Gesellschaft

Gelati-Verkäuferin in Dübendorf

Ihre Intuition hilft ihr bei der Glaceherstellung

Sandra Radovanovic liebt Astrologie und Glaces: Die Gelati-Verkäuferin in Dübendorf hat sich ihren Kindheitstraum mit ihrem Foodtruck erfüllt. Jetzt ist sie Expertin in der Glaceherstellung und verrät, welche Sorte die Leute nicht mehr bestellen sollten.

Ihre Intuition hilft ihr bei der Glaceherstellung

Gelati-Verkäuferin in Dübendorf

Sandra Radovanovic liebt Astrologie und Glace: Die Gelati-Verkäuferin in Dübendorf hat sich ihren Kindheitstraum mit ihrem Foodtruck erfüllt. Jetzt ist sie Expertin in der Glaceherstellung und verrät, welche Sorte die Leute nicht mehr bestellen sollten.

Wenn sich die Leute am Glattquai in Dübendorf versammeln, flanieren, schwatzen und mit einer Glace in der Hand die Sonne geniessen, ist Eisverkäuferin Sandra Radovanovic am glücklichsten. «Das ist ein schönes Bild: Alle kommen für meine Glacen zusammen.»

Sie schätzt den sozialen Teil ihres Berufs, wenn sie mit ihren Kunden schwatzen oder ihre Stammgäste begrüssen kann. 2021 hat sie sich den lebenslangen Traum eines eigenen Glacestands erfüllt. «Ich habe schon in der Primarschule gesagt, dass ich einmal Eismacherin werden will», verrät sie. Seit fünf Jahren steht die ehemalige Dübendorferin nun von April bis September mit ihrem umgebauten Piaggio Ape, einem dreirädrigen Verkaufswagen, neben der Bahnhofstrasse-Brücke an der Glatt und verkauft daraus ihre Glacen.

Der Foodtruck am Glattquai.
Wenn die Sonne am Himmel scheint, ist sie da, von Frühling bis Sommerende.

Die wichtigste Zutat ist Zeit

Über 80 Geschmacksrichtungen hat sie im Sortiment, welche sie in wechselndem Angebot in Dübendorf verkauft. Alle Sorten sind selbst hergestellt. In einer kleinen gemieteten Küche in Rümlang mischt sie bis zu drei Sorten am Tag an. Bis sie fertig seien, dauere es aber mindestens drei Tage, erklärt Radovanovic. «Für eine gute Glace muss man sich Zeit nehmen.» Und das mache sie gerne. «Wenn ich in meiner Küche stehe, vergesse ich alles um mich herum.»

Die Kuhmilch holt die ehemalige Gastronomin von einem Biobauernhof, pasteurisiert und versetzt sie dann beispielsweise mit Früchten, Nüssen oder Gewürzen. Auch vegane Sorbets gehören zur Auswahl. Die Inhaltsstoffe, Saucen und Toppings wie flüssiges Karamell oder gerösteten Kakao macht sie selbst. «Die Details und die hohe Qualität der Zutaten sind mir wichtig», sagt sie.

Die Ideen für die Geschmacksrichtungen seien Intuition. «Die Ideen kommen auf mich zu», sagt Radovanovic, die sich selbst als Astrologie-Fanatikerin bezeichnet. Deshalb vertreibt sie auf ihrer Website Sternzeichen-Eis. Dank ihrem Gespür für die Sterne entstanden so aussergewöhnliche Kombinationen wie Schokolade-Espresso-Pfeffer für Skorpione, Vanille-Granatapfel für Steinböcke oder Kamille-Honig für Waagen.

Sie hat aber auch ganz gewöhnliche Geschmacksrichtungen wie Zitrone oder Haselnuss im Sortiment, die sie an ihren Ständen verkauft. Am beliebtesten bei den Kunden seien Pistazie und Stracciatella. «Leider», findet Radovanovic. «Die Leute sollten auch mal etwas Neues probieren», sagt sie und schmunzelt.

Die Tage im Sommer sind lang

Seit der Gründung ist die Nachfrage für ihre Produkte stetig gestiegen. Mittlerweile verkauft sie Becher ihrer Glacen an verschiedenen Verkaufsständen im Raum Zürich und hat für den Foodtruck in Dübendorf eine Verkaufshilfe angestellt.

Trotzdem ist ihr Alltag herausfordernd. Um 5 Uhr steht sie auf, bereitet ihr Produkt vor, verkauft es tagsüber und steht danach nochmals bis 21 Uhr in der Küche. Das macht sie sechs Tage die Woche. «Es sind lange Tage», sagt Radovanovic. «Ich brauche ein gutes Durchhaltevermögen.» Wenn es regnet und sie keine Glacen verkaufen kann, freut sie sich über die Verschnaufpause.

Sandra Radovanovic im Porträt.
Radovanovic hat sich mit ihrem Foodtruck einen lebenslangen Traum erfüllt.

In der Nebensaison geht sie es dafür gemütlicher an. Sie besucht ihren Partner, der in Australien lebt, oder nimmt an Weiterbildungen teil. Bis dahin liegt aber noch viel Arbeit vor ihr. Doch: «Wer weiss, vielleicht ist für mich die Saison dieses Jahr schon früher zu Ende», sagt sie und streicht über ihren Babybauch. Sollte das der Fall sein, wird eine Mitarbeiterin den Stand bis Ende September weiterführen.

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