«Ich wollte einen Ort schaffen, an dem die Leute sein dürfen, ohne zu müssen»
Ustermer Bibliotheksleiter tritt ab
Roman Weibel hat die Stadtbibliothek Uster vom stillen Bücherregal zum lebendigen Treffpunkt verwandelt. Nun tritt der 58-Jährige ab – nicht, weil ihm die Ideen ausgegangen wären, sondern, weil ihm die Perspektive fehlt.
Roman Weibel ist das, was man einen Macher nennen würde. Der 58-Jährige hält sich nicht mit kleinen Ideen oder Visionen auf – das zeigt ein Blick auf seine letzten zehn Jahre als Leiter der Stadtbibliothek Uster. Durch sein Wirken sind die Eintrittszahlen seit 2016 von 125’000 auf 200'000 im Jahr 2025 angestiegen, die Öffnungszeiten konnten von 42 Stunden pro Woche auf 112 Stunden erhöht werden, und aus einer «Büchertankstelle» wurde «ein dritter Ort für alle Menschen jeglichen Alters und jeglicher Herkunft».
Nun hört Weibel auf. «Mir fehlt die motivierende Zukunftsperspektive», begründet er. Und doch ist er traurig, wenn er an seinen Abschied denkt. «Ich hatte die richtigen Ideen, das beste Team, aber auch sehr viel Glück in den letzten Jahren – angefangen bei meiner Bewerbung damals für diese Stelle.»

