Leben mit Autismus: «Ich weiss, dass ich nicht in die Welt passe»
Späte Diagnose
Aimy Luana Steiner (20) aus Grüningen hatte lange das Gefühl, anders zu sein als andere Menschen. Doch erst mit 19 Jahren hatte sie nach zahlreichen Fehldiagnosen endlich Gewissheit: Sie hat Autismus. Darüber hat sie ein Buch geschrieben.
Langes, blondes Haar, ein wacher und offener Blick, ein ansteckendes Lachen: So begrüsst mich Aimy Luana Steiner (20) vor ihrem Wohnhaus in Grüningen. Auch eines ihrer Büsis wartet an der Haustür darauf, dass ich eintrete, und begleitet uns, nachdem ich meine Schuhe ausgezogen habe, auf dem Weg in den ersten Stock.
Aimy entspricht auf den ersten Blick nicht dem klassischen Stereotyp einer Autistin, das in den Köpfen vieler Menschen fest verankert ist: in sich gekehrt, den Blickkontakt meidend, an festen Routinen festhaltend und auffällig in der sozialen Interaktion.
Als wir am Tisch in der gemütlichen Wohnküche Platz nehmen, bin ich etwas nervös: In der Vorbereitung auf das Gespräch habe ich viel über das Autismus‑Spektrum gelesen und gelernt, dass die Kommunikation manchmal herausfordernd sein kann, wenn Menschen unterschiedlich wahrnehmen und verarbeiten.

