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Ade kulturelles Areal

Zeughaus Uster: Wohin ziehen Walpurgis und H2U nächstes Jahr?

Die grossen Veranstalter, die bisher das Zeughausareal in Uster nutzten, müssen wegen des Umbaus neue Lösungen finden. Einige pausieren, andere weichen aus.

Im Sommer 2026 darf man diesen Anblick noch geniessen: die grosse Wiese auf dem unverbauten Zeughausareal.

Foto: Eleanor Rutman

Zeughaus Uster: Wohin ziehen Walpurgis und H2U nächstes Jahr?

Ade kulturelles Areal

Die grossen Veranstalter, die bisher das Zeughausareal in Uster nutzten, müssen wegen des Umbaus neue Lösungen finden. Einige pausieren, andere weichen aus.

Zuckerwatte, laute Bässe, Bratwurstgeruch und Menschen in Mittelalterklamotten: All das wird ab kommendem Oktober auf dem Zeughausareal in Uster nicht mehr möglich sein. Dann beginnt der lang geplante Umbau – mit Folgen für Veranstaltungen wie das Mittelalterspektakel Walpurgis, die Streetfooddays und das bekannte Musikfestival H2U.

Am letzten Aprilwochenende steht nun das Mittelalterspektakel Walpurgis vor der Tür. Dieses wird vom Verein Turnei mit Sitz in Rüti organisiert. «Wir bedauern, dass dies nun das vorerst letzte Jahr auf dem Zeughausareal sein wird», sagt Martin Suter. Der Präsident des Mittelaltervereins fügt an, dass er die Location vermissen wird. Bis anhin sei die Brache ein grossartiger Ort gewesen. «Der Platz im Zentrum war ideal für uns.»

Martin Suter, Präsident des Vereins Turnei.
Martin Suter ist der Präsident des Vereins Turnei: Er schätzt die zentrale Lage des Areals, aber nicht zu jedem Preis.

Der Verein hat sich um Alternativen in Uster bemüht – vergeblich. «Leider haben wir für die Landihalle und das dazugehörige Aussengelände eine Absage erhalten.» Dies, weil sie kein Ustermer Verein seien.

Vom Zeughausareal ins Valley

Der Markt zieht also weiter. «Die Hexen setzen sich nach Walpurgis 2026 auf ihre Besen und landen 2027 im Valley», sagt Suter. Auch 2028 ist der Event im ehemaligen Maggi-Areal in Kemptthal geplant.

Ob eine Rückkehr auf das Zeughausareal möglich ist, hängt von den Kosten ab. «Grundsätzlich werden wir eine Rückkehr prüfen», zieht Suter in Betracht. «Kleiner und teurer, das funktioniert aber nicht. Wir wollen einen für Familien bezahlbaren Eintrittspreis beibehalten können.»

Ihm ist es wichtig, dass die Mietkosten nicht noch weiter ansteigen. «Leider werden zentrale Locations in Städten zum bezahlbaren Preis immer seltener.»

Bleiben die Mietkosten gleich?

Linda Bernhard, die Bewirtschafterin des Zeughausareals, hofft, dass alle Veranstalter 2029 auf das Areal zurückkehren. Zum konkreten Mietpreis nach dem Umbau will sie aber noch keine Auskunft geben.

«Bis anhin mussten sich die Veranstalter um viele technische Aspekte selbst kümmern, etwa um Stromkabel oder Wasseranschlüsse.» Mit dem Umbau werde sich dieser Aufwand deutlich reduzieren. Damit betont sie, dass Eventorganisatoren künftig von einer verbesserten Infrastruktur profitieren werden.

Linda Bernhard steht vor dem Gebäude K1, das unverändert bleibt.
Linda Bernhard kümmert sich um die Vermietung und Bewirtschaftung der Räumlichkeiten.

Der bespielbare Aussenbereich umfasst heute rund 5000 Quadratmeter. «Wegen der beiden neuen Gebäude wird der Platz etwas kleiner», erklärt Bernhard. Zudem werde auch weniger Rasenfläche vorhanden sein.

Der Unterstand im Zentrum des Zeughausareals werde durch das sogenannte Regal ersetzt – eine rund 400 Quadratmeter grosse, überdachte Terrasse. Traut man in Uster dem Wetter nicht, dass man vieles überdecken will?

Vor einem Jahr klang es noch so – auch Rolf Heckendorn, einer der Köpfe des Musikfestivals H2U sprach davon –, künftig drinnen in den neuen Sälen bezahlte Konzerte zu organisieren und draussen Gratiskonzerte.

Nun sieht er das wieder anders: Rolf Heckendorn möchte den Open-Air-Charakter beibehalten. «Insgesamt befindet sich das Konzept noch in der Findungsphase.» Denkbar sei eine Kombination. «Wir könnten wie bis anhin eine grosse Aussenbühne für bis zu 3000 Personen haben, die Infrastruktur wie Essensstände würden wir aber stärker nach innen verlagern.» Denn für diese sei nach dem Umbau weniger Platz draussen.

Und wie geht es in der Zwischenzeit weiter? «Im zuständigen Gremium haben wir beschlossen, 2027 eine Pause einzulegen, um das Festival neu auszurichten», sagt Heckendorn. Für 2027 plant er hingegen Livesessions in der U-Boot-Bar und einmal im Monat auch ein grösseres Konzert.

Chilbiplatz oder Buchholz?

Für 2028 werden Alternativen geprüft: «Ob es dann eine kleinere Ausgabe gibt, wie etwa beim Dorfschulhaus, dort, wo jeweils die Chilbi ist, das steht noch in den Sternen.» Er und sein Team könnten sich auch eine grössere Bühne vorstellen. «So, wie es auf dem Sportplatz Buchholz oder im Stadtpark möglich wäre.» Man spürt jedenfalls die Freude am Brainstorming: «Wenn schon eine Zwischenlösung, dann soll sie würdig ausgearbeitet werden.»

Jedenfalls will das H2U zurückkehren. «Ab 2029 sehen wir uns wieder ganz klar auf dem Zeughausareal.» Fragen zu Kosten und künftigem Betriebsreglement sind noch ungeklärt. Das neue Modell stelle die Veranstalter, aber auch die Zeughaus Uster AG vor Herausforderungen: «Veränderte Rahmenbedingungen erfordern neue Ansätze. Wir sind aber guter Dinge», sagt Heckendorn.

Er hofft auf eine Pauschale, da er ja die Innenräume im Zeughausareal mitmieten müsste. «Nur weil nachher die Infrastruktur besser ist, sollten die Kosten dennoch nicht explodieren», fügt er an.

Strom sparen mit neuer Struktur

An der kulinarischen Front ist man zuversichtlich: Selbst falls die Mietpreise ansteigen, rechnen die Veranstalter der Streetfooddays nicht mit einer zusätzlichen finanziellen Belastung. «Die bisher kostenintensiven Strominstallationen dürften künftig wegfallen», sagt Oliver Oetjen, einer der Organisatoren. Wo sie 2027 mit ihrem Essensfestival hinziehen, wissen sie aber noch nicht.

In drei Jahren wollen sie aber wieder am ursprünglichen Standort anzutreffen sein. «Wir möchten 2029 auf jeden Fall auf das Zeughausareal zurückkehren», sagt Oetjen bestimmt.

Zum Abseilen lustig

Auch das Zeughausfest wird Ende Mai vorerst zum letzten Mal in diesem Format auf dem Areal stattfinden. Die Mieterinnen und Mieter des Areals und externe Gruppen organisieren dieses jeweils selbst und laden zum Mitmachen ein. «Man wird sich auch dieses Jahr wieder von der Wand abseilen können», sagt die Bewirtschafterin Linda Bernhard begeistert. Nach dem Umbau kann sie sich vorstellen, das Fest auch auf zwei Tage auszuweiten.

Der Baustart erfolgt im Oktober 2026. Bernhard hat bis dahin noch allerhand zu erledigen. «Und wir freuen uns, ab Frühjahr 2029 wieder mit den Aussenveranstaltungen beginnen zu können.»

Die nächsten grossen Veranstaltungen auf dem Zeughausareal

Das Mittelalterspektakel Walpurgis findet in Uster vom 24. bis 26. April statt.

Vom 8. bis 10. Mai locken verschiedene Stände bei den Streetfooddays zum Schmausen ein.

Das Zeughausfest, veranstaltet von der Zeughaus Uster AG und den Mieterinnen und Mietern des Zeughausareals, wird am 30. Mai durchgeführt.

Ein grosser Höhepunkt wird das Musikfestival H2U vom 14. bis 16. August sein.

Am 11. bis 13. September wird das Street Food Park Festival einen grösseren Schlussakkord setzen.

Weitere Informationen zu Veranstaltungen auf dem Zeughausareal finden Sie hier.

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