Diese Teemeisterin erklärt, was wir Schweizer falsch machen
Traditioneller Teegenuss in Uster
Wei Feng führt das Yulu Teahouse in Uster. Sie kam vor 30 Jahren aus China in die Schweiz und zeigt sogar fertig ausgebildeten Teesommeliers, was guter Tee ist.
Wei Feng braucht keine Uhr, um zu wissen, dass die Teeblätter jetzt 30 Sekunden gezogen haben. Mit geübten Handgriffen giesst sie den Tee durch ein Sieb ab und verteilt ihn in Schälchen. So, wie sie es bei jeder Teezeremonie im Yulu Teahouse in Uster macht.
Der Schweizer Gaumen ist die Aromen, die der Tee aus China mit sich bringt, nicht gewohnt: süss, blumig, holzig – alles Komponenten, die herkömmlichem «Tee» meist fehlen. «Was in der Schweiz mehrheitlich als Tee bezeichnet wird, ist eigentlich ein Missbrauch des Begriffs», sagt Feng.
Die Inhaberin des Teahouse bietet dort neben einem kleinen Restaurantbetrieb auch Teezeremonien und Seminare rund um das Thema an. «Pfefferminz, Kamille, Kräuter oder Früchte – das sind keine richtigen Tees. Das ist eines der grössten Missverständnisse, wenn es um Tee geht.»

