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Gesellschaft

Schlittschuhlaufen in der Natur

Kälte bringt Leben auf die Oberländer Weiher – aber Vorsicht ist geboten

Nach zehn Jahren ist der Fistelweiher in Fischenthal wieder zum Schlittschuhlaufen freigegeben. Es ist nicht das einzige gefrorene Gewässer, das zum Wintersport einlädt.

Kälte bringt Leben auf die Oberländer Weiher – aber Vorsicht ist geboten

Schlittschuhlaufen in der Natur

Nach zehn Jahren ist der Fistelweiher in Fischenthal wieder zum Schlittschuhlaufen freigegeben. Es ist nicht das einzige gefrorene Gewässer, das zum Wintersport einlädt.

Die Kälte hat das Zürcher Oberland fest im Griff. Anfang Woche war es in Pfäffikon minus 14,9 Grad – gemäss Meteonews der kälteste Wert, der im Kanton Zürich an den acht Messstationen angezeigt wurde.

Die Menschen ziehen sich in die warme Stube zurück oder warten vermummt auf ihren Bus. Was sonst in Bewegung ist, liegt nun erstarrt da – Bäche und Seen gefrieren, Bäume sind von weissem Frost überzogen. Und doch eröffnet die Kälte neue Möglichkeiten: Eisprinzessinnen und Hockeyspieler schnüren ihre Schlittschuhe ausnahmsweise am Ufer eines regionalen Weihers statt in der Eishalle oder neben dem künstlichen Eisfeld.

So ist der gefrorene Fistelweiher in Fischenthal offiziell zur Benutzung freigegeben, wenn auch unter gewissen Auflagen. «Die Seepolizei hat am Dienstagvormittag, 6. Januar, eine Eisdicke von 18 Zentimetern gemessen», heisst es in einer Mitteilung der Gemeinde. «Die Freigabe erfolgt auf den Tag befristet und wird täglich neu beurteilt.»

Freude für Gross und Klein

Die Freigabe fand Anklang – das zeigt ein Besuch am Mittwochnachmittag. Strahlender Sonnenschein fällt auf ein weisses Winterwunderland. Kinder üben sich auf den Kufen, Eltern stützen sie oder geben Tipps, wie das Gleichgewicht besser zu halten ist.

Matthias besucht seine Nichte und deren Familie in Fischenthal. Mit Stock bewaffnet, flitzt er über das Eis. Es ist zu erkennen, dass er auch sonst Hockey spielt. «In der Natur ist es zwar viel anstrengender, dafür aber auch viel schöner», resümiert er. Dafür nehme er auch in Kauf, die Kufen vor seinem nächsten Einsatz auf dem Kunsteis neu schleifen zu müssen.

Dass das Eis etwas holprig ist, stört niemanden. Salome und Sandra üben sich in Pirouetten und anderen kleineren Kunststücken. Das Mutter-Tochter-Gespann gerät ins Schwärmen. «Nach vielen Jahren ist der Weiher endlich wieder gefroren – so schön!»

Gemeindeschreiberin Vanessa Fasser bestätigt dies: 2016 war das letzte Mal, dass der Weiher zum Schlittschuhlaufen freigegeben war.

Anweisungen der Gemeinde müssen befolgt werden

Trotz aller Freude: Gefrorenes Gewässer birgt auch immer Gefahren. Für Freigaben sind die jeweils anliegenden Gemeinden zuständig, wie die Kantonspolizei Zürich auf ihrer Website schreibt. Sie warnt: «Wer eine nicht freigegebene Eisfläche betritt, begibt sich in grosse Gefahr.»

Und sie appelliert: Auch wenn eine Eisfläche nach eigener Einschätzung stabil wirke – sei sie nicht freigegeben, dürfe sie auch nicht betreten werden. «Absperrungen, Warnhinweise und Verhaltensvorschriften der zuständigen Behörden sind strikt zu beachten.»

Man sieht einen gefrorenen Weiher mit Kindern darauf.
Dort, wo der Weiher in einen Bach übergeht, hat die Gemeinde Absperrungen errichtet. Sicherheit steht an erster Stelle.

In Fischenthal ist man sich der Gefahr bewusst. Die Bevölkerung habe sich deshalb strikt an die Anweisungen der Gemeinde zu halten. So darf die Eisfläche, im Fall einer erneuten Freigabe, zwischen 10 und 17 Uhr betreten werden. Ausserhalb dieser Zeiten ist es verboten; der Zugang wird entsprechend abgesperrt und signalisiert.

Weiter weist die Gemeinde darauf hin, dass es sich beim besagten Areal um ein sensibles Naturschutzgebiet handelt. Die Nutzung ist daher auf die lokale Bevölkerung beschränkt, Abfälle sind fachgerecht zu entsorgen.

Ein Eisweg in Bubikon

Einige Kilometer weiter weg zeigt sich ein ähnliches Bild wie in Fischenthal. Auf dem Hüsliriet in Bubikon sind Gross und Klein in Schlittschuhen, auf Schlitten oder zu Fuss unterwegs. Gemäss Gemeindewebsite ist die Eisfläche seit dem 7. Januar offiziell freigegeben.

Während man sich in Fischenthal auf einer grossen Fläche vergnügt, gleicht das Eisfeld in Bubikon eher einem Eisweg. Verschiedene Abzweigungen sorgen dafür, dass sich die Anwesenden nicht in die Quere kommen. «Das ist jetzt schon mein Highlight des Jahres», ist sich Ava sicher. Die junge Frau ist zu Besuch bei ihrer Freundin Marie – und gemeinsam flitzen sie über das Eis. «Für mich ist es pure Nostalgie, da ich als Kind oft hier war. So schön, dass das diesen Winter möglich ist», schwärmt Marie.

Auch in Bubikon prüft die Gemeinde täglich den Zustand der Eisfläche. In den nächsten Tagen sind Regen und Schnee angekündigt; wie lange die Weiher dann noch betretbar sind, wird sich zeigen. Auf der Website von Fischenthal wie auch von Bubikon wird jeweils darüber informiert.

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