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Gesellschaft

Nudelfabrik Felsenegg

Erinnerungen an die «Nudli»

Fast ein Jahrhundert lang wurden in der Felsenegg industriell gefertigte Teigwaren produziert. Im Ortsmuseum Wila zeigt nun eine Ausstellung die Geschichte dieser Nudelfabrik auf. Porträtiert werden auch die Menschen, die dahinterstanden.

Früher wurden in Wila noch Teigwaren produziert.

Foto: Ortsmuseum Wila

Erinnerungen an die «Nudli»

Fast ein Jahrhundert lang wurden in der Felsenegg industriell gefertigte Teigwaren produziert. Im Ortsmuseum Wila zeigt nun eine Ausstellung die Geschichte dieser Nudelfabrik auf. Porträtiert werden auch die Menschen, die dahinterstanden.

Wer isst schon nicht gerne ­Teigwaren? Die Gemeinde Wila weist eine industrielle Besonderheit auf: eine ehemalige Nudelfabrik in der Felsenegg. Während 92 Jahren gehörte die «Nudli» zum Dorfbild und zum Dorf­leben. Gleichzeitig markiert das Fabrikgebäude mit der früheren Nutzung als Spinnerei den Beginn des Industriezeitalters und der industriellen Wasserkraftnutzung in Wila. Deshalb ist auch die Gebäudegeschichte aufschlussreich.

Wila war nie ein ­Industriedorf, aber die begrenzten Möglichkeiten dafür zeigt die Entwicklung des Fabrikstand­orts Felsenegg. Es ist eine Ge­schichte der ständigen Innova­tion bis heute.

Spiele für Kinder in der «Nudli»

Die Ausstellung im Ortsmuseum Wila widmet sich dieser besonderen Tradition: Sie zeigt die Entwicklung der Teigwaren­fabrik Hotz und porträtiert die Unternehmerfamilien Hotz und Aeppli sowie ehemalige Mitarbeitende. Zahlreiche Fotos und Objekte entführen in die Welt der Pasta und lassen den Fabrikalltag wieder aufleben.

Der Bevölkerung sind insbesondere die regelmässig durchgeführten Spiele für Kinder in der «Nudli» im Rahmen des Hoffnungsbunds in bester Erinnerung – derartige Angebote gab es damals sonst schlicht nicht im Dorf. Das grösste Vergnügen war, wenn dabei der «Nudli»-Fabrikleiter Aeppli im dunklen Warenlift die Kinder mit einem kräftigen «Uuh!» erschreckte.

Spinnerei, Teigwarenfabrik, Werkzeugmanufaktur

Wieso entstand ausgerechnet in Wila eine Teigwarenfabrik? Was bedeutete sie im Dorfleben? Wer arbeitete dort? Wieso musste sie ihren Betrieb einstellen? Wie zeigt sich dieses Gewerbe heute? Was ist überhaupt eine Nudel? Die Ausstellung greift diese Fragen auf und ordnet das Teig­warengewerbe in Wila in seine regionalen, familiären und sozia­len Zusammenhänge ein.

Das Gebäude Felsenegg heute ist schon das dritte seit dem erstmaligen Bau. Der Zweck änderte sogar noch häufiger: Ursprünglich sollte dort eine Sägemühle stehen, dann entstand 1830 die erste Fabrik in der Gemeinde Wila als Spinnerei. Diese wurde 1873 in eine Teigwarenfabrik umgebaut, ab 1965 stellte die Wabo dort Werkzeuge her, und seit 1993 produziert und verkauft dort die Glasbläserei Burri Glaswaren, zudem verkauft die Firma Holzpunkt Parkettböden.

Spannend ist auch die Geschichte der Wasserkraft, denn der Huebbach trieb jahrzehntelang die Maschinen der Spinnerei und später noch eine Zeit lang diejenigen der Teigwarenfabrik Hotz an. Wer sich in der Gegend des Bodenweihers auf einen Spaziergang begibt, kann dies mit den insgesamt vier Weihern anschaulich nachvollziehen.

Übrigens werden auch heute in Wila wieder Teigwaren hergestellt. Seit 2016 führt die Familie Fuhrer im Girentobel einen Hofladen mit einem reichhaltigen Angebot – unter anderem von selbst gemachten Teigwaren.

Eine Frau mit einer Kiste frischer Nudeln.
Marina Fuhrer und die selbstgemachten Nudeln.

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