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Wolfhauser Musiktalent

Dom Sweden rast mit «1000 Kilometer» pro Stunde Richtung Erfolg

Der Oberländer Musiker Dom Sweden hat sich in den letzten fünf Jahren vom Kulturwettbewerb-Preisträger zum gefragten Mundartsänger weiterentwickelt. Ein Karriereupdate.

Dom Sweden aus Wolfhausen hat sich mittlerweile auch ausserhalb des Zürcher Oberlands einen Namen gemacht.

Foto: Yannick Lyner

Dom Sweden rast mit «1000 Kilometer» pro Stunde Richtung Erfolg

Wolfhauser Musiktalent

Der Oberländer Musiker Dom Sweden hat sich in den letzten fünf Jahren vom Kulturwettbewerb-Preisträger zum gefragten Mundartsänger weiterentwickelt. Ein Karriere-Update.

Dominic Wetzel, besser bekannt als Dom Sweden, gewann im Frühling 2021 beim «Open Stage»-Wettbewerb den Kulturförderpreis von blue-TV. Er erhielt 15’000 Franken Preisgeld und Aufmerksamkeit weit über das Oberland hinaus. Doch wie steht es heute um den Wolfhauser Musiker, rund fünf Jahre nach seinem Sieg?

Von null auf hundert

Der Durchbruch beim «Open Stage»-Contest, der auf blue Zoom im Free-TV ausgestrahlt wurde, war ein wichtiger Meilenstein in seiner Karriere, jedoch nicht ihr Anfang. «Der erste grosse Schritt war eigentlich die Zusammenarbeit mit Baschi», sagt Dom Sweden rückblickend. Gemeinsam mit ihm und Phil Merk entstand seine erste EP «Zwüsched Herz & Verstand» mit fünf Songs.

Mit der Single und dem Musikvideo «Spiel mit em Füür» trat der Mundartkünstler beim Wettstreit für Kulturschaffende an. Kurz darauf folgte der Sieg, und plötzlich sei vieles sehr schnell gegangen: Auftritte an Festivals, neue Produktionen, ein wachsendes Team und sein Sound bei Radio SRF in Dauerschleife.

«Es war total surreal, eines meiner Lieder zum ersten Mal im Radio zu hören», erzählt der 34-Jährige. Ein Moment, der sich in sein Gedächtnis eingebrannt hat. Auf der Fahrt zum Moon-and-Stars-Festival in Locarno erklang plötzlich sein Song «1000 Kilometer» aus dem Autoradio. «Das war krass.»

Von da an ging es stetig bergauf. Kleine Gigs wurden grösser, die Fangemeinde wuchs, und die Streamingzahlen auf Spotify stiegen. Höhepunkte wie die Summerstage Basel oder zuletzt ein ausverkauftes Plaza in Zürich im Dezember 2025 markieren wichtige Meilensteine auf seinem Weg als Singer und Songwriter. Bei Letzterem lud er zur Veröffentlichung seines neuen und dritten Albums «Schattetanz» ein, das Ende November 2025 erschien.

Zwischen Druck und Durchbruch

Doch Dom Swedens Laufbahn war nicht nur von Euphorie gezeichnet. «Das letzte Jahr war eines der schönsten, aber auch das strengste meines Lebens», sagt der Künstler offen. Zwischen Teilzeitjobben, Studiosessions, dem Tourleben und Social Media stieg der Druck zunehmend. «Dabei wurde mir klar, dass ich mich sowohl musikalisch als auch als Mensch weiterentwickeln muss.»

Das habe er zum Beispiel gemerkt, als er krank und völlig erschöpft kurz vor einem Festivalauftritt erbrechen musste. Sein Künstler-Ich, Dom Sweden, habe ihm damals gesagt: «Abzusagen ist keine Option.» Also ging er auf die Bühne und performte. «Dominic Wetzel hätte das wahrscheinlich nicht gemacht, aber Sweden sagte: ‹Wir müssen abliefern.›»

Was ihn in solchen schwierigen Momenten auffängt, ist sein enges Umfeld. Sein vierköpfiges Team besteht aus langjährigen Freunden. Kennengelernt haben sie sich während ihrer Lehrzeit als Kaufleute, heute arbeiten sie gemeinsam in ihrer eigenen Firma.

Nach aussen wirke ich oft fröhlich, innerlich bin ich jedoch sehr sensibel. Meine Songs sind der Ort, an dem beides Platz hat.

Dom Sweden

Mundartpop-Sänger aus Wolfhausen

Unterstützung bekommt er aber nicht nur von seinem Freundeskreis und seiner Familie. Auch Baschi steht ihm als Mentor zur Seite. «Wenn wichtige Entscheidungen anstehen, hole ich mir seinen Rat ein», sagt der Popsänger. Die beiden lernten sich kennen, als Sweden ihm seine erste Single «Nora» mailte und Baschi ihn daraufhin anrief.

Sein Sound, seine Sprache

Dank dieser starken Rückendeckung kann er seine Energie ganz seiner Musik widmen, und dabei bleibt er sich in jeder Hinsicht treu. Dass er auf Schweizerdeutsch singt, ist kein Zufall, sondern Ausdruck seiner Überzeugung. «Mundart hat eine Direktheit, eine Ehrlichkeit», sagt er.

Seine Texte handeln oft von Liebe, Beziehungen und Verletzlichkeit – verpackt in positive, sommerliche Klänge. «Nach aussen wirke ich oft fröhlich, innerlich bin ich jedoch sehr sensibel. Meine Songs sind der Ort, an dem beides Platz hat.»

Und für alle, die seinen Stil lieben, gibt es dieses Jahr Nachschub: «Ich bin momentan voll im Schreibprozess.» Wann genau was kommt, weiss er nicht, «aber dieses Jahr release ich auf jeden Fall neue Tracks».

Auszeichnungen wie der Swiss Music Award sind für ihn heute nicht mehr das ultimative Ziel. «Natürlich würde ich mich freuen. Aber auf Dauer machen Preise nicht glücklich.» Entscheidend sei, dass die Menschen an seine Konzerte kämen und seine Musik fühlten.

Und doch träumt er nach wie vor gross – von Auftritten am Open Air St. Gallen, am Gurtenfestival oder auf anderen grossen Bühnen des Lands. «Am Heitere Open Air haben wir bereits gespielt. Jetzt wollen wir noch einen Schritt weitergehen.»

Christian Deppeler-Janz schneidet den weltgrössten Nussfladen zusammen mit Dom Sweden an.
2023 in Wila: Dom Sweden schneidet gemeinsam mit Christian Deppeler Janz den weltgrössten Nussfladen an und zeigt damit seine Verbundenheit zum Oberland. (Archiv)

Auch im Oberland, seiner Heimat, will er präsent bleiben. «Konzerte in der Region sind für mich immer ein Heimkommen», sagt er. Hier lebt er, hier schreibt er und hier findet er Inspiration für seine Lieder.

Dom Sweden live und unverstärkt in Illnau-Effretikon

Am Samstag, 21. März, tritt Dom Sweden im Stadthaussaal Illnau-Effretikon auf. Ab 21 Uhr spielt er für rund zwei Stunden eine Unplugged-Show. Die Türen und die Theaterbar öffnen bereits um 19.30 Uhr. Tickets gibt es online ab 35 Franken über eventfrog.ch zu kaufen. (tin)

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