Alle haben eine Metzgete – nur Wila hat zwei
Das Restaurant Frieden in Wila führt gleich zweimal im Jahr eine Metzgete durch. Warum die Gemeinde im Tösstal nicht bis in den Herbst warten will – und wie zeitgemäss eine Metzgete in Zeiten des Klimawandels noch ist.
Blutwurst, Leberli, Koteletts und Geschnetzeltes – alles typische Spezialitäten an einer Metzgete in der Region. Am 4. Februar ist es im Restaurant Frieden in Wila wieder so weit.
Ursula Lüthi ist die Wirtin der Gastwirtschaft an der Tösstalstrasse mitten im Dorfzentrum. Sie führt die Metzgete seit 2024 durch – jeweils einmal im Februar und einmal im November.
Der jetzige Zeitpunkt könnte stutzig machen: Während traditionell im Herbst geschlachtet wird, zaubert der «Frieden» als eine der wenigen Wirtschaften der Region die Fleischwaren gleich zweimal im Jahr auf den Tisch. Wie die Gastronomin erklärt, hatte dies ursprünglich administrative Gründe: «Als ich im Oktober 2023 im ‹Frieden› anfing, erschien mir eine Metzgete im November zu umständlich. Wir führten den Anlass deswegen erst im Februar durch. Da es gute Resonanzen gab, haben wir diesen etwas seltsamen Zeitpunkt beibehalten.»
Mit seinem Angebot im Februar kann sich das Restaurant von der Konkurrenz abgrenzen, welche vornehmlich im Herbst ihr Fleisch auf den Teller bringt. Der Anlass im «Frieden» ist jedes Jahr gut besucht. «Manchmal kommen Leute von weit her – und Reklamationen erhielten wir bisher keine», erzählt Lüthi. Die Metzgete präge das Ortsbild von Wila: «Wegen ihr kommen die Leute noch ins Restaurant.» Die Veranstaltung sei ein wichtiger Bestandteil des dörflichen Austauschs.

