Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Gesellschaft

Jetzt kommt der Sommer!

Das grosse Badi-Special: Hier finden die geplagten Dübendorfer Abkühlung – und nicht nur diese

Wegen des Hallenbadneubaus liegt Dübendorf diesen Sommer auf dem Trockenen. Nicht traurig sein: Die Nachbarn haben ebenfalls schöne Freibäder. Und auch in Dübi selbst gibt es eine Alternative.

Es ist offensichtlich: Dieses Jahr fällt in Dübendorf die Badesaison aus.

Foto: Thomas Bacher

Das grosse Badi-Special: Hier finden die geplagten Dübendorfer Abkühlung – und nicht nur diese

Die Tipps der Redaktion

Wegen des Hallenbadneubaus liegt Dübendorf diesen Sommer auf dem Trockenen. Nicht traurig sein: Die Nachbarn haben ebenfalls schöne Freibäder. Und auch in Dübi selbst gibt es eine Alternative.

Ja, es ist hart, aber da müssen die Dübendorfer jetzt durch: Weil auf dem Areal des Freibads Oberdorf für ein paar Milliönchen das neue Hallenbad gebaut wird, fällt dieses Jahr der Outdoor-Badespass aus. Und das ist noch nicht alles. 2027 beginnt die Saison später, oder sie fällt ebenfalls flach. So richtig klar ist das derzeit noch nicht.

Zeit also, sich in der Nachbarschaft nach Abkühlung umzusehen, um diesen ganz sicher ultraheissen Sommer zumindest halbwegs überstehen zu können. Lokalpatrioten dürfen einigermassen beruhigt sein, denn auch anderswo gibt es Wasser sowie Möglichkeiten für Spiel, Sport und Spass.

Zwar hat es nirgends einen so hohen Sprungturm wie im Freibad Dübendorf, dafür findet man genügend Parkplätze (manchmal), H2O mit echten Tieren drin, spezielle Rutschen oder einen kultigen Typ am Grill. Und all das gut erreichbar – egal, ob mit ÖV, Auto oder dem Lastenvelo, das man für das ganze Badi-Zeugs braucht.

Die Betreiber der umliegenden Badis dürfen sich auf zusätzliche Einnahmen freuen: Letztes Jahr besuchten an mehreren Tagen zwischen 1500 und 2000 Personen das Dübendorfer Freibad, am schwülheissen 22. Juni 2025 wurden gar 3913 Eintritte gezählt.


Freibad Auhof, Schwamendingen

Blick auf ein Freibad im Sommer.
Das Freibad Auhof in Schwamendingen ist ein typisches Quartierbad.

In der Quartierbadi Auhof in Schwamendingen kommen nicht nur Schwimmer und Planscher auf ihre Kosten, sondern auch Architekturfans. Die denkmalgeschützten Gebäude tragen die Handschrift von Ernst Gisel. Die 1958 erstellte Anlage verbreitet mit ihren kompakten, streng geformten Baukörpern und viel Sichtbeton den Charme der Nachkriegsmoderne.

Die Becken sind von der Wasserfläche her etwas kleiner als in Dübendorf, lassen sich jedoch punkto Aufteilung durchaus mit dem Freibad Oberdorf vergleichen. Das mit Fernwärme beheizte Wasser hat bereits jetzt kuschelige 23 Grad. Die Rutschbahn ist mit 58 Metern etwas kürzer, und das 3-Meter-Sprungbrett bietet natürlich keine Herausforderung für die todesmutigen Dübendorfer Turmspringer.

Insgesamt ist die Badi Aufhof sauber und gepflegt, sie wirkt aufgrund ihres Alters aber auch etwas in die Jahre gekommen, weshalb die Stadt Zürich die Anlage nach dieser Saison während zweier Jahre sanieren lässt.

Ebenfalls (fast) keine Parkplätze

Ein Highlight ist das gastronomische Angebot. Betrieben wird die Badi-Beiz nämlich von Abdul Quadir Godil, besser bekannt als Baba, der im Zürcher Restaurant Pumpstation mit seinen Grill-Skills und den Entertainer-Qualitäten Kultstatus erlangt hat. Auf der Karte: eine ordentliche Auswahl an Burgern, Wings, Spiessen oder Nachos. Dazu gibt es ein paar nette Sommerdrinks.

Dübendorfer Autofahrer werden sich in der Badi Auhof ganz wie zu Hause fühlen, denn auch hier hat es lediglich rund 70 Parkplätze. Für die Anreise bietet sich also der ÖV an, mit dem man vom Dübendorfer Stadtzentrum in 20 bis 30 Minuten am Ziel ist. Mit dem Lastenvelo dauert es knapp 20 Minuten.

Bei schönem Wetter ist die Badi von Anfang Juni bis Mitte August von 9 bis 21 Uhr geöffnet, Frühschwimmen wird nicht angeboten. Ein Einzeleintritt kostet für Erwachsene 8 Franken und für Jugendliche 6 Franken, Kinder ab sechs Jahren bezahlen 4 Franken. Anders als in Dübendorf gibt es abends keinen Rabatt.

Die Google-Bewertung beträgt 4,3 von ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️; die User loben das Bad als kinder- und familienfreundlich und heben die entspannte Atmosphäre hervor.


Freibad Dolder, Zürich

Blick auf eine Baustelle in einem Freibad.
Anfang Mai sah das Freibad Dolder noch sehr nach einer Baustelle aus, doch die Betreiber sind zuversichtlich, das Bad am 1. Juni eröffnen zu können.

Was die Dübendorfer gerade durchleben müssen, haben die Fans des Dolder-Freibads bald hinter sich: Die Anlage war nämlich eine Sommersaison lang wegen Bauarbeiten geschlossen und wird voraussichtlich am 1. Juni wiedereröffnet. Einziger Wermutstropfen: Die seit Jahren stillgelegte Wellenmaschine war in einem schlechteren Zustand als ursprünglich gedacht, weshalb dieses einstige Alleinstellungsmerkmal der Badi erst 2027 wieder in Betrieb gehen wird.

Die Anlage ist von der Wasserfläche her deutlich kleiner als das Freibad Oberdorf, bietet aber sowohl ein Schwimmbecken als auch ein Nichtschwimmer- und ein Planschbecken, jedoch keinen Sprungturm. Dafür ist die Liege- und Spielwiese mit zusätzlichen Bäumen verhältnismässig gross. Und mit einem Kombi-Ticket kann man auch noch Minigolf spielen.

Wow, es gibt Trüffelpommes!

Verpflegen können sich die Gäste im Selbstbedienungsrestaurant, wo es neben den Badi-Klassikern auch Momos sowie eine recht grosse Burger- und Salatauswahl gibt. Ach ja, und Trüffelpommes für den Fall, dass sich mal jemand aus der nahe gelegenen Luxusherberge The Dolder Grand zum Pöbel verirren sollte.

Angaben über die Öffnungszeiten gibt es noch keine.

Für Lastenvelofahrer ist die Anreise aufgrund der nicht unerheblichen Steigung nur mit elektrischer Tretunterstützung zu empfehlen. Mit dem Bus braucht man vom Zentrum Dübendorf zirka 25 Minuten plus ein paar Minütli für einen kleinen Spaziergang bis zum Eingang. Die Anfahrt mit dem Auto dauert nur 10 Minuten. Trotz der Parkgarage mit 250 Plätzen ist es gerade an Wochenenden aber reine Glückssache, ob noch was frei ist.

Die Gäste geben dem Freibad Dolder auf Google 4,2 von ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️. Lob gibt es für die Gemütlichkeit, die schöne Lage direkt am Wald und die Freundlichkeit des Personals.


Aqua-Life, Dietlikon

Blick auf ein Freibad im Sommer.
Das Freibad Aqua-Life wird von einer Aktiengesellschaft betrieben, an der Dietlikon und Wangen-Brüttisellen je hälftig beteiligt sind.

Auch die Badi in Dietlikon bietet das volle Programm für Schwimmende, Nichtschwimmende und Planschende. Abstriche müssen Dübendorfer höchstens beim 3-Meter-Sprungtürmli machen.

Die Rutsche ist mit ihren 30 Metern zwar deutlich kürzer als der 72 Meter lange Stahlkanal in Dübendorf, dafür ermöglichen die drei direkt nebeneinanderliegenden Bahnen ein formidables Wettrutschen mit dreifachem Gekreische, was schon ziemlich cool ist.

Und dann ist da auch noch das Hallenbad mit 25-Meter-Becken sowie einem Nichtschwimmer- und einem Planschbecken, das im Eintrittspreis inbegriffen ist und bei unsicherer Wetterlage einen guten Unterschlupf bietet.

Zusätzlich gibt es ein beheiztes Sprudelaussenbecken, vergleichbar mit dem Wohlfühlbecken, das in Dübendorf gebaut wird. Neugierige dürfen also schon mal zur Probe entspannen. Gegen einen Aufpreis kann zusätzlich ein kleines Wellnessangebot mit finnischer Sauna und Dampfbad genutzt werden. Tja, so etwas Ähnliches war in einer ersten Planungsphase auch im neuen Hallenbad Dübendorf geplant gewesen, flog dann aber aus Spargründen und der Sorge der Planer um die Wirtschaftlichkeit wieder raus.

Gastronomisch wird eine Auswahl an solidem Badi-Essen geboten: Pommes, Knusperli, Nuggets, Pizza, Sandwiches ...

Eintritt, ohne zu warten

Geöffnet ist das Bad werktags von 8 bis 21 Uhr, mit Ausnahme des Dienstags (ab 12 Uhr). Am Wochenende öffnet die Badi um 9 Uhr und macht bereits um 19 Uhr dicht, wobei bei schönem Wetter dem Vernehmen nach auch schon mal eine Verlängerung bis 20 Uhr drinliegt. Am Montag und Mittwoch wird Frühschwimmen angeboten, allerdings nur für die Besitzer von Saisonkarten.

Der Einzeleintritt beträgt für Erwachsene Fr. 8.50, Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahre bezahlen 5 Franken. Per QR-Code kommt man ohne Anstehen ins Bad.

Mit dem Lastenvelo ist das Dietliker Freibad vom Stadtzentrum Dübendorf in 15 Minuten erreichbar, mit dem ÖV dauert es je nach Verbindung 20 bis 30 Minuten. Mit dem Auto braucht man 10 Minuten. Aktuell ist die Parkplatzsituation wegen einer Baustelle etwas angespannt, aber ab Mitte Juni steht ein grosszügiger Ersatzparkplatz mit direktem Zugang in die Badi zur Verfügung.

Auf Google bekommt die Badi Dietlikon 4 von ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️. Die Meinungen der User sind geteilt: Die einen loben den grosszügigen Schatten, andere beklagen sich über zu wenige schattige Plätzchen. Das Personal wird entweder als sehr nett oder als sehr grantig bezeichnet.


Water World, Wallisellen

Blick auf ein Freibad im Sommer.
Das Freibad Wallisellen ist das teuerste in der Region, doch dafür können Besucher auch das grosse Hallenbad mit drei Superrutschen nutzen.

Für sich allein gesehen ist das Freibad in der Water World in Wallisellen solide, aber kein Überflieger. Zwar werden auch hier die Grundbedürfnisse von Badi-Gästen befriedigt. Die Wasserfläche ist aber deutlich kleiner als in Dübendorf, der Sprungturm lediglich halb so hoch, die Rutschbahn relativ kurz. Auch das Planschbecken ist eher einfach gehalten.

Doch das grosse Plus ist das Hallenbad, das im Eintrittspreis inbegriffen ist – auch wenn gewisse Bereiche mal wieder eine Sanierung nötig hätten. Es gibt ein 50-Meter-Becken, in dem Dübendorfer Schwimmer (in Gedanken an das 25-Meter-Becken in «ihrem» neuen Hallenbad) neidisch ihre Bahnen ziehen können. Dazu ein Planschbecken mit Rutschi, eine kleine Sprunganlage sowie ein angenehm beheiztes Nichtschwimmerbecken und ein schön warmes Sprudelbecken mit Rundumblick ins Freie. Das Highlight aber sind die drei Rutschen mit 52, 83 und 95 Metern Länge, die so etwas wie Alpamare-Feeling nach Wallisellen bringen.

Wem ausserdem nach Entspannung zumute ist, kann gegen einen Aufpreis ein umfangreiches Wellnessangebot nutzen oder eine Massage buchen.

Badehose zum Mieten

In der Sommersaison ist die Anlage am Montag von 10 bis 20.45 Uhr geöffnet (das Hallenbad ab 12 Uhr), von Dienstag bis Freitag bereits ab 6 Uhr, was Frühschwimmer freuen dürfte. Am Samstag, Sonntag sowie an Feiertagen ist das Bad von 8 bis 18.45 Uhr in Betrieb.

Mit Fr. 9.50 für Erwachsene und Fr. 6.50 für 6- bis 15-Jährige ist das Freibad Wallisellen das teuerste in der Region, es bietet aber auch das grösste Angebot. Nett: Für Menschen, die ihre Badesachen vergessen oder sich spontan für einen Besuch des Freibads entschieden haben, stehen für ein paar Franken solche Kleidungsstücke zum Mieten zur Verfügung.

Die Anreise mit dem ÖV dauert vom Stadtzentrum Dübendorf rund 25 Minuten, mit dem Lastenvelo zirka 20 Minuten. Autofahrer brauchen 8 Minuten – und haben bei 120 Aussenparkplätzen und 250 Plätzen in der Tiefgarage eine reelle Chance, nicht stundenlang im Quartier eine Abstellmöglichkeit suchen zu müssen und dabei die Anwohner zu nerven.

Die Google-Nutzer geben der Water World in Wallisellen 4,2 von ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️. Die Gäste sind sich dabei nicht einig, ob das Personal total freundlich oder aber komplett unfreundlich ist. Das Gastroangebot mit typischem Badi-Essen wird zuweilen wegen eines ungenügenden Preis-Leistungs-Verhältnisses und langer Wartezeiten kritisiert.  


Freibad Waldacher, Kindhausen

Blick auf eine Baustelle in einem Freibad.
Noch sind die Arbeiten an den Edelstahlbecken und der Beckenumrandung in der Badi Waldacher im vollen Gang.

Egal, mit wem man sich in Volketswil unterhält: Spätestens nach 5 Minuten bekommt man eine Lobeshymne auf das Schwimmbad Waldacher – «die allerschönste Badi in der Region» – zu hören. Besonders überschwänglich äussern sich dabei jeweils die Mitglieder der Regierung.

Da wollen die Dübendorfer, die aktuell ohne Badi auskommen müssen, natürlich sofort hin. Blöd nur, dass es in den letzten Monaten eine umfangreiche Beckensanierung gab und das Bad deshalb erst am 20. Juni mit einer grossen Feier neu eröffnet wird. Also wirklich, da hätten sich die Nachbarn doch schon etwas besser absprechen können.

Neutral betrachtet ist das Waldacher eine Badi mit 50-Meter-Becken, grosszügigem Nichtschwimmerbecken, hübsch gestaltetem Planschbecken, 70-Meter-Rutsche und 5-Meter-Sprungturm – insgesamt kommt eine etwas grössere Wasserfläche als in Dübendorf zusammen.

Auf der Karte: Salat- und Fitnessteller, Tagesmenüs, Fingerfood, Sandwiches oder auch Früchteschalen und Birchermüesli.

Beschwerliche Anfahrt per Lastenvelo

In der Vorsaison geht es unter der Woche um 9.30 Uhr los, am Montag etwas später, am Wochenende bereits um 9 Uhr. Frühschwimmer müssen sich also eine andere Badi suchen. Am Abend ist um 19.30 Uhr Schluss, im Juli und August dürfen die Gäste eine Stunde länger bleiben.

Der Einzeleintritt kostet für Erwachsene 9 Franken, für Studenten, Rentner sowie Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre 5 Franken – was gegenüber 2025 einen Preisaufschlag bedeutet. Dafür gibt es zweieinhalb Stunden vor der Schliessung einen grosszügigen Afterwork- beziehungsweise Afterschool-Rabatt. Ausserdem kosten Saisonabos aufgrund des späten Badi-Starts nur die Hälfte, für auswärtige Erwachsene wären das dann zum Beispiel 60 Franken, Einheimische profitieren von einem Sonderrabatt.

Mit dem Auto ist man in gut 10 Minuten im Waldacher, die 600 Gratisparkplätze werden nur an wenigen Spitzentagen knapp. Die ÖV-Verbindung ist schlecht, da muss man 40 bis 50 Minuten einrechnen. 25 Minuten dauert es mit dem Lastenvelo, aber Vorsicht, auf dem Weg gibt es eine recht zornige Steigung.

Auf Google bekommt das Freibad in Kindhausen 4,4 von ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️. Die Gäste loben die vielen Schattenplätze, die Freundlichkeit des Personals, die Sauberkeit, die Lage am Waldrand und die grosszügigen Platzverhältnisse (die dieses Jahr vielleicht nicht mehr ganz so grosszügig sind, wenn allzu viele Dübendorfer dazustossen). Daumen hoch gibt es auch für das frische Essen, wobei die Preise ein Kritikpunkt sind.


Badeplatz Rohr, Fällanden

Blick auf einen See mit Ufer und Schilf.
Idyllisch, aber für Kinder und Nichtschwimmer nicht ungefährlich: Am Badeplatz Rohr fällt das Ufer nach wenigen Metern steil ab.

Ja, es gibt in der Nähe doch tatsächlich auch eine Alternative zu Chlorwasser und langen Warteschlangen vor dem Badi-Kiosk: #lakelife, #naturpur, #greifensee, #faellanden. Genau, am extrem idyllischen Badeplatz Rohr am Greifensee auf Fällander Gemeindegebiet kann man es sich richtig gut gehen lassen.

Der Uferbereich ist nicht besonders gross und hat einen hübschen Kieselstrand, der allerdings nach ein paar Metern steil abfällt, was für Kinder und Nichtschwimmer sehr gefährlich ist. Die Liegewiese ist gepflegt, es gibt Sitzgelegenheiten und einen Grill mit Holz, sofern es nicht von nächtlichen Besuchern verheizt oder in den See geschmissen wurde. Für alle Fälle steht auch ein Kompost-WC herum (vorsichtshalber lieber Toilettenpapier mitbringen).

Mit dem Seewasser ist es halt so eine Sache. Anfang Saison ist es zu kühl, und kaum wird es angenehm, vermiesen einem Entenflöhe und Blaualgen den Spass; aktuell beträgt die Wassertemperatur 16,8 Grad. Immerhin wohnt der bissige Wels weit weg auf der anderen Seeseite. Hunde dürfen sich hier auch austoben – solange sie nicht im Schilf auf Taucherlijagd gehen.

Fischer versus Schwimmer

Der Badeplatz ist alles andere als ein Geheimtipp, an schönen Tagen kann es richtig voll werden. Wer früh da ist, trifft jedoch in der Regel lediglich auf den einen oder anderen knurrigen Fischer, die aber nach dem ersten lautstarken Planschen abziehen (notfalls kann man zusätzlich noch ein paar Steine in den See werfen).

Ach ja, geöffnet ist das Plätzli immer, und Eintritt muss man auch nicht zahlen. Zu essen gibt es, was man selber mitbringt; in unmittelbarer Umbebung gibt es keinen Laden.

Die Anreise von Dübendorf dauert allerdings ein Weilchen. Am besten nimmt man das Lastenvelo, auch wenn wegen der Baustelle auf der Fällandenstrasse ein Umweg nötig ist. Die flache Strecke ist in rund 25 Minuten zu schaffen. Mit dem ÖV ist man 30 bis 45 Minuten unterwegs, die letzte Viertelstunde allerdings zu Fuss, was mit all den Badi-Sachen unter dem Arm auch kein reines Vergnügen ist. Autofahrer brauchen zwar nur rund 5 Minuten bis zum Parkplatz bei der Jugendherberge. Weil der Platz frisch planiert wurde, müssen sie zudem endlich keinen Achsenbruch mehr befürchten. Aber auch von da ist noch eine 15-minütige Wanderung nötig.

Die Googler geben dem Badeplatz Rohr 4,6 von ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️. Die meisten Rezensenten sind voll des Lobes, Minuspunkte gibt es einzig wegen der vielen Leute und der hartnäckigen Fischer.


Glattquai, Dübendorf

Blick auf einen Fluss in einem Stadtzentrum.
Um in der Glatt schwimmen zu können, bräuchte es erst einmal ein Hochwasser, so reicht es immerhin dafür, die Füsse zu kühlen.

Okay, die Glatt ist kein Badefluss im klassischen Sinne, aber der aufgewertete, stufige Uferbereich bei der Bahnhofstrasse ist doch immerhin ein Schritt in diese Richtung. Die Wasserqualität jedenfalls wäre durchaus in Ordnung. Die grünbraun schimmernde Flüssigkeit besteht zu 99,9 Prozent aus Greifenseewasser, lediglich angereichert mit dem geklärten Abwasser aus der Ara Bachwis, aber das ist mittlerweile ja auch fast schon trinkbar.

Um ein bisschen rumzuplanschen, reicht der tiefe Wasserstand allemal. Oder man legt sich zum Abkühlen kurzerhand ins Flussbett, das geht auch. Wer sich den Fluss runtertreiben lassen will, muss allerdings auf das nächste Hochwasser warten.

Das Publikum an diesem superurbanen Badeplatz ist äusserst divers: Familien mit Kindern, gutaussehende junge Menschen, professionelle Biertrinker, Glaceschlecker, rumkreischende Teenies oder Freizeit-DJs mit schlechtem Musikgeschmack.

Schwimmen mit Koi und DJ

Die Lage des Badeplatzes ist grandios. Man ist mitten im pulsierenden Zentrum Dübendorfs und hat doch ein gewisses Naturerlebnis. Im Wasser gibt es Fische, auch ein Koi wurde schon gesichtet. Der grosse Stein in der Mitte gehört einem Reiher. Ein Kormoran war ebenfalls schon zu Besuch. Wer Hunde mag, kann sich kaum sattsehen. Und sobald man sein Sandwich auspackt, bekommt man Gesellschaft von verfressenen Enten und gierigen Tauben.

Apropos Essen: Das Verpflegungsangebot in Form von Take-away-Futter aus den umliegenden Gastrobetrieben ist auch nicht zu verachten. Es reicht von Chinesisch über Döner, Döner und Döner bis hin zu Pizza. Alk und Softdrinks gibt es im Denner um die Ecke. Wer das Ganze wieder loswerden möchte oder muss, kann das im kostenpflichtigen WC in unmittelbarer Nähe tun.

Eine aussagekräftige Google-Bewertung für dieses Bijou gibt es noch nicht. Zeit, das zu ändern.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns