Gesellschaft

Boxkampf wird abgesagt

Die Gemeinde Volketswil wehrt sich gegen Brian Keller

In Volketswil hätte Ende Februar das Debüt von Brian Keller als professioneller Boxer stattfinden sollen. Dieser Kampf wird nun abgesagt – wegen der Gemeinde.

So wurde die «Fight Night» mit Brian Keller in Volketswil auf Instagram beworben.

Foto: Lennart Langer

Die Gemeinde Volketswil wehrt sich gegen Brian Keller

Boxkampf wird abgesagt

In Volketswil hätte Ende Februar das Debüt von Brian Keller als professioneller Boxer stattfinden sollen. Dieser Kampf wird nun abgesagt – wegen der Gemeinde.

Boxkampfveranstaltungen im Kultur- und Sportzentrum Gries sind in Volketswil nichts Neues. Aber Ende Februar hätte ein Kampf stattfinden sollen, der die Gemeinde zum Eingreifen bewog. Als einer der Kämpfer der «Fight Night» war nämlich Brian Keller geplant. Der mehrfach wegen Gewaltdelikten verurteilte und durch grosse Medienbegleitung berühmt gewordene Kampfsportler hätte in Volketswil nach mehreren Amateurboxkämpfen sein professionelles Debüt gegeben.

Dieser Plan ist jetzt geplatzt. Volketswil stellt sich quer: «Nachdem die Gemeinde Volketswil von dem vorgesehenen Boxkampf mit Brian Keller erfahren hatte, nahm sie umgehend Kontakt mit dem Veranstalter auf», sagt die Kommunikationsverantwortliche Jacqueline Wettstein. «In einem konstruktiven und sachlichen Gespräch empfahl die Gemeindeverwaltung dem Veranstalter, den Event abzusagen.»

Die «sicherheitspolizeiliche Gesamtbeurteilung der Lage» sei der Grund für die Intervention gewesen. Wettstein sagt weiter: «Berücksichtigt wurden insbesondere frühere Vorfälle und Kämpfe im Zusammenhang mit dem Boxer, bei denen es zu Spannungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen war.» Die Gemeinde befürchtet ein erhöhtes Risiko für Gewalt oder Störungen der öffentlichen Ordnung.

Kämpfen ja, Brian Keller nein

Offiziell verboten, den Kampf durchzuführen, hat es die Gemeinde dem Veranstalter nicht. Dieser habe aber wegen ihrer Empfehlung und der Ausgangslage freiwillig davon abgesehen. «Die Gemeinde hält jedoch fest, dass sie, gestützt auf die Polizeiverordnung, keine Bewilligung für diese Veranstaltung erteilt hätte», so Wettstein.

Skender Shahinaj, Leiter der World Karate und Kickboxing Union Schweiz und Veranstalter des Anlasses, sieht keinen Grund, sich gegen den Entscheid der Gemeinde zu wehren. «Wir haben seit Jahren eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Volketswil», sagt er. «Ich will dieses Verhältnis nicht für einen Boxer riskieren, der noch nie bei uns gekämpft hat. Wir akzeptieren den Entscheid der Gemeinde.» Die «Fight Night» wird an diesem Abend trotzdem stattfinden – einfach ohne Brian Keller.

Shahinaj erklärt die Gründe für seinen ursprünglichen Entscheid, Brian Keller für einen Boxkampf zu engagieren: «Wir wollten Brian Keller eine Chance geben, damit er seine professionelle Boxkarriere verwirklichen kann und von den Strassenkämpfen wegkommt.» Es sei sein Ziel gewesen, das er sein Können vor Publikum zeigen könne.

Fehlende schriftliche Stellungnahme

Brian Keller wollte zur Absage des Boxkampfs noch keine Stellungnahme abgeben. Dies liess er auf Anfrage über seinen Manager verlauten. Auf seinem öffentlichen Instagram-Kanal schreibt er, dass eine schriftliche Begründung für das Vorgehen der Gemeinde noch ausstehe. Sobald diese vorliege, werde er weitere Details bekannt geben.


> > Update: Lesen Sie hier die Reaktion von Brian Keller.

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