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Monatswetter April

Der April war zu warm – und viel zu trocken

Von wechselhaftem Aprilwetter war heuer kaum etwas zu spüren, vielmehr tat der April 2026 so, als wäre es bereits Wonnemonat Mai. Und jetzt, im Mai, steht auch noch der Föhn in den Startlöchern.

Frühlingswiese vor eindrucksvoller Bergkulisse: Diese Aufnahme entstand am 28. April in Bäretswil.

Foto: Simon Grässle

Der April war zu warm – und viel zu trocken

Monatswetter April

Von wechselhaftem Aprilwetter war heuer kaum etwas zu spüren, vielmehr tat der April 2026 so, als wäre es bereits Wonnemonat Mai. Und jetzt, im Mai, steht auch noch der Föhn in den Startlöchern.

Diese Prognose war ein Treffer. Vor Monatsfrist zitierten wir an dieser Stelle die Berner Meteorologin Fabienne Muriset, die einen trockenen April mit viel Nord- und Ostwindlagen vorhersagte. Also typisches Bisenwetter. In der Tat ist der April in der Region ziemlich genau so herausgekommen.

Laut dem Wetterdienst Meteonews gab es während des ganzen Monats gerade mal knapp einen Viertel des sonst üblichen Niederschlags. Damit war es nach 2007 der zweittrockenste April seit 1897. Und er war auch deutlich zu warm – nämlich 2,6 Grad über dem langjährigen Mittel. Damit war er der fünftmildeste April seit Messbeginn 1864.

Der Monat startete mit einem sonnigen und sehr warmen Osterwochenende. Nachher ging es mit T-Shirt-Wetter weiter. Erst vom Sonntag, 12., bis Dienstag, 14. April, zeigte sich in der Region für drei Tage ein anderes Wetterbild – mit tiefen Wolken, gelegentlichem Nieseln und leicht unterdurchschnittlichen Temperaturen.

Aber wirklich nennenswerten Niederschlag gab es nicht, und bald kehrte der Frühling wieder mit viel Sonne zurück. Mitunter dämpfte die Bise aber die Temperaturen etwas, ehe pünktlich zum letzten Aprilwochenende die Temperaturen auf schon fast frühsommerlich anmutende Werte anstiegen.

Jetzt wechselt der Wind von Nordost auf Süd

Wirklich nachhaltig umgestellt hat sich die Wetterlage erst Anfang dieser Woche: Zwar sind die Temperaturen immer noch eher auf der wärmeren Seite, und der Gesamteindruck ist nicht unfreundlich, doch es sind mehr Wolken am Himmel zu sehen.

Die Schweiz liegt jetzt nämlich in einem wettermässigen Niemandsland zwischen einem Tiefdruckgebiet im Westen und einem Hoch im Osten. Weil der Wind aber anders als im April aus Süden kommt, ist in diesen ersten Maitagen auch etwas Föhn aufgetreten, allerdings nicht sehr ausgeprägt. Darum haben es viele graue Wolken und einige Schauerzellen bis in die Region geschafft.

Und so könnte es noch für längere Zeit weitergehen. Fabienne Muriset schreibt in ihrer Prognose für den Mai auf ihrer spendenfinanzierten Website orniwetter.info, dass sie eine ausgeprägte Tiefdruckaktivität zwischen Irland, den Azoren und der Biskaya erwartet, was hierzulande häufig genau solche Süd- bis Südwestlagen zur Folge hat. Die Grenze zwischen Hochs und Tiefs könnte oft direkt über Mitteleuropa liegen.

Jedoch ist nicht auszuschliessen, dass eine nur geringe Verschiebung Richtung West oder Ost eine markante Wetteränderung bewirkt. Möglich wären also auch Kaiserwetter oder Dauerschütte.

Machtkampf zwischen Föhn und Gewitterzellen

Bleibt jedoch Mitteleuropa im erwähnten Grenzbereich, dann dürfte in diesem Mai die Grosswetterlage Süd vorherrschend sein. Bei dieser Lage ist im Tessin die Wahrscheinlichkeit gross, dass es zu Niederschlägen kommt. Das dürfte die Trockenheit auf der Alpensüdseite beenden.

Auf der Alpennordseite hingegen – also bei uns – tritt dann nicht selten Föhn auf. Allerdings dürfte sich in diesem Mai öfters die Frage stellen, ob er stark genug ist, um die in dieser Jahreszeit bei flachem Luftdruck durchaus möglichen kräftigen Gewitterzellen vom Zug in Richtung Oberland abzuhalten. Geht dem Föhn die Puste aus, dann ist auch bei uns der Weg frei für ein Donnerwetter.

Zumindest in den nächsten Tagen stehen uns jetzt dank Hochdruckeinfluss einige ziemlich sonnige Tage mit Höchsttemperaturen zwischen 20 und 23 Grad bevor.

Laut Meteoschweiz ist die Entwicklung indessen bereits ab Sonntagnachmittag wieder unsicher: Vor allem in der zweiten Tageshälfte sind einige Regengüsse und Gewitter möglich – oder auch nicht. Über dem Atlantik herrscht Tiefdruck, über Mittel- oder Osteuropa Hochdruck, dazwischen gibt es Südwind. Das heisst, dass der Föhn wieder ins Spiel eingreift, aber in noch nicht klarem Ausmass. Immerhin darf man bei dieser Ausgangslage davon ausgehen, dass die Temperaturen eher auf der wärmeren Seite verbleiben.

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