Zehn Gemeinden gründen Naturnetz Züri-Oberland
Gemeinsam für die Natur
Ein neues regionales Netzwerk soll Gemeinden entlasten und die Biodiversität fördern. Das teilt der neu gegründete Verein Naturnetz Züri-Oberland mit.
Zehn Gemeinden und acht Organisationen haben sich zum Verein Naturnetz Züri-Oberland zusammengeschlossen. Ziel ist, Lebensräume zu vernetzen und Natur sowie Landschaft zu schützen. Die Gründungsversammlung fand am Montag in Wald statt.
Das Netzwerk folgt dem Vorbild des Naturnetzes Pfannenstil, das seit 1998 im Bezirk Meilen aktiv ist. Der Verein soll sich für die Vernetzung von Lebensräumen, den Schutz von Natur- und Landschaftswerten und die Anpassung an den Klimawandel einsetzen.
Dem Netz beigetreten sind die Gemeinden Bubikon, Fehraltorf, Fischenthal, Gossau, Hittnau, Pfäffikon, Rüti, Seegräben, Wald und Wetzikon. Russikon wird voraussichtlich im Juni folgen. Weitere Gemeinden können weiterhin beitreten.
Als Kollektivmitglieder dabei sind der Fischerverein Pfäffikersee, der Landwirtschaftliche Bezirksverein Pfäffikon, die Naturschutzvereine Pfäffikon, Gossau, Grüningen und Wald sowie die Vereine Förster Züri Oberland und Lebensraum Zürcher Oberland LEO.
Die Aufgaben und Schwerpunkte
Konkret kann das Naturnetz Aufgaben übernehmen, die für Gemeinden gesetzlich vorgeschrieben sind – etwa im Bereich Biodiversität und Naturschutz. Die Kompetenzen können aber auch darüber hinausgehen, indem beispielsweise weitere Projekte zur Förderung der Natur durchgeführt werden. Der Verein entlastet damit die Gemeinden und koordiniert die Zusammenarbeit zwischen ihnen und verschiedenen Gruppen von Akteuren wie Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Jagd oder Fischerei.
Die genauen Schwerpunkte – ob Wissensaustausch, konkrete Landschaftsaufwertungen, Umsetzung von staatlichen Konzepten oder Sensibilisierung der Bevölkerung – wird der neu gewählte Vorstand in den nächsten Schritten festlegen.
Neun Vorstandsmitglieder wurden einstimmig gewählt. Sie kommen aus den Bereichen Forstwirtschaft, Jagd, Landwirtschaft, Naturschutz und Fischerei. Vier Gemeinden sind im Vorstand vertreten.

Die Gemeinden finanzieren den Betrieb einer eigenen Fachstelle gemeinsam mit jährlich rund 38'000 Franken. Für künftige Projekte sollen Mittel von Dritten und von ausserhalb der Region kommen.
Die Idee besteht schon länger
Die Idee des Naturnetzes entstand 2021. Nach anfänglicher Unterstützung durch verschiedene Organisationen und seit 2024 besonders durch die Regionalplanung Zürcher Oberland (RZO) gewann die Initiative an Gestalt. Im Juni 2025 lehnte die RZO die Gründung ab – weil nicht alle 20 Mitgliedsgemeinden einstimmig zustimmten. Daraufhin beschritt die Arbeitsgruppe einen neuen Weg: die Gründung als Verein.
Diese Organisationsform biete Vorteile: Neben Politischen Gemeinden können auch Vereine und andere Organisationen ordentliche Mitglieder werden. Auch Organisationen ausserhalb des RZO-Perimeters können beitreten und das Naturnetz mitgestalten.