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Drei Lesetipps aus der Bibliothek Bauma

Vom norwegischen Krimi über einen eindringlichen Roman mit Schauplatz Gaza bis hin zu einem abenteuerlichen Kinderkrimi: Drei Bücher, die unterschiedliche Themen aufgreifen und verschiedene Leserschaften ansprechen.

Drei Lesetipps aus der Bibliothek Bauma

Vom norwegischen Krimi über einen eindringlichen Roman mit Schauplatz Gaza bis hin zu einem abenteuerlichen Kinderkrimi: drei Bücher, die unterschiedliche Themen aufgreifen und verschiedene Leserschaften ansprechen.

Norwegen-Krimi über einen Doppelmord und ein mögliches Verbrechen aus der Vergangenheit

«Der Junge, der Rache schwor» von Trude Teige

Buchcover «Der Junge, der Rache schwor».

Die Autorin lernte ich durch ihre historischen Romane kennen, später entdeckte ich auch ihre Krimis. Besonders in ihren Spannungsromanen greift Trude Teige gesellschaftliche Themen auf, die sie persönlich beschäftigen, und regt ihre Leserschaft zum Nachdenken an.

Mit dem Buch «Der Junge, der Rache schwor» startet die Kajsa-Coren-Reihe – ein stimmungsvoller Norwegen-Krimi mit düsterem Unterton. Journalistin Kajsa Coren recherchiert zu Missbrauchsfällen in Kinderheimen, als ein brutaler Doppelmord ihre Nachbarschaft erschüttert. Schnell wird klar, dass beide Fälle zusammenhängen. Teige verbindet klassische Krimispannung gekonnt mit gesellschaftskritischen Themen. Eindringlich schildert sie die Folgen von Gewalt, Vernachlässigung und verdrängter Vergangenheit. Besonders die Perspektivenwechsel, darunter Einblicke in die Gedankenwelt des Täters, erzeugen eine beklemmende Atmosphäre.

Kajsa Coren überzeugt als intelligente und zugleich verletzliche Protagonistin. Ihre journalistische Arbeit verleiht dem Roman zusätzliche Glaubwürdigkeit.

Ein gelungener Auftakt der Reihe: düster, vielschichtig und emotional – besonders empfehlenswert für Fans anspruchsvoller skandinavischer Crime-noir-Romane.

Tipp von Pia Kuratle


Literarischer Roman über einen Buchhändler in Gaza, der trotz Krieg und Verlust in der Literatur Halt und Hoffnung findet

«Der Buchhändler von Gaza» von Rachid Benzine

Buchcover «Der Buchhändler von Gaza»

Julien, ein französischer Fotojournalist, soll in Gaza-Stadt Fotos machen. Bei seiner Suche nach geeigneten Bildern durchstreift er die verschiedenen Viertel von Gaza. Auf der Schwelle einer Buchhandlung sieht er einen älteren Mann beim Lesen. Die Anmut, mit welcher der Buchhändler die Seiten umblättert, zieht den Fotografen in den Bann, und er fragt, ob er ein Foto machen dürfe.

Nabil Al Jaber möchte ihm jedoch zuvor seine Geschichte erzählen. Es folgt die Geschichte des palästinensischen Volks, das bei der Nakba 1948 brutal von seinem Land vertrieben wurde und fliehen musste. Er erzählt vom Leben in den Flüchtlingslagern, von erneuten Vertreibungen, Hoffnungen und Ängsten und vom Überleben unter schwierigen Bedingungen. Er erzählt von seiner Familie und seinen Freunden, von Ungerechtigkeiten und davon, wie sehr ihm die Literatur durch all diese schweren Zeiten geholfen hat, obwohl ihm das Schicksal alles genommen hat, was er je liebte.

Die Geschichte berührt zutiefst, und in einer bildhaft schönen und poetischen Sprache zeigt der Roman die Menschlichkeit, Liebe und Würde der Palästinenser und Palästinenserinnen, die die Hoffnung auf eine Rückkehr in ihr Land nie aufgegeben haben.

Tipp von Barbara Schär


Kinderkrimi über ein gefürchtetes Institut, das sich als geheime Ausbildungsstätte für junge Ermittlerinnen erweist

«Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen» von Judith Rossell

Buchcover von «Midwatch – Schule der unerwünschten Mädchen».

Maggie Fishbone ist ein Waisenmädchen. Nach einem unverzeihlichen Vorfall wird sie von den Nonnen in eine Besserungsanstalt in der Grossstadt geschickt. Das berüchtigte Midwatch-Institut gilt als Schule für «Waisen, Ausreisserinnen und unerwünschte Mädchen».

Auch Nell und Sofie sind neu an der Schule, und gemeinsam merken sie schnell, dass sich hinter der Fassade dieser Schule etwas ganz anderes verbirgt. Hier werden die Mädchen in allerlei nützlichen Dingen ausgebildet. Das Internat ist nämlich eine geheime Ausbildungsstätte für Nachwuchsermittlerinnen. Schon bald geraten Maggie und ihre Freundinnen in ein gefährliches Abenteuer und ermitteln in ihrem ersten Fall.
Dieser Kinderkrimi überzeugt nicht nur durch die spannende Geschichte, sondern ist auch visuell sehr ansprechend. Die Geschichte wird durch zahlreiche Bilder – von der Autorin selbst illustriert – wunderbar untermalt. Ebenfalls sind zwischen den Kapiteln immer wieder nützliche Tipps für angehende Detektivinnen zu finden. Beispielsweise dazu, wie man Nachrichten im Morsecode versendet, sich am besten tarnt oder wie man spontan kluge Entscheidungen trifft. Wem das Buch mit seinen 318 Seiten zu dick ist – es ist auch als Hörbuch erhältlich.

Tipp von Salome Fischer

Die Bibliothek Bauma im Überblick

Öffnungszeiten: Dienstag, 16 bis 19 Uhr, Mittwoch, 16 bis 18 Uhr (18 bis 19 Uhr unbedient), Donnerstag, 17 bis 19 Uhr (19 bis 20 Uhr unbedient), Freitag, 9 bis 11 Uhr und 17 bis 19 Uhr, Samstag, 9.30 bis 11.30 Uhr.
Adresse: Bäretswilerstrasse 2, 8494 Bauma. Kontakt: Telefon 052 386 32 90, E-Mail bibliothek-bauma@greenmail.ch, Web bauma.biblioweb.ch.


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