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Hand & Fuss, Haut & Haar

Im Jahrheft 2026 dreht sich alles ums bestmögliche Aussehen

Das neue Jahrheft der Stadt Illnau-Effretikon widmet sich einem zutiefst menschlichen Thema: der Schönheit. Zu Wort kommen Berufsleute aus der Beauty-Branche wie auch Kundinnen und Kunden.

Auch in Illnau-Effretikon machen sich die Menschen schön, wie das Cover des neusten Jahrhefts zeigt.

Foto: Hotzehuus-Verein Illnau-Effretikon

Im Jahrheft 2026 dreht sich alles ums bestmögliche Aussehen

Hand & Fuss, Haut & Haar

Das neue Jahrheft der Stadt Illnau-Effretikon widmet sich einem zutiefst menschlichen Thema: der Schönheit. Zu Wort kommen Berufsleute aus der Beauty-Branche wie auch Kundinnen und Kunden.

Schönheit bedeutet mehr als gepflegte Hände oder einen frischen Haarschnitt. Oft schenkt sie ein neues Selbstbewusstsein. Das schreibt Marco Nuzzi, Stadtpräsident von Illnau-Effretikon, im Vorwort zum soeben erschienenen Jahrheft 2026.

Auch in Illnau-Effretikon würden immer mehr Geschäfte Unterstützung für ein bestmögliches Aussehen anbieten: von Nagelstudios über Coiffeursalons bis hin zu den trendigen Barber-Shops. Im direkten Kontakt mit der Kundschaft entstünden dort Momente des Austauschs und des Zuhörens – «ein wertvolles Gut in einer zunehmend digitalen Welt».

Anspruchsvolle Suche nach Protagonisten

Unter dem Titel «Von Hand & Fuss, Haut & Haar» und in zehn Kapiteln widmet das siebenköpfige Redaktionsteam der Welt der Schönheit. Zum einen aus der Sicht der Berufsleute, zum anderen aus der Perspektive von Kundinnen und Kunden.

Beides erwies sich als unerwartet anspruchsvoll, bestätigt Redaktionsleiterin Barbara Braun-Jakob. Einige Schönheitsprofis hätten Bedenken hinsichtlich des Persönlichkeitsschutzes ihrer Kundschaft geäussert und lehnten eine Teilnahme ab. Und auch auf Kundenseite sei das Projekt überraschend oft auf Zurückhaltung gestossen.

«Viele reagierten deutlich reservierter, als wir es im Zeitalter von Selfies und Social Media erwartet hätten», sagt die Nachfolgerin der langjährigen Jahrheft-Verantwortlichen Lotti Isenring Schwander. «Nur wenige sind bereit gewesen, offen über ihr Äusseres zu reden, geschweige denn sich fotografieren zu lassen.»

Einer ist Noah Wüthrich. Der 11-jährige Effretiker macht jeweils nach dem Coiffeurbesuch ein Selfie. Dieses bringt er dann das nächste Mal mit.

Bub mit Kurzhaarfrisur im Jahrheft Illnau-Effretikon
Der 11-jährige Noah aus Effretikon ist einer der wenigen, die im neuen Jahrheft über ihren eigenen Look reden.

Oder Annelies Neukomm (78) aus Illnau, die sich für graue Haare noch zu jung fühlt und sie jeweils färben lässt. Nikolaus Morskoi aus Effretikon wiederum mag keine Kurzhaarfrisuren, musste sich aber von Berufs wegen lange anpassen. Seit dem Lockdown trägt der 67-Jährige lange Haare – und wenn er seriös wirken will einen Dutt.

Soziale Medien prägen Schönheitsbild

Was ist schön, und wer bestimmt das? Eine dritte Oberstufenklasse aus Effretikon ging dieser Frage in einem mehrwöchigen Klassenprojekt nach. Das Schönheitsbild der sechs zu Worte kommenden Teenager wird – wenig überraschend – von den sozialen Medien wie Instagram oder Tiktok geprägt. Für die drei Mädchen müssen Haare als Symbol der Weiblichkeit lang und möglichst glatt sein. Aber auch die befragten Buben legen Wert auf eine trendige Frisur. Die Kurzlebigkeit der Trends empfinden alle als stressig.

Bunte Collage einer jungen Frau mit glatten Haaren und blauen Augen
Die Oberstufenschülerinnen und -schüler setzten ihre Schönheitsvorstellungen in bunten Collagen visuell um.

Schönheit ist laufend im Wandel. Das bestätigt auch Bernhard Tschofen, Professor für Populäre Kulturen an der Universität Zürich und wohnhaft in Effretikon. Vor 1800 seien die Modeströmungen stark vom Adel beeinflusst worden. Folgten weniger Begüterte der Mode, wurden sie oft für ihre Putzsucht kritisiert.

«Heute haben wir deutlich mehr gesellschaftliche Durchlässigkeit. Auch weniger vermögende Menschen machen sich schön für die Aussenwirkung, aber auch für sich selbst.» Das zeige sich auch in Illnau-Effretikon. «Modetrends und Körperoptimierung sind hier gut sichtbar, sei es im Beauty-Angebot oder bei der Bevölkerung selbst.»

Mit Haut und Haar für die Kundschaft im Einsatz

Wie vielfältig das hiesige Profiangebot ist, zeigt sich im Jahrheft auf insgesamt 16 Seiten. Dabei hat sich die Redaktion bei ihrer Auswahl bewusst auf Behandlungen konzentriert, bei denen keine Instrumente die Haut durchdringen.

Francesca Meiers Spezialität beispielsweise ist die Pflege des Gesichts mit ausgiebigen Massagen per Hand. Mit 46 Jahren ist ihr Kosmetikinstitut an der Illnauer Hörnlistrasse das traditionsreichste auf Gemeindegebiet. Für viele ihrer Kundinnen ist sie unterdessen eine Vertrauensperson, mit denen sie Freud und Leid teilt.

Frau macht eine Gesichtsmassage bei einer zweiten Frau
Kosmetikerin Francesca Meier setzt bei Gesichtsbehandlungen auf Handarbeit.

Claudine und Remo Iseli sind seit 36 Jahren mit ihrem Geschäft «Apropos Coiffeur» an der Bahnhofstrasse in Effretikon präsent. Ihre Aufgabe sei es, genau hinzuhören, nachzufragen und dann gemeinsam die konkrete Umsetzung zu entwickeln, so Remo Iseli. Früher hätten sich dieselben Frauen jeden Samstag mithilfe von «Bigoudis» – Lockenwicklern – verschönern lassen. Heute wolle die Kundschaft Frisuren, die sie mit wenig Zeitaufwand selbst handhaben kann.

Im «Cousin’s» im ehemaligen Käseladen an der Hinterbüelstrasse ist bei der jungen männlichen Kundschaft zurzeit der Haarschnitt «Seite Null» gefragt. «Auch wenn wir uns Barber-Shop nennen, macht die Bartpflege nur einen kleinen Teil des Umsatzes aus», erklärt Besitzer Eyüp Kanliel. Er liebe den Kontakt zu den Kunden. Oft brächten diese Kollegen mit, die dann gemeinsam in der Sofa-Ecke abhängen.

Zwei Männer mit Bart und einem «Seite Null»-Haarschnitt
«Seite Null»: Barber Eyüp Kanliel (rechts) und Kunde Vedat Tüzer präsentieren den gefragten Haarschnitt.

Seit 2023 kümmert sich Céline Maurer in ihrer Praxis «Miss Céline’s» in Unterillnau um Hühneraugen, Hammer- oder auch Ballenzehen. Obwohl es hauptsächlich um das Beheben von Problemen oder das Lindern von Schmerzen geht, sei auch bei ihrer Kundschaft der Wunsch nach Schönheit präsent, sagt die Podologin. «Auch Leute mit Problemfüssen haben Freude an farbigen Nägeln.»

Herausgeber des Jahrhefts ist der Hotzehuus-Verein mit Unterstützung der Stadt Illnau-Effretikon. Die aktuelle Ausgabe kann für 10 Franken im Stadthaus, in den Bibliotheken Effretikon und Illnau, der Illnauer Bäckerei Voland sowie über www.hotzehuus.ch bezogen werden. (alb)

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