Gossau schafft Ort für Sternenkinder
Erinnern und Trauern
Auf dem Waldfriedhof Gossau ist ein neuer Gedenkplatz entstanden: Seit Montag können Familien hier ihre Trauer um verstorbene Kinder ausdrücken.
Auf dem Waldfriedhof in Gossau gibt es jetzt ein Sternenkindergrab. Die neue Grabstätte bietet Eltern einen würdigen Ort des Abschieds für Kinder, die im Mutterleib, während der Geburt oder kurz danach verstorben sind.
Die Grabstätte soll Familien einen Ort der Erinnerung und des Trosts bieten. «Für Eltern ist das Grab ihres Kinds oft ein stiller Zufluchtsort – ein Ort, an dem sie trauern, weinen, sprechen oder schweigen dürfen», sagt Tanja Cookman von der Viva Kirche, die an der Auswahl des Projekts beteiligt war.
Sterne zum Gedenken
Das überkonfessionelle Grab befindet sich auf einer Wiese neben dem Gemeinschaftsgrab. Es besteht aus einer Natursteinanlage, an der Chromstahlsterne mit glasperlengestrahlter Oberfläche befestigt werden.
Jeder Stern symbolisiert ein verstorbenes Kind und kann mit Rufnamen sowie Geburts- oder Sterbejahr beschriftet werden. Je nach Lichteinfall leuchten die Sterne dezent bis intensiv. Grabschmuck kann auf Steinplatten vor der Anlage abgelegt werden, wie die Gemeinde in einer Medienmitteilung schreibt.
Die Sterne bleiben während einer Ruhezeit von mindestens 20 Jahren bestehen. Danach können sie – falls der Platz knapp wird – durch neue Sterne ersetzt werden.
Gestaltet wurde das Sternenkindergrab vom Steinbildhauermeister Stefan Wüthrich aus Ottikon. Er setzte sich in einem offenen Wettbewerb durch. In der Jury sassen Vertreter des Gemeinderats, der Sicherheitsabteilung sowie der Katholischen, Reformierten und der Viva Kirche.
Pfarrerin Adelheid Huber von der Reformierten Kirche betont die Bedeutung einer solchen Friedensstätte: «Dem Kind einen Ort geben bedeutet: Du bist nicht vergessen, du wirst immer Teil unseres Lebens, unserer Familie sein.»
Der Gemeinderat Gossau dankt Wüthrich für die Gestaltung der Anlage, die betroffenen Familien künftig als Ort der Zuflucht dienen soll.
