakanzen» setzt. Ein Stellenabbau, wie er im administrativen Bereich am Spital Uster erfolgt, ist gemäss dieser Worte vorerst ausgeschlossen.

Keine Zahlen für 2023

Wie sich die Fallzahlen im gesamten Kanton entwickeln, lässt sich nur schwer sagen. Die GD teilt mit, noch nicht über aktuelle Daten aus diesem Jahr zu verfügen. «Wir haben jedoch in verschiedenen Spitälern im Kanton Zürich einen Rückgang der stationären Fallzahlen 2022 gegenüber 2021 festgestellt», so Patrick Borer, Leiter Kommunikation der GD.

Die Gründe dafür seien vielschichtig. «Beispielsweise tragen der Fachkräftemangel und die vermehrte ambulante Nutzung von medizinischen Angeboten dazu bei.»

Das GZO sieht im Fachkräftemangel ein weiteres Problem: «Durch diesen kommt es zeitweise zu ungewollten Bettenschliessungen. Dieser Umstand führt zu geringeren Patientenzahlen in Spitälern.» Dasselbe sagt auch der Verband Zürcher Krankenhäuser (VZK).

Mehr Dynamik im Patientenwesen

Ronald Alder, stellvertretender Geschäftsleiter des VZK, stellt zudem fest: «Nach Corona ist die gesamte Patientenbehandlung viel volatiler und unplanbarer geworden.»

Diese Dynamik stelle die Spitäler vor grosse Herausforderungen. «Sie müssen einerseits Vorhalteleistungen, also nötiges Personal und Infrastruktur, bereithalten, was zu erhöhten Kosten führt. Und andererseits sollen sie sparsam wirtschaften.» Ohne Planbarkeit sei das schwierig. Der Spardruck aus Bundesbern sei enorm. Die Tarife decken die Kosten nicht. «Wenn die Spitäler sparen müssen, dann trifft dies das Personal, weil 70 Prozent der Kosten auf das Personal entfallen.»

Aber der Abbau von Stellen führe dann wieder zu längeren Wartezeiten für Patientinnen und Patienten – ein Teufelskreis, der die Qualität und Versorgungssicherheit vermindere.

Ronald Alder hält auch die wirtschaftliche Situation mit der Teuerung für einen möglichen Grund, dass sich weniger Patienten stationär im Spital behandeln liessen. «Allerdings ist da die Faktenlage noch unklar.» Santésuisse, die Branchenorganisation der Schweizer Krankenversicherer, sagt auf Anfrage allerdings, dass sich sowohl für die ganze Schweiz als auch den Kanton Zürich kein solcher Trend feststellen lasse.

Spitalaufenthalt nicht von Franchise abhängig

«Im Gegenteil, die steigenden Kosten für Behandlungen im Spital lassen darauf schliessen, dass mehr Patientinnen und Patienten in Spitälern behandelt werden, nicht weniger», sagt Irit Mandel, Sprecherin bei Santésuisse. «Allerdings variieren diese Zahlen von Spital zu Spital.» Möglich sei, dass immer mehr Patientinnen und Patienten aufgrund der höheren Fallzahlen Spitäler im Zentrum bevorzugten.

Keine Auswirkungen dürften mögliche Franchisenerhöhungen der Patienten sein. «Unsere Zahlen diesbezüglich zeigen einen Anstieg im einstelligen Prozentbereich, der nicht entscheidend ist. Abgesehen davon», so Mandel, «dürfte ein Spitalaufenthalt kaum davon abhängen, welche Franchise die versicherte Person gewählt hat.» Gerade ein Krankenhausaufenthalt sei in der Regel eine ernste gesundheitliche Angelegenheit, die kaum von der Höhe der Franchise abhängen dürfte.

Beim GZO-Spital Wetzikon sieht man derweil die Verantwortlichen in der Bundespolitik gefragt: «Die Tarifstrukturen und die Unterfinanzierung im ambulanten und stationären Bereich, die wir aktuell im Spitalwesen schweizweit haben, führen zu einer unzureichenden Finanzierung im gesamten Schweizer Gesundheitswesen.»

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