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Monatswetter

Zuerst frühlingshaft, dann wieder winterlich

Die ersten zwei Märzwochen machten Appetit auf mehr. Dann kam in der zweiten Monatshälfte nochmals Frau Holle in der Region vorbei – und zwar gleich mehrmals. Doch just auf Ostern wird das Wetter richtig schön.

Die letzten zehn Tage im März waren von Polarluft geprägt.

Foto: Simon Grässle

Zuerst frühlingshaft, dann wieder winterlich

Monatswetter

Die ersten zwei Märzwochen machten Appetit auf mehr. Dann kam in der zweiten Monatshälfte nochmals Frau Holle in der Region vorbei – und zwar gleich mehrmals. Doch just auf Ostern wird das Wetter richtig schön.

Vor einem Monat hatten wir an dieser Stelle geschrieben, dass die ersten Prognosen für den März viel Sonne und überdurchschnittlich milde Temperaturen versprechen, mit einem kleinen Regenintermezzo um den Dienstag, 10. März. Das Schlechtwetterintermezzo kam denn auch, allerdings etwas später und deutlich stärker, und nach dem grauen und kühlen Samstag, 14. März, folgte in der Nacht auf Sonntag der erste kurze Wintereinbruch.

Anschliessend gab es wieder einige sonnige Tage. Der Wind kam nun aber meist aus östlichen Richtungen, wodurch die Temperaturen kühler wahrgenommen wurden, als sie es waren. Am Wochenende vom 21./22. März schlief die Bise allmählich ein, und am Himmel konnten am Nachmittag Quellwolken ­beobachtet werden, die sich gegen Abend sogar zu vereinzelten Schauern entwickelten.

Nur wenig wärmer als das langjährige Mittel

Der zweite, heftigere Wintereinbruch erfolgte in der letzten ­Monatswoche: Am Mittwoch, 25. März, kündeten um die Mittagszeit heftige Sturmwinde das Aufziehen einer Kaltfront an, die ­einen erneuten Wintereinbruch nach sich zog. Und der hatte es in sich, blieb der Wettercharakter doch die ganze letzte Märzwoche nasskalt. Zwar zeigte sich ab und zu kurz die Sonne, aber es zogen auch immer mal wieder Schneegestöber über die Region, die mitunter so heftig waren, dass das Weiss sogar kurz liegen blieb.

Und es war kalt – vor allem in der Nacht auf vergangenen Samstag. In dieser wurden im Flachland laut dem Wetterdienst MeteoNews verbreitet Minustemperaturen zwischen minus 6 und minus 2 Grad verzeichnet. Dafür verantwortlich war Polarluft, die aus Norden während rund einer Woche direkt Richtung Mitteleuropa floss.

Unter dem Strich erwies sich der März 2026 in Sachen Temperaturen doch nicht als so viel milder wie ein Durchschnittsmärz. MeteoNews schreibt denn auch, dass die erste Monatshälfte schweizweit zwar 3 Grad wärmer als im langjährigen Mittel war. Die zweite Monatshälfte ­erwies sich hingegen als unterdurchschnittlich. Dadurch kam das diesjährige März-Temperaturmittel nur noch ein halbes Grad über dem langjährigen Durchschnitt zu liegen.

Was den Niederschlag betrifft, war der März aber trotz dem nassen Monatsende – wie prognostiziert – zu trocken. Das Defizit beträgt rund 18 Prozent.

Der Osterhase bringt den Frühling zurück

Doch jetzt kommt der Wetterwechsel: Pünktlich auf Ostern meldet der Frühling sein Comeback an. Möglich macht dies ein Azorenhoch-Ableger. In der Nacht bleibt es zunächst noch frostig, tagsüber steigt die Quecksilbersäule aber kontinuierlich an. MeteoSchweiz verspricht, dass der Frühling spätestens an Ostern zurück ist – mit viel Sonne, einem nahezu wolkenlosen Himmel und Nachmittagstemperaturen um die 20 Grad.

Dieses stabile und tagsüber warme Wetter hält bis mindestens Ostermontag an. Anschliessend dürfte die Schweiz für ­längere Zeit zwischen einem Tiefdruckgebiet über dem Atlantik und einem Hoch über Mittel- und Osteuropa zu liegen kommen. Ein erneuter Wintereinbruch ist da nicht zu erwarten, vielmehr dürfte der Wettercharakter freundlich bleiben, mit recht viel Sonne und einzelnen Schauern bei milden Temperaturen. Vielleicht kommt ab und zu auch etwas Föhn ins Spiel.

Und dann? Der April ist berüchtigt für seine Wetterkapriolen. Der Blick in die Kristallkugel sorgt nicht für Klarheit. Die Berner Meteorologin Fabienne Muriset publiziert seit vielen Jahren auf ihrer spendenfinanzierten Website orniwetter.info eine ­Monatsprognose. In ihrer April-Vorhersage lässt sie durchblicken, dass es angesichts der in den letzten Tagen ständig wechselnden Mittelfristmodellen mit der Prognosegüte für den Gesamtmonat nicht allzu gut bestellt sein kann.

Muriset erachtet für Mitteleuropa einen hochdruckdominierten und trockenen April mit häufigen Wetterlagen des Typs Ost und Nord am ehesten für plausibel, mit einem häufigen Auf und Ab bei den Temperaturen.


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