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Ihr Business entstand intuitiv und aus dem Herzen heraus

Sie litt selbst an der Ess-Brechsucht: In dieser Podcast-Folge erzählt Andrea Ammann, wie sie nun andere im Kampf gegen die Bulimie unterstützt.

Andrea Ammann führt wöchentlich mindestens vier Online-Calls mit Betroffenen durch.

Foto: Paulo Pereira, Grafik: Anja Furrer

Ihr Business entstand intuitiv und aus dem Herzen heraus

ReWi-Podcast

Andrea Ammann unterstützt mit ihrem Onlineportal Menschen mit Bulimie. Die heutige Unternehmerin litt früher selbst an der Ess-Brech-Sucht.

Andrea Ammann ist Mentorin für Menschen mit Bulimie
Andrea Ammann ist Mentorin für Menschen mit Bulimie: Sie hat dafür ein Onlineportal gegründet.

Die Geschichte einer Frau, die dank ihrer eigenen Not heute ein erfolgreiches Onlineportal betreibt und damit anderen Menschen hilft: Andrea Ammann ist Mentorin für Menschen mit Bulimie und deren Angehörige.

Die Ess-Brech-Sucht hat bei der Unternehmerin als Teenagerin angefangen. Erst nach 20 Jahren mit der Sucht ist sie davon losgekommen. Vor allem wegen ihrer Kinder, wie sie selber sagt. Aus der Not hat Andrea Ammann eine Tugend gemacht und sich als Expertin für Bulimie weitergebildet.

Während der Pandemie hat sie ihr Onlineportal weiter ausgebaut – damit ist sie nun im ganzen deutschsprachigen Raum bekannt – und hat schon mehr als 500 Frauen begleitet. Zusätzlich betreibt die 51-Jährige einen Tiktok-Kanal, mit dem sie vor allem junge Frauen anspricht.

In diesem Podcast sprechen wir darüber, wie Andrea Ammann den Sprung zur selbständigen Geschäftsfrau gewagt hat, was es braucht, um ein erfolgreiches Onlineportal zu betreiben, und welche Rolle das Marketing dabei spielt.

Andrea Ammann. Du bist Mentorin für Menschen mit Bulimie. Wie hat sich Dein Weg in die Selbständigkeit entwickelt?

Ich hatte eigentlich nie die konkrete Idee, daraus ein Geschäftsmodell zu entwickeln. Es ist einfach durch meine Tätigkeit entstanden. Ich begleitete und half Menschen, und so bin ich mitgewachsen. Irgendwann habe ich realisiert, dass ich zwar unterstützend wirke, aber auch als Unternehmerin tätig bin. Ich finde das verrückt, denn ich habe nicht mit einem Businessplan oder einer Strategie angefangen, sondern immer aus dem Herzen heraus und intuitiv gearbeitet.

Mittlerweile ist ein Onlineportal entstanden, das die Betroffenen mit gezielten Anleitungen abholt. Wie nahm das seinen Lauf?

Angefangen hat es mit einem E-Book. Das habe ich geschrieben, weil mich viele Menschen nach meinem Weg gefragt haben. Die Leute wollten meine persönliche Geschichte mit der Bulimie erfahren. Zu dieser Zeit habe ich auch viele Inspirations-Newsletter verschickt. Damit wurden immer mehr Menschen auf meine Arbeit aufmerksam. Irgendwann habe ich damit angefangen, Videos und Workbooks zu produzieren zu Fragen, die immer wieder gestellt wurden. So ist alles einfach entstanden.

Irgendwann musstest Du Dich aber auch entscheiden, ob Du die Videos auf Schweizerdeutsch aufnimmst oder auf Hochdeutsch … Deine Videos auf Tiktok sind ja auf Hochdeutsch …

Es sind auch viele Frauen aus Deutschland oder Österreich auf mich zugekommen. Mit Hochdeutsch kann ich natürlich schon mehr Betroffene erreichen, was ja gerade in der Prävention und der Aufklärung wichtig ist.

Dein Angebot richtet sich vor allem an Frauen?

Ja, obwohl es sich bei einem Drittel der Betroffenen um Männer handelt. Ich wollte den Frauen einen Kreis bieten, wo sie ihre persönlichsten Erfahrungen unter sich besprechen können – da geht es oft auch um Themen wie Machtmissbrauch oder Vergewaltigung.

Wer sich auf Deinem Portal anmeldet, wird man sehr schnell gefragt, wie viel man bereit ist, zu investieren. Die Interessierten können zwischen 200 Euro und dem Maximalbetrag von 8000 Euro wählen …

Ja, die Frauen, die sich für ein erstes Gespräch melden, sollten sich damit auseinandersetzen können, wie viel Wert sie diesem Weg beimessen. 8000 Euro für ein halbes Jahr mit Begleitung, mit der Aussicht, danach auch wirklich frei zu sein, das ist nicht viel. Einige dieser Frauen geben allein schon 3000 Euro im Monat für Essen aus, nur um das Gekaufte wieder herauszukotzen. Das kann man sich nicht vorstellen. Bei unserem Fragebogen zu Beginn geht es um ein Commitment, eine Investition in sich selbst, was auch mit einer gewissen Verantwortung einhergeht. Das ist halt etwas anders, als wenn man in eine Therapie geht. Keine Krankenkasse übernimmt diese Kosten. Eine Begleitung soll meiner Meinung nach auch im Alltag bestehen und Dynamiken aufbrechen können.

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