Gesellschaft

Energie neu verteilt

Fernwärme aus Volketswil soll künftig Teile von Uster heizen

Energie Uster und Energie 360° planen einen neuen Wärmeverbund für Teile der Stadt Uster. Die Wärme soll aus der Abwärme der Rechenzentren des Unternehmens Vantage in Volketswil stammen.

Die Energie Uster AG will künftig Fernwärme aus Volketswil beziehen.

Foto: PD

Fernwärme aus Volketswil soll künftig Teile von Uster heizen

Neuer Wärmeverbund

Die Energie Uster AG und die Energie 360° AG planen einen neuen Wärmeverbund für Teile der Stadt Uster. Die Wärme soll aus der Abwärme der Rechenzentren des Unternehmens Vantage in Volketswil kommen.

Einzelne Gebiete in Uster sollen neu mit Energie aus Volketswil beliefert werden: Die Energie Uster AG und die Energie 360° AG wollen Teile der Stadt Uster an die neue Energiezentrale der Energie 360° anschliessen. Die Anlage nutzt die Abwärme der Rechenzentren des Unternehmens Vantage und soll mehrere Gemeinden in der Region mit erneuerbarer Wärme versorgen.

Das vorhandene Abwärmepotenzial reiche aus, um zusätzlich auch Teile von Uster zu beliefern. Dies geben die Energie 360° und die Energie Uster in einer gemeinsamen Medienmitteilung bekannt. Die beiden Energieunternehmen planen den Aufbau des Wärmeverbunds Nänikon Uster. So können Nänikon, Werrikon sowie Teile von Kirch- und Oberuster angeschlossen werden – alles Gebiete entlang der Bahnlinie.

Seit Herbst 2024 haben die Unternehmen die Pläne in einer Machbarkeitsstudie und in einem Vorprojekt geprüft. Die Abklärungen fallen positiv aus: Der geplante Wärmeverbund gilt als technisch umsetzbar und im Vergleich zu alternativen Heizlösungen als wirtschaftlich konkurrenzfähig.

Begünstigt werde das Projekt durch die dichte städtische Bebauung in den vorgesehenen Ausbaugebieten, die sich gut für Fernwärme eigne.

Uster prüfte schon seit einigen Jahren verschiedene Wärmeverbunde, auch derjenige mit der Kezo in Hinwil stand zur Debatte. Nun hat sich die Energie Uster für eine andere Strategie entschieden. Sie betreibt in der Stadt bereits die Wärmeverbunde Uster Nord und Uster Zentrum, die weiter ausgebaut werden sollen.

«Uster könnte somit schon bald zum Grossteil flächendeckend mit Fernwärme versorgt sein», sagt Romeo Comino, Bereichsleiter Netze der Energie Uster AG. Aussenwachten von Uster wie Freudwil, Wermatswil, Riedikon und Sulzbach seien hingegen für einen Anschluss nicht geeignet, weil sie zu wenig Energiedichte aufwiesen und deshalb keine attraktiven Wärmepreise angeboten werden könnten.

Bau könnte 2027 beginnen

In einem nächsten Schritt wird nun das Bauprojekt erarbeitet. Es soll die technischen und baurechtlichen Grundlagen für die Umsetzung schaffen. Ziel ist es, die Quartiere in Nänikon und Uster ab 2027 schrittweise zu erschliessen.

Der Baustart ist ab Mitte 2027 vorgesehen, sofern die notwendigen Bewilligungen vorliegen und ein positiver Realisierungsentscheid gefällt wird.

Bis die Wärme aus Volketswil verfügbar sei, seien befristete Ersatzlösungen vorgesehen. Diese hingen vom Bedarf und vom Interesse der künftigen Wärmekundschaft ab und könnten später als Reserve- und Spitzenenergieanlagen genutzt werden.

«Falls bei einer Liegenschaft die Heizung früher aussteigen sollte, können alternative Übergangslösungen gefunden werden, bis das Fernwärmenetz mit Volketswil steht», sagt Comino.

Der geplante Wärmeverbund entspricht den Vorgaben des revidierten Zürcher Energiegesetzes, das den Ersatz fossiler Heizungen fördert. Die Energie 360° nutzt Abwärme aus Rechenzentren und erneuerbare Energiequellen bereits in mehreren Regionen der Schweiz.

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