Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Gesellschaft

Industriegeschichte und Natur

Ehemaliges Maggi-Areal ist neu Teil des Kemptwegs

Der Lehrpfad zwischen Illnau und Kemptthal bindet neu auch «The Valley» ein. Auf acht Kilometern lässt sich die industrielle Nutzung der Wasserkraft im Laufe der Jahrhunderte erleben.

«Aus dem Maggi-Areal wird The Valley» – der Kemptweg informiert an vier Standorten über die Geschichte des einstigen Fabrikgeländes.

Foto: Verein Hotzehuus

Ehemaliges Maggi-Areal ist neu Teil des Kemptwegs

Industriegeschichte und Natur

Der Lehrpfad zwischen Illnau und Kemptthal führt seit Kurzem mitten durchs Valley. Auf insgesamt acht Kilometern lässt sich die Wasserkraftnutzung im Lauf der Jahrhunderte erleben.

Der Kemptweg zwischen Illnau und Kemptthal ist im Bereich Grafstal–Kemptthal verlegt worden. Statt wie bisher die Autobahn entlang führt der Wanderweg nun mitten durchs Valley bis zum Bahnhof Kemptthal. Damit wird das einstige Maggi-Fabrikgelände in seiner Gesamtheit in den rund acht Kilometer langen Natur- und Industrielehrpfad integriert.

Der Geburtsort der weltbekannten Maggi-Würze war Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden. Heute gilt die einstige Nahrungsmittelfabrik als Highlight der Industrialisierung im Kempttal. Vor Ort informieren Tafeln an vier Standorten über deren Geschichte. Insgesamt finden sich entlang dem Kemptweg Informationen zu 28 interessanten Punkten – 22 zur Industriegeschichte sowie sechs weitere zu naturkundlichen Themen.

Mühlen, Fabriken, Kanäle, Stauanlagen

Die Wasserkraft der Kempt, die dem Tal ihren Namen leiht, wurde bereits im Mittelalter für den Antrieb von Mühlen genutzt. Im frühen 19. Jahrhundert führte die Mechanisierung der Textilindustrie zu mehreren Fabrikgründungen entlang dem Flüsschen. Ein System von Kanälen und Stauanlagen sorgte für den Antrieb der neuen Maschinen und der alten Mühlen.

Davon zeugt auch das alte Stauwehr der ehemaligen Weberei Graf in Illnau am Start- respektive Endpunkt des Kemptwegs. Mittels Schiebevorrichtungen konnte dort ab 1867 das Wasser in den «Unteren Weiher» abgelassen werden, von dem es je nach Bedarf in den Fabrikkanal oder in die Kempt weiterfloss.

Der erste Teil des Kemptwegs wurde im Herbst 2000 auf dem Gebiet Illnau-Effretikon mit damals noch 16 Orientierungstafeln eröffnet. Erstellt wurde er vom Hotzehuus-Verein mit Unterstützung des örtlichen Verkehrs- und Verschönerungsvereins. Die rund fünf Kilometer erstrecken sich von besagtem Webereistauweiher über die Talmühle und die Spinnerei Oberkempttal bis hin zur Würglenmühle, dem heutigen Restaurant QN-World bei Effretikon.

Verlängerung über die Gemeindegrenze hinaus

2007 baute der Verein Lindau lebt den Wanderweg gemeindeübergreifend um drei weitere Kilometer von der Mannenberger Mühle bis zum Bahnhof Kemptthal aus. Auf Höhe Grafstal führt ein Schwenker weg von der Kempt hinauf ins Dorf zu den dortigen, mit der Maggi-Fabrik zusammenhängenden Bauten. Dazu gehört beispielsweise eine Wohnsiedlung für die einstigen Angestellten des Werks oder das ebenfalls von Maggi erstellte erste Freibad der Region.

Federführend bei der jetzt erfolgten Anbindung des einstigen Maggi-Areals an den Kemptweg war die Gemeinde Lindau, die das Projekt im Zuge ihres 1250-Jahr-Jubiläums umsetzte. Im Zuge der geänderten Streckenführung montierte der Werkhof Lindau neue Wegweiser entlang dem gesamten Weg. Gleichzeitig wurden mehrere beschädigte Tafeln ersetzt. Die Koordination erfolgte über den Illnauer Hotzehuus-Verein.

Auf den Spuren der Wasserkraft

Der Kemptweg führt von der ehemaligen Weberei Graf in Illnau bis zum Bahnhof Kemptthal und vice versa. Die Wanderzeit beläuft sich auf rund zweieinhalb Stunden. Die Strecke ist auch als Velotour geeignet, Fusspfade können umfahren werden. Beim Sagiweiher in Illnau und bei der Kanalanlage Otelrain stehen Picknickplätze zur Verfügung.

Die Wanderkarte «Kemptweg» im Masstab 1:12’500 mit der neuen Streckenführung und weiteren Infos kann kostenlos im Stadthaus Effretikon, im Gemeindehaus Lindau und beim Hotzehuus-Verein (Ueli Müller, E-Mail muellervogel@sunrise.ch oder Telefon 076 340 21 03) bezogen werden.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns