Er kennt den Tössstock bei Fischenthal wie seine eigene Hosentasche
Über 30 Jahre Revierförster
Über drei Jahrzehnte hegte und pflegte Viktor Erzinger als Staatsförster und Wildhüter den Wald am Tössstock bei Fischenthal. In Erinnerung geblieben ist ihm neben zwei Jahrhundertstürmen auch eine verliebte Auerhenne.
Während andere Kinder bei Gewitter und Wolkenbrüchen nach Hause in die warme Stube rannten, schlüpfte Viktor Erzinger in die Gummistiefel, zog sich die Regenjacke über und machte sich mit seinem Vater auf in den Wald. «Er war schon immer mein Vorbild», sagt Erzinger.
Er kennt das Gebiet des Tössstocks wie seine eigene Hosentasche. Schon als Bub war er viel mit seinem Vater unterwegs, der ebenfalls in diesem Gebiet Staatsförster war. «Er hatte oft Angst um die Strassen, dass die Durchlässe verstopfen und das Wasser nicht mehr ablaufen kann.» Jedes Mal, wenn sie gemeinsam einen Abfluss frei bekommen hätten, sei das ein Erfolgserlebnis gewesen, erzählt Erzinger. Förster zu werden, war deshalb schon als Kind sein Traum.
Der Traum vom Förster, der den ganzen Tag draussen ist, ist inzwischen allerdings ausgeträumt. Während früher etwa 80 Prozent der Arbeit draussen im Wald stattgefunden haben, ist es heute noch etwa ein Drittel der Zeit. «Die Büroarbeit und die Digitalisierung haben zugenommen», so Erzinger. Das sei die deutlichste Veränderung zu früher.

