Die bewegte Geschichte des Bahnhofs Aathal
Zeitreise in Bildern
1883 gebaut, 1992 verschoben: Der Bahnhof Aathal hat einiges hinter sich. Ein Blick ins Fotoarchiv lässt die Vergangenheit aufleben.
Der Bau der S-Bahn hatte für den kleinen Bahnhof Aathal massive Auswirkungen. So brauchte es auf der Strecke zwischen Uster und Wetzikon eine «Doppelspurinsel», damit die im Takt fahrenden Züge kreuzen konnten. Und diese letztlich fast 19 Millionen Franken teure «Insel» sollte bei der Station Aathal entstehen. Die begradigte Strecke sollte mehr zum Südhang verschoben werden. Als am 14. Mai 1990 die ersten Züge auf der neuen Strecke fahrplanmässig fuhren, passierten diese nicht nur eine moderne Haltestelle, sondern auch noch einen 265 Meter langen Eisenbahntunnel, der neu erstellt worden war.

Mit der begradigten Strecke gab es auch eine Strassenüberführung über die neue Bahnstrecke. Damit konnte der alte Bahnübergang aufgehoben werden, viele Industriegleise und sieben der acht Weichen wurden abgebaut. Und der alte Bahnhof aus dem Jahr 1883 – die ältesten Teile gehen sogar auf 1863 zurück – stand plötzlich ohne Gleise da.

Um mehr Platz vor dem neuen Lagerhaus zu erhalten, verschob die Spinnerei Streiff AG 1992 das alte, unter Schutz stehende Bahnhofgebäude. Dieses wurde kurzerhand selbst auf Schienen gesetzt und mit Hydraulikpressen 80 Meter talabwärts verschoben. In das renovierte Gebäude zog die Post ein.

Wieder aufgebaut wurden auch der einstige Güterschuppen und das mechanische Stellwerk mit den beiden Läutwerken von 1912. Die Stellwerkausstattung ist von besonderem technikgeschichtlichem Zeugniswert. Einerseits ist im kleinen Gebäude in Eisenkonstruktion ein mechanisches Werk von 1912 untergebracht, andererseits ein «moderneres» aus den 1950er/1960er Jahren.
