Belasteter Seegrund im Greifensee soll saniert werden
Entnahme von Proben im Februar
Der Grund des Greifensees bei Niederuster ist mit Schadstoffen belastet und muss saniert werden. Für die Bevölkerung besteht keine Gefahr.
Der Seegrund vor dem Strandbad in Niederuster ist mit Schadstoffen belastet und muss in den kommenden Jahren saniert werden. Das schreibt die Baudirektion des Kantons Zürich in einer Medienmitteilung.
Bei den Schadstoffen handelt es sich um polychlorierte Biphenyle (PCB). Diese stammen mit grosser Wahrscheinlichkeit aus schadstoffhaltigen Farbanstrichen, die zwischen 1965 und 1985 in den Schwimmbecken des Strandbads verwendet wurden. PCB gelten als langlebige Umweltgifte, die sich im Sediment anreichern. Während für Menschen kein Gesundheitsrisiko besteht und das Baden im See auch künftig unbedenklich ist, sind Wasserpflanzen und Tiere den Stoffen stärker ausgesetzt.
Sanierung ab 2030 vorgesehen
Zuständig für die Sanierung ist das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel). Da die Stadt Uster als Betreiberin des Strandbads voraussichtlich Verursacherin der Belastung ist, wird sie einen wesentlichen Teil der Sanierungskosten tragen. Die genaue Höhe der Kosten wird im Verlauf der weiteren Planung ermittelt. Kanton und Stadt arbeiten im Projekt eng zusammen.
Die eigentliche Sanierung des Seegrunds ist derzeit ab dem Jahr 2030 vorgesehen. Ziel ist, dass Tiere und Pflanzen den Schadstoffen nach der Sanierung nicht mehr ausgesetzt sind. Um festzulegen, welche Sanierungsmethode dafür am geeignetsten ist, braucht es zusätzliche Daten zum Ausmass und zur Verteilung der Belastung.
Deshalb führt das Awel in der zweiten Februarhälfte weitere Probenahmen durch. Diese finden voraussichtlich zwischen dem 16. und 20. Februar statt. Bei ungünstigen Wetterbedingungen werden sie um eine Woche verschoben.
Die Proben werden von einem Schiff aus entnommen: Mithilfe einer Lanze wird flüssiger Stickstoff in das Sediment gepresst, wodurch dieses gefriert und anschliessend aus dem See gezogen werden kann. Dabei kann Rauch entstehen, der laut Kanton jedoch ungefährlich ist.

