Gesellschaft

Neue Kanti Dübendorf

Grüne Fassade, hölzerne Turnhalle und «WC für alle»

Nach 13 Jahren Pause werden in Dübendorf wieder Kantonsschüler unterrichtet. Nun fand auf dem Empa-Areal die Einweihung des 47-Millionen-Franken teuren Schulhauses satt, das allerdings nur gut ein Jahrzehnt bleibt.

Grüne Fassade, hölzerne Turnhalle und «WC für alle»

Nach 13 Jahren Pause werden in Dübendorf wieder Kantonsschüler unterrichtet. Nun fand auf dem Empa-Areal die Einweihung des 47 Millionen Franken teuren Schulhauses statt, das allerdings nur gut ein Jahrzehnt bleibt.

Am Mittwochmorgen wurde auf dem Areal der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in Dübendorf das Kantonsschulprovisorium eingeweiht. Dort werden Jugendliche unterrichtet, die das Langgymnasium, das Kurzgymnasium oder die Handelsmittelschule besuchen. Der Modulbau bietet Platz für 650 Schüler. Ausgelastet ist die Kanti allerdings noch nicht. Erst 220 von ihnen sind seit Montag im Unterricht.

Beim Rundgang konnten sich die geladenen Gäste einen Eindruck von der neuen Schulanlage machen, die seit April 2025 aus 246 Modulteilen aus einheimischem Holz zusammengebaut wurde und rund 47 Millionen Franken kostete.

Die zwei langen Schultrakte mit auffallend grüner Fassade sind durch eine grosse Aussenwendeltreppe aus Metall verbunden. Daneben liegen eine Sporthalle mit zwei Einfachturnhallen, ein Allwetterplatz, Parkplätze und Veloabstellanlagen.

Der Aussenbereich zwischen Turnhallen und Klassenräumen kommt schlicht daher. Mit den Abfalleimern aus Metall, den zahlreichen Picknicktischen, den beiden Tischtennistischen und dem Trinkbrunnen wirkt der Pausenhof ein wenig wie eine Autobahnraststätte.

In der Sporthalle sind die Wände mit Holz verkleidet. Nebst den zwei Turnhallen ist etwa ein Fitnessraum und in einer Ecke eine kleine Kletterwand mit Sturzmatten eingebaut. Es gibt hier – wie auch auf der ganzen Schulanlage – geschlechtergetrennte Toiletten («F WC», «M WC») und «WC für alle».

Neben den klassischen Schulzimmern gibt es einen Mehrzweckraum, eine Mediothek und – ganz wichtig für so viele Schüler – eine Mensa. Die Korridore sind mit Akustikdeckenplatten ausgestattet, was den Lärm der Schüler dämpft. Mit Wärmepumpen werden die Räume gekühlt und geheizt.  

Diese Modul- und Elementbauten sollen 30 Jahre halten, allerdings ist der Platz auf dem Empa-Areal nur bis 2039 freigegeben – so lange läuft der Vertrag. Nach der Nutzung an diesem Standort soll der Bau demontiert und an einem anderen, noch nicht bekannten Ort wieder zum Einsatz kommen.

An der offiziellen Einweihungsfeier sprachen Bildungsdirektorin Silvia Steiner (Die Mitte) und Baudirektor Martin Neukom (Grüne) sowie Verantwortliche der Schule und des Baus. Im Publikum sassen mit Stadtpräsident André Ingold (SVP) und Primarschulpräsidentin Susanne Hänni (GLP) auch zwei politische Vertreter von Dübendorf.

Dübendorf ohne Kanti – und jetzt mit zwei

Auf dem Innovationspark eröffnet der Kanton im Sommer 2027 das zweite Dübendorfer Kantonsschulprovisorium, ebenfalls für 650 Schüler.

Eigentlich hatte der Zürcher Regierungsrat einen definitiven Neubau der Kanti Glattal in Dübendorf geplant. Doch mittlerweile wurde das Vorhaben aus finanziellen Grün­den zurückgestellt.

Nach der Schliessung der Kanti Glattal im Jahr 2012 im Schulhaus Stägenbuck stand in der Stadt lange Zeit keine Kantonsschule mehr. Die letzten Kantonsschüler zogen nach langem Hin und Her im Februar 2013 definitiv ins Provisorium nach Uster. (dam)

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