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Coca-Cola Fanartikel

«Ich bin aus purem Blödsinn Cola-Sammler geworden»

Von Raritäten aus den Roaring Twenties bis zu Merchandising-Krempel aus den Achtzigern: Daniel Jaussi trennt sich von seinem Coca-Cola-Fundus. Diesen Samstag ist grosser Rausverkauf.

Daniel Jaussi organisiert einen Verkauf in seinem Malergeschäft. Seine Tochter Jara unterstützt ihn dabei.

Foto: Eleanor Rutman

«Ich bin aus purem Blödsinn Cola-Sammler geworden»

Coca-Cola Fanartikel

Von Raritäten aus den Roaring Twenties bis zu Merchandising-Krempel aus den Achtzigern: Daniel Jaussi trennt sich von seinem Coca-Cola-Fundus. Diesen Samstag ist grosser Rausverkauf.

Betritt man das Malergeschäft Jaussi in Uster, bietet sich ein Anblick in Rot und Weiss: Drei Tische sind voll mit kleinen und grossen Coca-Cola-Sammlerstücken. Überall Krimskrams: Fingernagelgrosse Cola-Flaschen in Mini-Harassen, daneben Plüschtiere, Badetücher, Aschenbecher, Uhren – sogar winzige Cola-Haargummis.

Unter den Tischen Kübelsäcke, gefüllt mit Cola-Dosen aus allen Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts und darüber hinaus. Die Marke gibt es seit 1892.

Daniel Jaussi, Inhaber des Geschäfts und offensichtlich Sammler, schafft Raum für Neues: «Ich habe die meisten Stücke nur noch in Abfallsäcken im Keller aufbewahrt. Da ich die Objekte nicht mehr aufstellte, fehlte auch die Freude daran.»

Jetzt öffnet er Kübelsack nach Kübelsack. «Das sind wahre Wundertüten, ich weiss gar nicht mehr, was ich da alles drin habe.» Seine Tochter Jara hilft ihm, die Gegenstände auf die Tische zu verteilen. Sie war es, die die Ausschreibung zum Verkauf diesen Samstag auf Facebook gepostet hat. «Ich habe keine Ahnung, wer alles kommen wird.» Sie selbst ist keine Sammlerin. «Ich trinke Cola gerne, aber mehr nicht», sagt die 19-Jährige und schaut ihren Vater schmunzelnd an.

Das Lebensgefühl der 80er Jahre

«Ich bin eigentlich einfach aus purem Blödsinn Cola-Sammler geworden», sagt der 53-Jährige fast entschuldigend. Später gibt er zu, dass es damals schon etwas mit einem speziellen Lebensgefühl zu tun haben musste. «Ich war halt im Töfflibueb-Alter, als ich mit dem Sammeln begann.»

Es war der Zeitgeist Ende der 1980er Jahre, als auch der Cola-Song von Robin Beck ununterbrochen im Radio lief. «First time, first kiss», trällerte Beck. Davon hat Jaussi auch noch die Single. Sein Gesicht beginnt zu leuchten, als er die kleine Plattenhülle hervorkramt.

Man sieht Daniel Jaussi und seine Coca-Cola Sammlung.
Sogar die Single des damaligen Cola-Songs «First Time» findet man auf dem Ausstellungstisch.

Als Jugendlicher jobbte Jaussi im Getränkehandel Rio – dort kam er zu einigen seiner Fundstücke: «Die Betreiber schenkten mir damals gelegentlich ein Coca-Cola-Sammlerstück.»

Auch Freunde und Bekannte steuerten mit der Zeit immer wieder Fanartikel bei. Im hinteren Raum verbergen sich die eigentlichen Trouvaillen: In einer Ecke steht eine Coca-Cola-Parkuhr. «Ich weiss gar nicht mehr, wie ich zu der gekommen bin.»

Cola-Parkuhr ist schon weg

Diese hat er aber schon über Tutti verkauft. «Ein Sammler wird extra aus Schaffhausen anreisen, um sie abzuholen.» Jaussi bekommt dafür 500 Franken. «Die Tabletts aus dem Jahr 1925 sind aber noch zu haben.» Die Zeit hat offensichtlich ihre Spuren hinterlassen, aber die Cola trinkenden, elegant im Stil der 20er Jahre gekleideten Damen sind noch gut zu erkennen.

Auf dem Tisch, gleich neben den wertvollen Tabletts, steht eine Cola-Flasche mit Cola-Zältli. «Ja, die sind leider ausgelaufen», sagt Jaussi. Das war eine Sammelbox mit einer aufklappbaren Flasche, welche die Bonbons beherbergt. «Das muss ich noch putzen, bis der Verkauf beginnt.»

Auch alte Spiegel und Werbetafeln lehnen an der Wand, daneben ein Basketball auf gestapelten Harassen. «Manches habe ich doppelt oder dreifach, wie eben diese Bälle». Zudem Cola-Dosen von 2008, als die EM in der Schweiz stattgefunden hat. Mit der Aufschrift «Hopp Schwiiz». Direkt bei der Türe stehen Sonnenschirme aus den Siebzigern.

Ursprünglich wollte Jaussi alles en bloc verkaufen. «Ich hatte alle Sachen auf Tutti ausgeschrieben gehabt, aber das hat so nicht funktioniert.»

«Ich trenne mich schon auch mit einem weinenden Auge von all diesen Artikeln», gibt er zu. Einige wenige Raritäten behält er für sich. Darunter eine Cola-Flasche mit arabischer Aufschrift und zwei uralte Cola-Büchsen. Diese sind etwas angerostet und stammen aus den 1930er Jahren.

Man sieht zwei uralte, rostige Cola-Dosen.
Einige wenige Gegenstände behält Jaussi für sich, darunter diese zwei uralten Cola-Dosen, die man noch mit dem Büchsenöffner aufmachen musste.

Zu jener Zeit waren die heute gebräuchlichen Abreisslaschen für Getränkedosen noch nicht erfunden. Wer Durst hatte, brauchte einen Dosenöffner.

Zum Schluss fügt Jaussi mit einem Augenzwinkern an: «Ich hätte auch noch 50 Swatch-Uhren zu verkaufen.»

Auch die hatte er schon einmal auf Tutti und Ricardo ausgeschrieben. «Wer weiss, dafür braucht es wohl noch einen zweiten Anlauf.» Ob nun die Verkaufsaktion ein Renner wird, das wird sich zeigen.

Sammlerstücke kaufen

Trinkbecher, Stofftiere, Wolldecken, Tablare und altes Werbematerial von Coca-Cola: Die Fanartikel können am Samstag, 25. April, gekauft und abgeholt werden an der Aathalstrasse 59 in Uster. Im Malergeschäft Jaussi ab 14 bis 17 Uhr. Dies gegen Spende. Einzelne Objekte haben Richtpreise.

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