Wie sich die Gymi-Prüfung für Jugendliche anfühlt
Aufnahmeprüfung am Montag
Stress und Nervosität gehen mit der Gymi-Prüfung einher. Sechs ehemalige Prüflinge erzählen, wie sie damit umgingen – und welche Tipps wirklich helfen.
Montag, 2. März 2026: Für viele Schülerinnen und Schüler ist dieses Datum rot im Kalender markiert – denn die Aufnahmeprüfungen fürs Gymnasium finden dann statt. Im Oberland steht der mehrstündige Prüfungsmarathon an der Kantonsschule Uster (KUS) und an der Kantonsschule Zürcher Oberland (KZO) an. Gut die Hälfte der Prüflinge kommt dabei jeweils durch. Diese Jugendlichen verraten, auf was es dabei ankommt und welche Erfahrungen sie gemacht haben.
«Es war wie eine normale Prüfung»
Ida Bauer (15) aus Madetswil
Letztes Jahr schrieb Ida die Aufnahmeprüfung, um im Kurzgymnasium an der KZO in Wetzikon aufgenommen zu werden. Sie ging den Prüfungstag relativ gelassen an: «Ich wollte mich selber nicht zu sehr unter Druck setzen.» In den Tagen zuvor repetierte sie nochmals die wichtigsten Themen, ging aber nicht zu sehr in die Tiefe.
Auch am Prüfungstag selbst konnte sie Ruhe bewahren. «Klar war ich ein bisschen nervös, das ist normal», meint die jetzige Kanti-Schülerin. «Aber in meinem Zimmer sass noch ein Klassenkamerad, das hat mich noch mehr entspannt. Es war eigentlich wie eine normale Prüfung.»
Idas Tipps
«Packt euren Rucksack am Vortag. Dann seid ihr am nächsten Morgen nicht noch gestresster.»
«Schaut auf dem Weg zur Kanti nichts mehr an. Das macht nur hibbelig.»
«Versucht, die Prüfung möglichst entspannt anzugehen.»
«Nervös sein ist normal»
Laurin Eggenberger (14) aus Hittnau
Die Aufnahmeprüfung fürs Langgymnasium liegt für Laurin bereits zwei Jahre zurück. Der heutige KZO-Schüler kann sich aber noch gut an die Zeit zurückerinnern. «Ich musste zuvor noch nie auf eine Prüfung richtig lernen. Das war eine riesige Umstellung.»
Durch Testsimulationen und ausreichende Vorbereitung fühlte er sich bereit: «Ich hatte ein gutes Bild von dem, was mich erwartet.» Daher setzte er kurz vor der Gymi-Prüfung eher auf Ablenkung, anstatt zu repetieren. «Nicht, dass ich vor lauter Stress dann noch etwas Falsches lerne.»
Laurins Tipps
«Nervös sein ist normal.»
«Esst einen grossen Zmorge.»
«Die Prüfung braucht viel Energie. Gönnt euch danach etwas.»
«Ich hatte keinen Plan B»
Kendra Weingart (15) aus Bäretswil
Kendra schrieb letztes Jahr von der 2. Sek aus die Gymi-Prüfung. Heute geht die Schülerin an die KZO in Wetzikon. Die Aufnahmeprüfung setzte sie stark unter Druck. «Ich hatte keinen Plan B. An diesem einen Tag musste es einfach klappen.»
Daher fiel es ihr schwer, davor ausreichend zu schlafen und Ruhe zu bewahren. «Ich habe gelernt und Angst gehabt», führt sie aus. Ihre damalige Lehrerin schenkte ihr einen Glücksbringer, dieser motivierte sie.
Kendra sagt ganz offen: «Sobald ich das Aufgabenblatt vor mir liegen hatte, bekam ich schwitzige Hände.» Die Nervosität verflog jedoch während der Tests. «Irgendwann kam ich in einen Fluss, und dann ging es wie von selbst.»
Kendras Tipps
«Nehmt euch lieber fünf Minuten mehr Zeit und löst eine Aufgabe sorgfältig, anstatt panisch durchzurasen.»
«Geht in den Pausen nach draussen. Frische Luft ist gut für das Gehirn.»
«Besucht die Kantonsschule im Vorfeld. Wenn ihr wisst, wo ihr hinmüsst, seid ihr viel gechillter.»
«Vergleichen lenkt nur ab»
Emma Meyer (13) aus Greifensee

Emma hat die Aufnahmeprüfung an der Kantonsschule Uster (KUS) vor einem Jahr erfolgreich bestanden. Vor der Prüfung war sie sich noch unsicher, ob sie überhaupt ans Langgymnasium gehen möchte. Sie wusste: «Es wäre nicht schlimm, wenn ich nicht bestehe. Dann habe ich mehr Erfahrung, wenn ich es später nochmals probieren will.»
Kurz zuvor war Emma dennoch nervös. Sie machte noch letzte Probeprüfungen unter Zeitdruck, lernte aber kaum Neues dazu. «Ich wollte mich darauf konzentrieren, wie ich mit der knappen Zeit umgehen kann.»
Die Atmosphäre am Tag der Aufnahmeprüfung überraschte Emma. «Ich dachte, es sei strenger. Schliesslich sitzt man einfach in einem Schulzimmer – also nichts Unbekanntes.» Letztlich gehe es allen Prüflingen gleich, alle seien angespannt oder unter Druck und konzentrierten sich hauptsächlich auf sich selbst.
Emmas Tipps
«Nehmt etwas zu essen und zu trinken mit, zum Beispiel Schokolade oder Traubenzucker.»
«Vergleicht eure Resultate in den Pausen nicht mit anderen. Das lenkt nur ab.»
«Die Aufsichtspersonen sind chilliger als gedacht. Es heisst nicht: ‹Stifte sofort weglegen!›, sondern: ‹Findet langsam einen Schluss und schreibt den letzten Satz zu Ende.›»
«Es geht nicht alles nach Plan»
Moisha Seiler (15) aus Laupen
Moisha wurde 2025 im Kurzgymnasium der KZO in Wetzikon aufgenommen. Für sie war klar: «Ich wollte unbedingt ins Gymi.» Dennoch hatte sie bereits ein Angebot für eine Lehrstelle. «Das hat mir den Druck etwas weggenommen und mich abgesichert.»
Der Prüfungstag verlief für sie jedoch nicht ohne Pannen. «Am Morgen merkte ich, dass ich ein Thema nicht kannte, und versuchte diese Begriffe schnell in meinen Kopf zu kriegen. Dann habe ich mich auf dem Weg vom Bahnhof zur Kanti auch noch völlig verirrt.» Davon liess sie sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen. «Es geht halt nicht immer alles nach Plan. Wichtig ist, wie man damit umgeht.»
Moishas Tipps
«Lasst euch nicht stressen, auch wenn etwas nicht auf Anhieb funktioniert.»
«Plant am Morgen ausreichend Zeit ein, falls auf dem Weg etwas passiert.»
«Lenkt euch in der Pause ab. Spielt ein Spiel oder lest ein Buch.»
«Zeigt, was ihr könnt!»
Alexander Arnold (14) aus Wetzikon
Der heutige KZO-Schüler schrieb die Gymi-Prüfung vor zwei Jahren. Schon in der 6. Klasse war Alexander bewusst: «Es ist ein grosser Schritt.» Dennoch sei die Phase für ihn fast schon entspannend gewesen. «Danach ist der ganze Stress immerhin vorbei.»
Er ging die Aufnahmeprüfung mit einer ordentlichen Portion Selbstvertrauen an. «Ich redete mir selber gut zu: Du kannst das, du schaffst das, du packst das.»
Alexander hatte am Prüfungstag schliesslich weniger mit seinen Nerven, sondern eher mit seiner Gesundheit zu kämpfen – er hatte am Morgen früh fast 39 Grad Fieber. «Ich wollte unter keinen Umständen die Nachprüfung schreiben, ich traute es mir zu und biss mich durch.»
Alexanders Tipps
«Die Nervosität wird während der Prüfung immer weniger.»
«Vertraut auf das, was ihr gelernt habt. Dann kommt es gut.»
«Zieht euer Ding durch und zeigt, was ihr könnt!»