Kantonaler Rekord: In Pfäffikon war es am Dienstagmorgen am kältesten
Mit knapp minus 15 Grad haben die Pfäffikerinnen und Pfäffiker am Dienstagmorgen kantonal am stärksten frieren müssen. Doch so kalt dürfte es nicht bleiben – vor allem wegen der Wolken.
Der Schnee blieb zwar aus, doch die frostigen Temperaturen genügten am Dienstagmorgen, um die vermummten Gestalten schnell wieder in die Häuser zu jagen. Mit minus 14,9 Grad war es besonders in Pfäffikon bitterkalt – es war gemäss Meteonews der kälteste Wert, der im Kanton Zürich an den acht Messstationen angezeigt wurde.
«Typischerweise wird der tiefste Temperaturwert eines Tages zwischen 6 und 8 Uhr gemessen», sagt Meteorologe Michael Eichmann von Meteonews. Vergleichbar kalt war es in Kloten mit minus 14 Grad. In Dübendorf zeigte das Thermometer «milde» minus 11 Grad an.
«Es dürfte vermutlich eine der kältesten Nächte der letzten fünf Jahre gewesen sein», sagt Eichmann. So sei es in Kloten die kälteste Nacht seit dem 16. Januar 2021. In Pfäffikon gebe es die Messdaten zur Temperatur zwar erst seit Januar 2023, aber im Flachland seien die Werte sehr gut vergleichbar.
Auf dem Hörnli im Tösstal war es vergleichsweise mild. Mit minus 9,2 Grad kühlte es auf den knapp 1150 Metern nicht ganz so runter. Ähnlich kalt war es am Zürichsee in Wädenswil: Mit minus 9,9 Grad kratzte die Seegemeinde an der zweistelligen Minusmarke.
Inoffizielle minus 37,1 Grad
Am kältesten in der Schweiz war es in La Brévine mit minus 28,4 Grad. Die Gemeinde im Kanton Neuenburg, die an Frankreich grenzt, ist nicht umsonst auch als «Klein-Sibirien» bekannt: Mit minus 41,8 Grad wurde hier 1987 die tiefste jemals offiziell gemessene Temperatur der Schweiz registriert.
Ganz so kalt wurde es am Dienstagmorgen zwar nicht, dennoch wurden durchaus ähnliche Werte ermittelt. «Das sind aber keine offiziellen Messdaten, sondern spezielle Stationen, die extra bei sogenannten Kaltluftseen platziert sind», erklärt Eichmann.
Kaltluftseen sind nicht etwa Gewässer, sondern Senkungen respektive Talkessel, in denen sich die kalte Luft sammelt. So wurde beispielsweise in Hintergräppelen bei Wildhaus SG ein Wert von minus 37,1 Grad gemessen.
Wintersport olé
«Das aktuelle Luftpaket hat einen polaren Ursprung und ist damit relativ kalt», sagt Eichmann. Doch wer bereits jetzt den Frost nicht mehr sehen mag, dürfte aufatmen können – zumindest ein bisschen. Obschon es auch in den kommenden Nächten kalt bleibt, dürfte die Temperatur im Oberland nicht mehr in den zweistelligen Minusbereich fallen.
«In den kommenden Nächten ist es wolkiger, wodurch die Wärmeabstrahlung der Erdoberfläche nicht mehr so effizient ist.» Oder vereinfacht gesagt: Die Wolken behalten die Erdwärme in der Atmosphäre und reflektieren sie zurück, wodurch es milder bleiben dürfte.
«Die Schneefallgrenze wird in der Nacht auf Freitag vorübergehend auf 1400 bis 1500 Meter steigen, und im Flachland regnet es eher wieder. Davor fällt der Niederschlag in Form von Schnee», prophezeit Eichmann.
Doch auch solche, die Kälte lieben, kommen wieder auf ihre Kosten: «Aufs Wochenende hin wird es wieder eine kältere Luftmasse in die hiesigen Gefilde wehen.» Damit könnte auch der Schnee bis ins Oberland zurückkehren. Ob es dann wirklich auch wieder für ein weisses Winterwunderland reicht, wird sich zeigen. Die Chancen auf Schnee bis ganz runter stehen aber ziemlich gut.
Sicher sind jedoch alle Wintersportliebhaber, die sich auf über 1500 Meter begeben – «dort wird es durchgehend Schnee haben», bestätigt Eichmann.