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Die bewegte Geschichte des Bahnhofs Aathal  

1883 gebaut, 1992 verschoben: Der Bahnhof Aathal hat einiges hinter sich. Ein Blick ins Fotoarchiv lässt die Vergangenheit aufleben.

Der berühmte Schweizer Luftfahrtpionier Walter Mittelholzer fotografierte um 1925 den Seegräbner Ortsteil Aathal mit den Spinnereigebäuden, den zwei Weihern und dem alten Bahnhof Aathal.

Archivfoto: ETH-Bibliothek, Walter Mittelholzer

Die bewegte Geschichte des Bahnhofs Aathal  

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1883 gebaut, 1992 verschoben: Der Bahnhof Aathal hat einiges hinter sich. Ein Blick ins Fotoarchiv lässt die Vergangenheit aufleben.

Der Bau der S-Bahn hatte für den kleinen Bahnhof Aathal massive Auswirkungen. So brauchte es auf der Strecke zwischen Uster und Wetzikon eine «Doppelspurinsel», damit die im Takt fahrenden Züge kreuzen konnten. Und diese letztlich fast 19 Millionen Franken teure «Insel» sollte bei der Station Aathal entstehen. Die begradigte Strecke sollte mehr zum Südhang verschoben werden. Als am 14. Mai 1990 die ersten Züge auf der neuen Strecke fahrplanmässig fuhren, passierten diese nicht nur eine moderne Haltestelle, sondern auch noch einen 265 Meter langen Eisenbahntunnel, der neu erstellt worden war.

Der alte Bahnhof Aathal wird 1992 um 80 Meter verschoben.
Der alte Bahnhof Aathal wird 1992 auf Schienen gesetzt und um 80 Meter verschoben.

Mit der begradigten Strecke gab es auch eine Strassenüberführung über die neue Bahnstrecke. Damit konnte der alte Bahnübergang aufgehoben werden, viele Industriegleise und sieben der acht Weichen wurden abgebaut. Und der alte Bahnhof aus dem Jahr 1883 – die ältesten Teile gehen sogar auf 1863 zurück – stand plötzlich ohne Gleise da.   

alter Bahnhof Aathal am alten Standort vor der Verschiebung, Gemeinde Seegräben; im Bild Bahnhof ohne Gleis 1992
Noch am alten Standort, aber ohne Gleise: der frühere Bahnhof Aathal, der aus dem 19. Jahrhundert stammt. Diese Aufnahme entstand im Jahr 1922.

Um mehr Platz vor dem neuen Lagerhaus zu erhalten, verschob die Spinnerei Streiff AG 1992 das alte, unter Schutz stehende Bahnhofgebäude. Dieses wurde kurzerhand selbst auf Schienen gesetzt und mit Hydraulikpressen 80 Meter talabwärts verschoben. In das renovierte Gebäude zog die Post ein.

alter Bahnhof Aathal am alten Standort vor der Verschiebung, Gemeinde Seegräben; im Bild Aufnahme von 1990
Kurz vor der Stilllegung der alten Strecke fährt 1990 ein Zug am Bahnhof Aathal ein.

Wieder aufgebaut wurden auch der einstige Güterschuppen und das mechanische Stellwerk mit den beiden Läutwerken von 1912. Die Stellwerkausstattung ist von besonderem technikgeschichtlichem Zeugniswert. Einerseits ist im kleinen Gebäude in Eisenkonstruktion ein mechanisches Werk von 1912 untergebracht, andererseits ein «moderneres» aus den 1950er/1960er Jahren.   

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