In Maur entsteht ein Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen
Naturschutz
Der Kanton Zürich wertet im Gebiet Dorfacher bei der Forch in Maur eine Hangfläche auf. Langfristig soll es dort kreuchen und fleuchen.
Die Fachstelle Naturschutz des Kantons Zürich wertet derzeit die Hangwiese südöstlich des Wehrmännerdenkmals auf. Die Parzelle gehört dem Kanton und befindet sich gleich an der Grenze von Maur und Küsnacht, unterhalb der Franzosenhöhle.
Wie die Fachstelle Naturschutz in einer Medienmitteilung bekannt gibt, sollen auf der Hangfläche Lebensräume für seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten entstehen. Die Bauarbeiten haben Ende September begonnen und dauern zwischen fünf und acht Wochen, sofern das Wetter mitspielt.
Auf der oberen Ebene des Hangs erstellt der Kanton einen kleinen Weiher und weitere Kleingewässer. Dies soll der Lebensraum von gefährdeten Amphibien wie der Gelbbauchunke und dem Fadenmolch werden.
Rundherum sollen Buschgruppen aus Wildrosen und Dornensträuchern, Asthaufen sowie offene Böschungsanrisse entstehen. Gerade die Böschungsanrisse – das sind Stellen, an denen die oberste Boden- oder Vegetationsschicht fehlt – sind wichtige Niststandorte für bodenbrütende Wildbienen. Die Wildbienen sind auch für den Menschen wichtig. Sie bestäuben wesentliche Teile der Kulturpflanzen, wie Obstbäume.
Orchideen und Feuersalamander
Die Wiese am Hang soll sich langfristig in eine trockene Magerwiese verwandeln. Magerwiese heisst, dass das Land nicht gedüngt ist und somit nährstoffarm. Es sind besonders artenreiche Lebensräume aber in den letzten Jahrzehnten wegen Überbauungen und der Landwirtschaft stark zurückgegangen. Laut Kanton existieren heute weniger als fünf Prozent der Fläche, die vor 100 Jahren von trockenen Magerwiesen bedeckt war.

Wegen früherer Düngung ist die Hangfläche in Maur immer noch nährstoffreich, sodass sich keine artenreiche Vegetation entwickeln konnte. Deshalb wird nun der Oberboden an der entsprechenden Fläche abgetragen und für die Aufwertung von landwirtschaftlichen Flächen in der Region verwendet.
Zunächst begrünt der Kanton die Wiese, bevor er sie im Frühling nächsten Jahrs mit Schnitt- und Saatgut von regionalen Magerwiesen begrünt. Dabei werden gezielt seltene Pflanzenarten gesät. So soll sich in den nächsten zwei bis drei Jahren eine artenreiche Magerwiese entwickeln, auf der zum Beispiel die seltene Orchideenart Spitzorchis (Anacamptis Pyramidalis) wächst.
Am Hangfuss werden Mulden angelegt, in denen sich Regenwasser sammeln und versickern kann. Die gefassten Quellen werden geöffnet, sodass sich ein Quellflur entwickeln kann – ein in der Schweiz stark bedrohter Lebensraum. Das soll unter anderem dem Feuersalamander helfen, der für seine Fortpflanzung natürliche Quell-Lebensräume und kleine Fliessgewässer braucht.

