Gesellschaft

Familienleben

Wie Übergaben nach der Trennung entspannter werden

Die Tasche ist gepackt, die Übergabezeit abgemacht – und trotzdem wird der Moment an der Tür jedes Mal heikel. Manchmal reicht ein Blick oder ein Halbsatz, schon eskaliert die Situation. Wie können Eltern den Übergang so gestalten, dass das Kind sich sicherer fühlt?

Wie Übergaben nach der Trennung entspannter werden

Familienleben

Die Tasche ist gepackt, die Übergabezeit abgemacht – und trotzdem wird der Moment an der Tür jedes Mal heikel. Manchmal reicht ein Blick oder ein Halbsatz, schon eskaliert die Situation. Wie können Eltern den Übergang so gestalten, dass das Kind sich sicherer fühlt?

Für viele Kinder bedeutet die Übergabe vor allem Übergang und Abschied. Auch wenn sie gerne zum anderen Elternteil gehen, kann der Wechsel Trauer, Wut oder Anspannung auslösen: Etwas Vertrautes endet, andere Abläufe beginnen. Tränen heissen deshalb nicht automatisch: «Ich will nicht», sondern oft: «Die Veränderung ist gross, hilf mir, mich zu beruhigen.» Entlastend ist, dem Kind zu sagen, was sich ändert und was gleich bleibt – etwa Schule, Freunde oder Training.

Was Übergaben erschwert

Schwierig wird es, wenn elterliche Spannung «mit an der Tür» steht: eine despektierliche Geste, eine schnippische Bemerkung oder ein Streit über Geld und Ferien. Kinder spüren solchen Stress auch ohne laute Worte. Häufig geraten sie zudem in Loyalitätskonflikte. Wird ein Elternteil abgewertet, das Kind ausgefragt oder als Botschafter benutzt, fühlt es sich innerlich zerrissen. Das kann sich in Bauchschmerzen, Rückzug oder heftigen Gefühlen beim Abschied zeigen.

Auch Unklarheiten erhöhen den Druck: Wer erledigt was? Welche Hausaufgaben, Termine oder Änderungen sind wichtig? Je unberechenbarer Übergaben ablaufen, desto eher entsteht Widerstand beim Kind.

Familienleben

Jeden Monat erhalten Eltern hier praktische Impulse für ihren Familienalltag. Die Inhalte entstehen in Zusammenarbeit mit Fachpersonen der kantonalen Kinder- und Jugendhilfezentren (kjz). Die kjz bieten kostenlose Beratungen und Veranstaltungen an und unterstützen Eltern bei Erziehungsfragen, in belastenden Situationen oder bei Konflikten. in der Region finden Sie kjz in Dübendorf, Pfäffikon, Rüti und Uster.
www.zh.ch/kjz

Was Eltern konkret tun können

Hilfreich sind ein fixer Rhythmus und klare, altersgerechte Informationen: «Heute bis Sonntag bei Papa, ab Montag wieder bei Mama.» Ein Kalender kann den Ablauf sichtbar machen. Die Tür selbst sollte kein Verhandlungsort sein. Alles, was nicht sofort fürs Kind nötig ist, wird später bilateral geklärt – über App oder Telefon. Als Leitlinie hilft: freundlich, kurz, sachlich.

Reduzieren Sie den Loyalitätsdruck: keine Botschaften über das Kind, kein Ausfragen, keine Schuldgefühle. Sagen Sie lieber klar: «Du darfst beide Elternteile lieb haben – ohne schlechtes Gewissen.» Ein kleines Ritual beim Abschied oder bei der Ankunft, etwa eine Umarmung, ein kurzer Satz oder ein vertrauter Gegenstand im Rucksack, gibt zusätzlich Halt.

Wann Unterstützung sinnvoll ist

Wenn starke Angst, körperliche Symptome wie Bauchschmerzen, Schlaf- oder Essstörungen über längere Zeit anhalten, lohnt sich eine frühe professionelle Unterstützung, etwa im kantonalen Kinder- und Jugendhilfezentrum (KJZ) in Ihrer Nähe. Auch der Kurs «Eltern bleiben» der Geschäftsstelle Elternbildung kann helfen.

Diesen Text hat uns das Amt für Jugend und Berufsberatung zur Verfügung gestellt.

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