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Kurz vor dem Fest

Absagen am Stadtfest Wetzikon – das steckt dahinter

Unbekannte Gruppierungen, zwei kurzfristige Absagen und polizeiliche Ermittlungen – was ist da los beim Stadtfest Wetzikon?

Das Stadtfest Wetzikon war 2024 gut besucht. Genau deshalb habe die Sicherheit der Besuchenden höchste Priorität, schreibt das Organisationskomitee.

Foto: Christian Merz

Absagen am Stadtfest Wetzikon – das steckt dahinter

Kurz vor dem Fest

Unbekannte Gruppierungen, zwei kurzfristige Absagen und polizeiliche Ermittlungen – was ist da los beim Stadtfest Wetzikon?

Eigentlich wäre alles perfekt gewesen. Das Line-up stand, die Vorfreude stieg, die Organisatoren waren zufrieden. Und dann kam es zu kurzfristigen Änderungen.

Am Freitag, 29. Mai, wurde in den sozialen Kanälen des Stadtfests Wetzikon bekannt, dass die beiden Auftritte der Zürcher Rapper Shmoney112 und BendoCD auf der Parkbühne «aus Sicherheitsgründen» abgesagt werden mussten. Das restliche Line-up, wie zum Beispiel der Auftritt des Wetzikers EAZ, blieb unverändert. Mehr zum Vorfall kommunizierten die Verantwortlichen damals nicht.

Polizeiliche Erkenntnisse zu gefährlichen Gruppierungen

Das Organisationskomitee des Stadtfests schafft nun Klarheit: «Aufgrund polizeilicher Erkenntnisse musste davon ausgegangen werden, dass am geplanten Auftritt Personen aus unterschiedlichen Gruppierungen anwesend sein werden. Weitere Personen aus diesem Umfeld hätten das Stadtfest gezielt aufsuchen können.»

Deshalb habe man die Sicherheitslage neu beurteilt und die Auftritte von Shmoney112 und BendoCD abgesagt. «Das Zusammentreffen der Gruppierungen hätte den friedlichen Ablauf des Stadtfests tangieren können», begründet das OK den Beschluss.

Mit anderen Worten: Man befürchtete, dass rivalisierende Gruppen am Wetziker Stadtfest aufeinander losgehen könnten. Das OK hat den Entscheid den beiden Musikern sofort telefonisch mitgeteilt: «Sie waren verständlicherweise enttäuscht über die Absage.»

Die Ausladung der beiden Rapper kam überraschend kurzfristig – nur eine Woche vor dem eigentlichen Auftritt. Laut dem OK sind bei der Buchung noch keine entsprechenden Hinweise bekannt gewesen. «Wie bei grösseren Veranstaltungen üblich wird die Sicherheitslage laufend überprüft», teilt es mit. Dabei stiess die Polizei auf die sicherheitsgefährdenden Verbindungen in der Rapszene.

Die Organisatoren der Parkbühne, die Gruppe Ruthless, wollten auf Anfrage keine Stellungnahme zu den Vorfällen beziehen. Ein Blick ins Instagram-Profil offenbart aber eine herbe Enttäuschung bei den zehn Jungs. «Wir als Ruthless bedauern es, euch diese Nachricht mitzuteilen», schreiben sie in einem Post auf der Plattform. «Jedoch liegt es nicht in unserer Macht.»

Absagen bleiben Einzelfälle

Doch in wessen Macht liegt es dann? Die Kantonspolizei Zürich verweist auf Anfrage an die Stadtpolizei Wetzikon, die für die Sicherheit am Stadtfest verantwortlich ist. Dort verzichtet man auf konkretere Angaben, wie zum Beispiel zu Art und Motivation dieser Gruppierungen. «Wir können uns hierzu aus polizeitaktischen Gründen nicht äussern», heisst es.

Die Stadtpolizei betont jedoch, dass sich die Absagen nicht persönlich gegen die beiden Künstler richten. «Massgebend war ausschliesslich die erwartete Besuchersituation, welche im Zusammenhang mit dem Auftritt steht.»

Neben diesem Vorfall habe man bisher keine weiteren erwähnenswerten Erfahrungen mit der Rapszene gemacht. «Bei den anderen Acts ergaben sich keine sicherheitsrelevanten Auffälligkeiten», schreibt die Stadtpolizei.

Ein Ersatz für die beiden ausfallenden Rapper war mit DVW und Naija03 schnell gefunden. Das Organisationskomitee hat sich gemeinsam um einen Ersatz gekümmert.

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