Die Stadt chauffiert Neu-Dübendorfer aus aller Welt herum
Neuzuzügertag in Dübendorf
Knapp 3000 Personen sind in den letzten zwölf Monaten nach Dübendorf gezogen. Die Stadt organisierte am Neuzuzügertag ein umfangreiches Programm für sie. Die Redaktion hat sich in einen Car für englischsprachige Gäste gesetzt und den Puls der Neulinge gefühlt.
Ganze acht Cars säumten am vergangenen Samstagmorgen die Leepüntstrasse hinter dem Dübendorfer Stadthaus. Fünf davon waren für deutschsprachige, zwei für englisch- und einer für französischsprachige Passagiere gedacht.
Die Organisatoren dieser Parade waren die Stadt und der Verschönerungsverein. Alle 2900 in den letzten zwölf Monaten hergezogenen Dübendorferinnen und Dübendorfer wurden an den jährlich stattfindenden Neuzuzügertag eingeladen. Auch wenn sich nur 260 angemeldet hatten, war die Eingangshalle des Stadthauses doch gestopft voll.
An diesem Treffpunkt versammelten sich viele Familien mit Kindern sowie jüngere und ältere Paare. Sie füllten den hohen Raum mit Geschnatter unterschiedlichster Sprachen, bis dieses von mehreren Ansprachen, unter anderen von Stadtpräsident André Ingold (SVP), unterbrochen wurde.
Das Ziel der Veranstaltung: «Wir wollen den neuen Dübendorfern die Stadt zeigen, damit sie sich zurechtfinden und sich wohlfühlen», sagte Theo Johner, ehemaliger Mitte-Gemeinderat und einer der Gruppenleiter. «Es geht aber auch darum, dass sich Dübendorfer Vereine und Institutionen vorstellen und neue Teilnehmer oder Besucher rekrutieren können.»
Die Cars verteilen sich
Johner sammelte nach den Ansprachen eine Gruppe fremdsprachiger Neuzuzüger um sich, um ihnen die Stadt auf Englisch zu zeigen. Zur Auswahl standen acht Posten, von denen jeder Car vier anfuhr: die Stadtbibliothek, die Holzkorporation in Gockhausen, der Quartierverein im Gfenn, das Flieger-Flab-Museum, die Kunsteisbahn und die Freizeitanlagen Im Chreis, das Kino Orion und der Innovationspark.
Letzterer war für die englischsprachige Gruppe der erste Stopp. In einem Gebäude auf dem ehemaligen Militärflugplatz stellten Marie-Christin Meier und Claudia Bürgler vom Innovationspark mit einer Powerpoint-Präsentation ihr Jahrzehnteprojekt vor.
Auf dem Weg zwischen den Posten nahm Johner immer wieder das Mikrofon im Car in die Hand und erzählte den Neulingen Fakten und Anekdoten zur Stadt. Zum Beispiel: «Wisst Ihr, wieso auf den Visualisierungen für den geplanten Innovationspark die Glattalbahn nicht zu sehen ist? Weil die Architektur ohne Tram besser aussieht.» Auf seine Erzählungen folgte dann unisono: «Thank you, Theo!» Die Gemeinschaft plauderte locker untereinander, und bald nannte man sich gegenseitig beim Vornamen.
Überall reinschnuppern
Als Nächstes hielt der Car beim Flieger-Flab-Museum. Tourguide Maria Oppecini führte die Gruppe für kurze zehn Minuten durch die Hallen, erzählte Wissenswertes zu den ausgestellten Flugzeugen und wies bei jeder Gelegenheit darauf hin, das Museum auch «richtig» zu besuchen.
Anastasia aus Russland wohnt seit Anfang Jahr in Dübendorf und nahm allein am Anlass teil. «Ich geniesse die Ruhe», sagte sie. «Im Gegensatz zur Innenstadt von Genf, wo ich vorher für zehn Jahre gelebt habe, ist es hier viel weniger hektisch.» Sie lachte, als der Car am Recyclingzentrum vorbeifuhr. «Die Dübendorfer nehmen das Recyceln viel ernster als die Westschweizer.»
Als sich der Car auf den Weg zum nächsten Posten machte, kreuzten sie einen anderen mit Neuankömmlingen – und alle winkten. Bei der Kunsteisbahn und den Freizeitanlagen Im Chreis stellte Geschäftsführer Patric Crivelli den Eishockeyclub Dübendorf vor, dessen Junioren gerade trainierten, führte an den übenden Eiskunstläuferinnen vorbei zur Minigolfanlage.
«Kann hier auch im Winter gespielt werden?», fragte ein Familienvater. «Ja natürlich!», war die Antwort. Randes, seine Frau Baiba und die zwei Kinder kommen aus Lettland und wohnen nun seit etwas mehr als einem Jahr in Dübendorf. Die Kinder gehen hier zur Schule. «Es gefällt uns hier. Wir mögen die Ruhe und die Nähe zur Stadt Zürich.»
Popcorn darf nicht fehlen
Den Abschluss der Tour bildete der Posten beim Kino Orion. Pia Morf und Gina Sessa vom Vereinsvorstand stellten ihre Eventangebote vor, nicht, ohne dabei Werbung mit Trailern von bevorstehenden Filmen zu machen.
Ankit aus Indien bediente sich am Popcorn, das anschliessend verteilt wurde. Er und seine Tochter, die in der Stadt zur Schule geht, wohnen seit einem halben Jahr in Dübendorf. «Ich bin beeindruckt, wie gut der Neuzuzügeranlass organisiert wurde.»

Pünktlich zum Mittagessen brachte Theo Johner seine Gruppe in die Obere Mühle, wo eine Karateschule, die Katholische und die Reformierte Kirche oder der Turnverein an Ständen Mitglieder oder Kunden gewinnen wollten. Zu essen gab es gratis und auf typisch schweizerische Art zubereitetes Ghackets mit Hörnli.
