In St. Gallen, Zug und Graubünden ist die Maskenpflicht an den Primarschulen seit kurzem aufgehoben. Damit gilt sie nur noch in wenigen Kantonen, unter anderen im Aargau und in Zürich. Für Thomas Minder, Präsident des Verbands Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz, ist damit die Zeit gekommen, die Maskenpflicht an den Primar- und Sekundarschulen generell aufzuheben: «Es wäre schön, wenn alle Kantone nachziehen würden», sagte er der SRF-«Tagesschau».
Auf Anfrage kritisiert Minder das uneinheitliche Vorgehen innerhalb der Schweiz. Er sagt: «In anderen Bereichen, wo der Bund entscheidet, erfolgen ebenfalls Lockerungen: Restaurantbesuche sind ohne Maske möglich.» Es sei bekannt, dass Ansteckungen vor allem im privaten Rahmen passierten. «In den Schulen sind Kinder vor allem von Erwachsenen angesteckt worden und nicht umgekehrt. Somit dürfen die Massnahmen für Schülerinnen und Schüler gelockert werden.»
Masken sind «Kinderquälerei»
Die lockernden Kantone argumentieren ähnlich. Für St. Gallen ist die Massnahme «nicht mehr verhältnismässig». In einer Mitteilung schreibt der Kanton, die Maskenpflicht erübrige sich, «nachdem Lehrpersonen ab Alter 50 die Möglichkeit hatten, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen». Der Kanton Zug testet an den Schulen regelmässig und folgt der Empfehlung seines Kantonsarztes Rudolf Hauri. Graubünden begründet die Aufhebung ebenfalls mit seinem Testregime, an dem 95 Prozent der Schulen teilnehmen. «Die grosse Mehrzahl der Testergebnisse ist negativ», schreibt der Kanton.
Für die SVP ist die Maskenpflicht an den Schulen heute sowieso nur noch «Kinderquälerei». Die Massnahme sei reine Willkür und weder evidenzbasiert noch mit der epidemiologischen Lage zu rechtfertigen, sagt Nationalrat Thomas Matter.

