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Sonderausstellung im Museum

Rätselraten um Haushaltsgeräte in Wetzikon

«Das bisschen Haushalt, ist doch kein Problem…» sang Johanna von Koczian 1977. Das Museum Wetzikon hat dem Thema eine Sonderausstellung gewidmet und rundet sie mit einem Film ab.

Noch bis zum 1. März sind im Museum Wetzikon Haushaltsgegenstände aus vergangener Zeit ausgestellt.

Foto: Lea Chiapolini

Rätselraten um Haushaltsgeräte in Wetzikon

Sonderausstellung im Museum

«Das bisschen Haushalt … ist doch kein Problem», sang Johanna von Koczian 1977. Das Museum Wetzikon hat dem Thema eine Sonderausstellung gewidmet und rundet sie mit einem Film ab.

Bei Führungen mit Schulklassen im Museum Wetzikon fragt Museumsleiterin Gabriela Flüeler die Kinder gerne, wie man denn wissen könne, was in der Vergangenheit passiert sei. «Einmal fragte ich, woher man weiss, dass dieses Haus 1758 erbaut wurde. Da meinte ein Schüler frech, ich sei wohl beim Bau dabei gewesen», sagt Flüeler lachend.

In der Sonderausstellung «Das bisschen Haushalt …», die im letzten April eröffnet wurde, sind Haushaltsgegenstände früherer Generationen ausgestellt. Bei einigen Objekten war zu Beginn der Ausstellung noch nicht ganz klar, für was sie einst verwendet wurden.

Schriftstücke, Bilder und Objekte sind Zeugen vergangener Zeit. Aktuell umfasst die Sammlung des Museums 6140 Objekte jeder Grösse und etwa 4550 Bücher aus den verschiedensten Bereichen. «Doch der vierte Weg, über den Informationen die Zeit überdauern, ist durch Erzählungen», sagt die Museumsleiterin. Und diese sind bei der aktuellen Ausstellung zentral.

«Durch Erzählungen von Besucherinnen und Besuchern, welche die Gegenstände noch aus ihrer Kindheit kannten, kamen wir den Geheimnissen immer mehr auf die Spur», erzählt Gabriela Flüeler. «Ohne den Kontext ihrer eigenen Zeit sind die Gegenstände fremd, und ihre Geschichten drohen zu verblassen, solange sie niemand mehr weitererzählt.»

Ein altes Kebab-Messer?

Der wohl kurioseste Gegenstand dürfte ein «Bohnen-Säapparat» sein, der in einem Haus an der Tödistrasse in Wetzikon einst zum Vorschein kam. Mit diesem grossen Apparat konnten zuerst regelmässige Löcher in einem Kreis gebohrt und dann die einzelnen Bohnen durch Röhren säuberlich nach unten in die Löcher fallen gelassen werden.

«Das scheint auf den ersten Blick umständlicher zu sein, als die Bohnen einfach von Hand zu säen», gibt Gabriela Flüeler zu. «Doch wir wissen, dass die einstige Eigentümerin des Apparats die damals internierten Polen in Wetzikon bekochte – also grosse Mengen an Lebensmitteln benötigte, aber gleichzeitig einen schlechten Rücken hatte und sich nicht gut bücken konnte.»

Doch bereits Teppichklopfer lassen heutige Jugendliche rätseln. «Einmal fragte mich ein Schüler, ob das zum Töten von Fliegen sei», erzählt Flüeler. Und bei einer Art Sparschäler wurde schon vermutet, dass er zum Schneiden von Kebab-Fleisch sei. Das grosse Rätselraten um die Gegenstände wurde schliesslich in einem Film festgehalten, der am 21. Januar in der Garage in Wetzikon gezeigt wird.

Kopien aus Karton

Den Anstoss für die aktuelle Sonderausstellung gab dabei ein Waschbrett. «Bei einer früheren Ausstellung war dieses zu sehen, und ein junges Mitglied aus unserem Team wunderte sich, was das denn sei», sagt die Museumsleiterin. «Ich hatte die Idee für die Ausstellung schon lange im Hinterkopf, aber das war der Moment, als ich sagte, ja, jetzt ist es so weit.»

Museumsleiterin Gabriela Flüeler gestaltet die Sonderausstellungen jeweils zusammen mit den Vereinsmitgliedern Peter Kern und Vreni Müller. «Wir hatten eine Vorstellung von einigen Objekten, die in der Ausstellung einfach dabei sein müssen, wie etwa ein Staubsauger aus den 1950er Jahren», sagt Flüeler. Doch nicht alles konnten sie bis zur Vernissage finden. Die fehlenden Stücke wurden von Vreni Müller kurzerhand aus Karton gebastelt.

An den Wänden hängen unter anderem auch Werbungen aus den letzten 100 Jahren. Diese sind meist mit Frauen bebildert. «Ausser es geht um ein grosses elektronisches Gerät wie einen Staubsauger», sagt Flüeler schmunzelnd. «Dann ist plötzlich ein Mann zu sehen, der das Teil bedient.»

Die 62-Jährige selbst kennt einige der Ausstellungsstücke aus ihrer eigenen Kindheit. «Zum Beispiel war ich als Kind immer dafür verantwortlich, den vollen Ochsner-Kübel an die Strasse für die Müllabfuhr zu tragen.» Und auch die Ravioli aus der Büchse, die auf dem grössten Plakat in der Ausstellung abgebildet sind – eine Werbung der Marke Hero –, hatte ihr Vater jeweils zubereitet.

«Einmal, als ich von der anstehenden neuen Ausstellung erzählt habe, erhielt ich von einem Mann die Reaktion: ‹Aha, ein Frauenthema›», sagt Flüeler. «Da war für mich klar, dass ich dieses Sujet als Hauptbild bekommen musste.»

«Das bisschen Haushalt – der Film» wird am Mittwoch, 21. Januar, um 19 Uhr in der Garage in Wetzikon gezeigt. Die Sonderausstellung ist noch bis zum 1. März jeweils am Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.museum-wetzikon.ch.

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