Nicht trotz, sondern mit Diagnosen: Sandra Kobler aus Wolfhausen will arbeiten
Neurodivergent und auf Jobsuche
Sandra Kobler ist neurodivergent und seit zweieinhalb Jahren nicht mehr berufstätig. Sie weiss inzwischen, was sie braucht, um arbeiten zu können. Doch genau diese Bedürfnisse werden bei der Jobsuche zur Hürde.
Sandra Kobler sitzt auf ihrem Sofa in der neu bezogenen Wohnung in Wolfhausen. Neben ihr die beiden Hündinnen Emma und Nelia, auf ihrem Schoss die dritte im Bunde, Maly. Auf einem Kissen liegt Katze Lilith und schnurrt, eine weitere hat es sich unter dem Esstisch gemütlich gemacht. Die Sonne scheint durch die Balkontür auf den Parkettboden, der Trinkbrunnen plätschert leise. Überall liegen Stofftiere, an der Tür hängen mehrere Leinen.
«Die Tiere, vor allem aber meine drei Hunde sind für mich der Grund, warum ich vor die Tür kann», sagt Kobler. Ohne die Vierbeiner gehe das kaum – und wenn, dann nur mit Sonnenbrille und Kopfhörern.
Der Grund: Sandra Kobler ist neurodivergent. Die Diagnosen ASS, ADHS und Panikstörung erhielt sie mit rund 40 Jahren. Ein Burn-out hatte sie damals dazu gebracht, eine Psychologin aufzusuchen.

