Gesellschaft

Hotspots der Biodiversität

Der Kanton wertet drei ehemalige Feuchtgebiete im Oberland auf

Ab Mitte Juli wird in Moorgebieten von Bubikon, Grüningen und Hombrechtikon gebaut. Ziel ist es, seltenen Tier- und Pflanzenarten mehr Lebensraum zu schaffen und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Der Kanton wertet drei ehemalige Feuchtgebiete im Oberland auf

Hotspots der Biodiversität

Ab Mitte Juli wird in Moorgebieten von Bubikon, Grüningen und Hombrechtikon gebaut. Ziel ist es, seltenen Tier- und Pflanzenarten mehr Lebensraum zu schaffen und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Die kantonale Fachstelle Naturschutz will in Bubikon, Grüningen und Hombrechtikon drei ehemalige Feuchtgebiete aufwerten. Mit verschiedenen Massnahmen sollen der Kämmoosweiher, das Itziker Riet und der Seeweidsee schrittweise wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt werden. Die Bauarbeiten starten am 13. beziehungsweise 20. Juli und dauern zwischen zwei und drei Monate.

Moore zählen zu den artenreichsten und wertvollsten Lebensräumen der Schweiz. Als Hotspots der Biodiversität bieten sie zahlreichen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Gleichzeitig erfüllen sie wichtige Funktionen für Mensch und Umwelt. Sie reinigen Wasser, wirken kühlend auf ihre Umgebung und speichern grosse Mengen CO₂.

Ihre Wiederherstellung sei deshalb auch eine Investition in den Klimaschutz und die Lebensqualität, schreibt der Kanton in seiner Medienmitteilung. Viele Feuchtgebiete wurden in der Vergangenheit trockengelegt. Heute sind im Kanton Zürich weniger als zehn Prozent der ursprünglichen Moorflächen erhalten.

Mosaik aus Wiesenarten beim Kämmoos bei Bubikon

Der Bubiker Kämmoosweiher liegt in einer Senke, die am Ende der letzten Eiszeit durch das Abschmelzen von Toteis entstanden ist. Im Zentrum des Gebiets befindet sich ein Flachmoor von nationaler Bedeutung. Die umliegenden Flächen wurden früher entwässert, aufgefüllt und intensiv landwirtschaftlich genutzt. Trotz einer seit Jahren extensiven Bewirtschaftung sind die Böden nach wie vor nährstoffreich und wegen bestehender Drainagen zu trocken.

Um die Böden abzumagern, soll rund um den Weiher auf mehreren Teilflächen Oberboden abgetragen werden. Bestehende Drainagen werden verschlossen, sodass der Boden möglichst dauerhaft feucht bleibt. Zudem sind mehrere kleine Gewässer und Tümpel geplant. Anschliessend werden die Flächen mit Schnittgut und Samen von artenreichen Feucht- und Magerwiesen aus der Region begrünt. Ziel ist laut Kanton ein Mosaik aus feuchten Riedwiesen, wechselfeuchten Pfeifengraswiesen, trockeneren Magerwiesen sowie neuen Kleingewässern.

Die Bauarbeiten starten am 13. Juli und dauern rund drei Monate.

Wiedervernässung der Moorfläche im Itziker Riet

Das Itziker Riet bei Grüningen gehört zur Moorlandschaft Lützelsee. Die ursprünglichen Ried- und Feuchtwiesen wurden einst ebenfalls entwässert und über längere Zeit auch intensiv landwirtschaftlich genutzt. Dadurch sackten die einst mächtigen Torfschichten ab. Die Flächen sind heute nährstoffreich und artenarm. Unter der zersetzten Oberschicht liegt jedoch noch viel Torf, der sich laut Kanton für eine Wiedervernässung eignet.

Um das Flachmoor wiederherzustellen und die wertvolle Moorvegetation auszudehnen, werden auf angrenzenden Flächen der nährstoffreiche Oberboden sowie stark zersetzter Torf abgetragen. Auch wird das bestehende Drainagesystem verschlossen. Zusätzlich entstehen flache Kleingewässer und sogenannte Torfstiche. Langfristig soll sich wieder ein zusammenhängendes Flachmoor entwickeln.

Die Baustellenerschliessung beginnt am 20. Juli. Die eigentlichen Bauarbeiten starten am 10. August und dauern rund drei Monate.

Neue Kleingewässer beim Hombrechtiker Seeweidsee

Der Seeweidsee in Hombrechtikon ist ein bedeutender Moorkomplex und ebenfalls Teil der Moorlandschaft Lützelsee. Das Gebiet entstand aus einem früheren Torfstich, also dem oberirdischen Abbau von Torf. Wie beim Kämmoosweiher sind die Böden trotz extensiver Nutzung noch immer zu nährstoffreich.

Deshalb wird östlich des Sees auf Teilflächen der Oberboden abgetragen. Zudem entstehen flache Mulden für neue Kleingewässer. Je nach Wasserstand sollen so verschiedene Lebensräume entstehen – von feuchten über wechselfeuchte bis hin zu trockeneren Bereichen.

Die Bauarbeiten beginnen am 13. Juli und dauern rund zwei Monate.

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