Gesellschaft

Verbesserungen sollen her

Quartierprotest zeigt Wirkung bei McDonald’s

Tanja Leander-Bleiker hat zwar mit ihrem Widerstand die McDonald’s-Filiale in Stettbach nicht verhindern können. Doch sie konnte dem Fast-Food-Riesen zumindest einige Zugeständnisse abringen.

Quartierprotest zeigt Wirkung bei McDonald’s

Tanja Leander-Bleiker hat zwar mit ihrem Widerstand die McDonald’s-Filiale in Stettbach nicht verhindern können. Doch sie konnte dem Fast-Food-Riesen zumindest einige Zugeständnisse abringen.

Die Petition gegen die geplante McDonald’s-Filiale beim Bahnhof Stettbach war für Tanja Leander-Bleiker ein Selbstläufer. Als sie diese auf einer Onlineplattform lancierte, bekam sie viel Zuspruch. Über 2000 Unterschriften waren es am Ende, die beinahe ausschliesslich von Leuten aus Dübendorf und Schwamendingen stammen. Die Unterschriften hat sie im März Stadtpräsident André Ingold (SVP) überreicht.

Nun liegt die Antwort des Stadtrats vor. Darin listet er auf, welche Nachbesserungen die Stadt hinsichtlich des Baugesuchs von McDonald’s fordert. Dieser soll zusätzliche Bäume pflanzen. Die Aussenmöblierung ist speziell für den Standort Stettbach hochwertiger umzusetzen als bei Standardfilialen. Tische, Stühle und Lounges sollen sich «farblich besser in den Stadtraum einfügen», und der Spielplatz ist mit Grün- und Brauntönen statt auffälligen Buntfarben zu versehen.

Mit der Baubewilligung wird der Fast-Food-Riese zudem verpflichtet, die liegen gelassenen Abfälle in der näheren Umgebung, insbesondere bei der ÖV-Plattform, in Stettbach Mitte, bei The Hall und im Landwirtschaftsgebiet, einzusammeln und nach Arten getrennt zu entsorgen.

Entsteht nun mit all den städtischen Auflagen in Stettbach eine schweizweit aussergewöhnliche McDonald’s-Filiale? Nicht ganz, heisst es von der Medienstelle. Elemente dieses Konzepts seien bereits bei einzelnen Restaurants in der Schweiz eingesetzt worden.

«Wir können unsere bewährten Designkonzepte auch in Stettbach sehr gut umsetzen», schreibt das Unternehmen. Gleichzeitig werde McDonald’s die «Besonderheiten des Standorts» sowie die Vorgaben der Behörden umsetzen.

Unzufrieden mit den Öffnungszeiten

Ein grosses Fragezeichen gibt es zu den Betriebszeiten. McDonald’s will am Freitag und Samstag von 8 bis 3 Uhr und während der restlichen Tage von 8 Uhr bis Mitternacht geöffnet haben. Die Stadt schreibt aber in der Petitionsantwort, dass für Gastwirtschaften eine generelle Schliessungszeit von Mitternacht bis 5 Uhr morgens gelte. Dauernde Ausnahmen von der Schliessungszeit müssten beantragt werden. Ein Gesuch von McDonald’s für die vorgesehenen Öffnungszeiten werde vor der Betriebsaufnahme durch die Abteilung Sicherheit der Stadt Dübendorf geprüft.

Blick auf ein Gartenrestaurant vor einem dunkel-hell gestreiften Bürogebäude.
Das Restaurant Waldkantine eröffnete im Frühling 2021.

Für Petentin Tanja Leander-Bleiker ist das alles in allem «weniger als erhofft, aber mehr als erwartet». Die Begrünung, das Farbkonzept oder die Möblierung seien «ein Schritt in die richtige Richtung», sagt Leander-Bleiker und schiebt nach: «Zumindest auf dem Papier klingt das gut.» Sie hoffe, dass die Stadt die rechtlichen Möglichkeiten so weit wie möglich zugunsten der Anwohner ausreize.

Insbesondere bei den Öffnungszeiten wünscht sich Leander-Bleiker eine Abkehr vom geplanten Betriebskonzept des Fast-Food-Lokals in Stettbach. Die anderen Lokale inklusive des Konzertveranstalters The Hall hätten auch nicht so lang geöffnet, sagt sie.

Auch glaube sie nicht, dass Ausgangsheimkehrer vom neuen McDonald’s profitieren würden. «Leute, die von Zürich oder Winterthur kommen, haben sich schon dort mit Fast Food eingedeckt.» Mit den späten Öffnungszeiten in Stettbach werde ein Angebot geschaffen, bevor ein Bedürfnis da sei.

Waldkantine definitiv weg

Mehr Freude als an der amerikanischen Fast-Food-Kette hatte Leander-Bleiker an der Waldkantine, die ebenfalls an der Zürichstrasse 137 für ein Gastroangebot sorgte. Nun ist jedoch klar, dass es kein Doppelspiel von Waldkantine und McDonald’s im selben Gebäude geben wird. Die 2021 eröffnete Waldkantine hat den Betrieb Anfang Juli eingestellt.

Noch unklar ist, ob Rekurse gegen das Baugesuch eingereicht wurden. Die Frist für die Einreichung ist zwar laut der Stadt Dübendorf letzten Samstag, 15. August, abgelaufen, ohne dass ein Schreiben eingegangen wäre. Weil manche Zuschriften die Stadtverwaltung erst mit Verzögerung erreichten, bestehe jedoch erst gegen Ende dieser Woche Gewissheit.

Leander-Bleiker ist nicht gegen das Baugesuch vorgegangen. Als nicht direkt angrenzende Anwohnerin ist sie nicht rekursberechtigt, wie sie selbst sagt.  

Fehler gefunden?

Jetzt melden.