Gesellschaft

1. August in Dübendorf

Was die Schweiz ausmacht – und welche Herausforderungen bleiben

An der 1.-August-Feier in Dübendorf sprach die Paracyclerin Flurina Rigling über ihren eigenen Weg und darüber, was die Schweiz davon lernen kann. Gleichzeitig wussten die Besuchenden so einiges zu erzählen, was sie an ihrem Land schätzen.

Was die Schweiz ausmacht – und welche Herausforderungen bleiben

1. August in Dübendorf

An der 1.-August-Feier in Dübendorf sprach die Paracyclerin Flurina Rigling über ihren eigenen Weg und darüber, was die Schweiz davon lernen kann. Gleichzeitig wussten die Besuchenden so einiges zu erzählen, was sie an ihrem Land schätzen.

Und täglich grüsst das Murmeltier – oder vielmehr jedes Jahr der Nationalfeiertag. Auch in Dübendorf wurde der 1. August bei der Oberen Mühle mit Festwirtschaft, festlicher Dekoration, Musik und Ansprachen ordentlich gefeiert. 

Als Festrednerin war Flurina Rigling zu Gast. Die Schweizer Paracyclerin aus Hedingen kennt Dübendorf vor allem von ihren Fahrradtouren. Die Rennradfahrerin gehört mit zahlreichen Erfolgen – darunter sind Weltmeistertitel und olympische Medaillen – zu den erfolgreichsten Athletinnen im Schweizer Parasport.

Da sie seit ihrer Geburt an beiden Händen und Füssen beeinträchtigt ist, weiss sie, wovon sie spricht, als sie ihre Festrede den Themen Hartnäckigkeit, Kreativität und Resilienz widmete.

In einem Festzelt mit stehenden Menschen.
Was wohl an keinem Geburtstagsfest für die Schweiz fehlen darf, ist die Nationalhymne.

«Bereits als Kind musste ich mir Dinge, die Gleichaltrige viel schneller konnten, mühsam erarbeiten: ein Streichholz anzünden oder den Reissverschluss einer Jacke schliessen», erklärte sie. Doch statt den Blick auf ihre Defizite zu richten, habe sie gelernt, sich auf ihre Stärken zu konzentrieren.

Ähnlich verlief es auch im Sport. «Fahrrad zu fahren, stellte sich anfangs als schwierig heraus. Wie sollte ich mit meinen Händen den Lenker halten, schalten oder bremsen?» Nach zahlreichen Tüfteleien, einem motivierten Velomechaniker und viel Kreativität fand Rigling aber auch hier einen Weg.

Heute fährt die Athletin ein Hightech-Fahrrad, das speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten wurde. «Bei solchen modernen Lösungen spielt auch Dübendorf eine wichtige Rolle», sagte die Paracyclerin. «Die Stadt ist ein Ort des Erfindungsgeists – man sehe sich nur einmal den Innovationspark an.»

Was sich die Schweiz von Rigling abschauen kann

Doch Rigling sieht die Wichtigkeit von neuen Ansätzen nicht nur im Sport. «Auch gesellschaftliche Probleme brauchen Kreativität und innovative Lösungen. Die Welt verändert sich schnell – die Schweiz ist nicht mehr dieselbe wie zur Zeit des Rütlischwurs.»

Die Rednerin meinte, dass es für die Lösung von gesellschaftlichen Herausforderungen – wie im Sport – Teamarbeit brauche. Die Schweiz wisse jedoch, was Vielfalt bedeute und wie damit zu leben sei, seien es die vier Sprachregionen, die 26 Kantone oder die vielen unterschiedlichen Parteien in den Parlamenten.

Dabei merkte Rigling an: «Für diese Vielfalt braucht es aber auch Inklusion. Die Schweiz zeigt heute, wie dies gelebt werden kann. Darauf können wir stolz sein.» Doch es gibt noch viele weitere Gründe, weshalb die Schweiz so geschätzt wird. Den Dübendorferinnen und Dübendorfern kommen viele Dinge in den Sinn, die sie an ihrem Land besonders mögen.

Wie die Besucherinnen und Besucher den 1. August erlebten

Barbara Sturzenegger und Christof Boesch sind sich einig: Die Schweizer Demokratie sei etwas, für das man dankbar sein könne. In keinem anderen Land sei das Mitspracherecht der Bevölkerung so gross.

Sturzenegger ergänzte: «Gerade zuvor war ich an einer Bundesfeier in Zürich. Es ist beeindruckend, wie frei sich die Politikerinnen und Politiker bewegen können und keine Angst um ihre Sicherheit haben müssen.»

Zwei Menschen, die an einem Festbank sitzen
Fuer Christof Boesch und Barbara Sturzenegger ist klar, dass die direkte Demokratie in der Schweiz besonders schaetzenswert ist.

Interessante Dinge wurden auch an anderen Festtischen genannt. Karoline Diefke, die aus Deutschland stammt und inzwischen eingebürgerte Schweizerin ist, schätzt vieles an der Schweiz: «Dass einfach immer alles so gut organisiert, sauber und pünktlich ist.»

Ihre Freundinnen und Freunde am Tisch merken an: «Das ist doch interessant: Für Menschen aus dem Ausland ist das etwas Besonderes. Wir sind so daran gewöhnt, dass es für uns gar nichts Spezielles mehr ist.»

Vier Menschen, die an einem Festbank sitzen
Am Tisch von Manuela Forster, Nathalie Hutiger, Karoline Diefke und Marcel Krähenbuehl (von links) entfacht ein eifriges Gespräch darüber, was sie an unserem Land besonders schätzen.

Zwischen den zahlreichen älteren Besucherinnen und Besuchern fanden sich auch einige jüngere Gesichter. Ein Dübendorfer, der mit seinen Eltern an der Feier war, wusste sofort, was ihm an der Schweiz besonders gefällt: «Immer, wenn wir in die Berge gehen, ist es einfach schön. Die Natur gefällt mir besonders.»

Ein Junge mit einer Rivella Flasche in der Hand
Nicht nur das Schweizer Kultgetränk hat es ihm angetan: Diesem jungen Dübendorfer gefällt die Natur besonders.

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